Bei den meisten Computer- und Videospielen geht es darum, andere zu besiegen oder zu beherrschen, egal ob die Spiele nun „Call of Duty“, „Game of War“ oder „Warcraft“ heißen. Oft machen die Spieler alles nieder, was ihnen in die Quere kommt. Doch das muss nicht sein.

Man kann auch etwas aufbauen, konstruktiv spielen oder gewaltfrei Spaß haben. Beispiel: „This war of Mine“: Das ist ein Spiel, in dem man in die Rolle eines zivilen Kriegsopfers schlüpft — und lernen muss, zu überleben. Ein paar ganz persönliche Spielempfhelungen von mir.

Bei „This War of Mine“ ist irgendwie alles anders. Die Macher wagen einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel. Denn der Spieler schlüpft nicht wie sonst üblich in die Rolle eines Kriegers, Herrschers oder Soldaten, sondern sieht alles aus der Perspektive von Zivilisten – und die müssen in einem real wirkenden Kriegsgeschehen ums nackte Überleben kämpfen.

This War of Mine stellt so ziemlich alles auf den Kopf, was man von Actionspielen so kennt. Es will nicht unterhalten, sondern berühren. Und das gelingt den Machern wirklich hervorragend.

Ein Anti-Kriegs-Spiel

Sie haben für ihr Spiel eine Kulisse gewählt, die an den Jugoslawien-Konflikt von 1992 erinnern soll. Innenstädte zerbombt, kein Strom, kein Wasser, kein Essen. Und die Zivilisten bekommen alles mit. Sie leiden unter den kriegerischen Auseinandersetzungen, müssen sich mit dem Nötigsten versorgen.

thiswarismine

Es gibt keine Levels, kein Highscore – und nur ein Ziel: Die durch den Spieler kontrollierten Figuren müssen überleben. Es geht also nicht um Gut gegen Böse, sondern darum, den nächsten Tag zu überstehen – und zwar aus der Sicht von Zivilisten aus den Kriegsgebieten. Dazu müssen die Spieler Ressourcen sichern, Nahrungsmittel vor allem. Nicht einfach, in einem total zerbombten Gebiet, in dem keine Regeln mehr gelten.

Die polnischen Entwickler wollen den Spieler zum Nachdenken anregen. Wirklich empfehlenswert: Das Spiel ist mit 18 EUR vergleichsweise günstig und läuft auf Windows, Mac OS X und Linux.

Unterwegs spielen auf dem Tablet

Auch unterwegs kann man hervorragend spielen. Die Auswahl ist riesig, die Preise für Spiele-Apps günstig. Der Bridge Constructor gefällt mir besonders gut. Hier muss der Spieler fünf Inseln bereisen und in 30 Leveln Brücken bauen. Physikalische Grundgesetze sind tückisch – das macht Spaß, und ist auch durchaus lehrreich. Kostenlose Demo, zwei Euro für die Vollversion.

bridge

Und noch ein Knaller für unterwegs: „Leo’s Fortune„. Der Spieler soll den grünen Fellknäuel Leo durch eine virtuelle Welt steuern. Er muss dabei alles Mögliche aufsammeln. Wunderbar harmlos. Charmant. Und trotzdem eine Herausforderung. Denn das ist alles gar nicht so einfach wie es aussieht. Auch hier muss der Spieler physikalischen Gesetzen trotzen – und das ist mitunter ganz schön schwierig.

leos fortune

4,50 EUR kostet die Spiele-App, die wegen des ausgefallenen Designs und der schönen Spielidee mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde. Leo’s Fortune und Bridge Constructor kann man beide wunderbar zwischendurch auf dem Smartphone oder Tablet spielen.

Spieleklassiker: Internet Arcade

Richtig gut gemachte Spiele, die verlieren nicht so schnell ihren Reiz. Es gibt ja etliche Klassiker, die kann man auch heute noch gut spielen – ob Pac Man, Space Invaders oder Super Mario, um nur einige zu nennen. Das sind Klassiker, die fast jeder kennt und die viele Spiele von heute inspiriert haben. Solche Klassiker heute noch zu finden ist schwierig, viele sind verschollen oder es gibt sie nicht für moderne PCs, Konsolen oder Mobilgeräte. Doch jetzt gibt es ein Portal, das über 900 von diesen Klassikern kostenlos zur Verfügung stellt.

The Internet Arcade ist eine Art Spiele-Archiv im Netz mit einer riesigen Auswahl an Computer- und Videospiele aus den 70er, 80er und 90er Jahren. Klassiker wie Pacman, Chopflifter, Joust, Elite, Carnival und viele andere sind darunter. Die Liste ist wirklich endlos. Und das Beste: Man spielt die Spiele direkt im Browser. Kostenlos.

Ohne etwas installieren zu müssen. Die Spiele sind ausnahmslos Originalspiele. Sie sehen genauso aus, wie man sie damals gespielt hat – am Automaten oder an der Konsole. Mit derselben Grafik. Mit demselben Sound. Das macht echt Spaß – und ruft bei dem ein oder anderen sicher auch Erinnerungen wach. Funktioniert übrigens durchaus auch auf dem Tablet.

internetarcade