Polizeibrutalität ist in den USA im Augenblick ein großes Thema. Es häufen sich gerade die Fälle von Polizeibeamten, die unbewaffnete oder jugendlische Menschen erschießen – ohne erkennbare Not. Oder bei Verhaftungen unangemessene Härte walten lassen. Doch jetzt wühlt das Netz eine andere Form von Gewalt auf.

Eine Frau entdeckte in einer Mülltonne auf einem Schießübungsplatz ein Fahndungsfoto, auf dem ihr Bruder zu sehen war. Das Foto war durchlöchert von Kugeln. Es gab Dutzende von diesen Bildern. Das Fahndungsfoto des dunkelhäutigen Mannes diente für Schießübungen der örtlichen Polizei – und das über lange Zeit.

Das Fahndungsfoto von Woody Deant war uralt, der Mann saß zwar im Gefängnis, ist aber inzwischen längst wieder frei und Familienvater. Derart taktlos zu sein, ein solches Foto für Schießübungen zu nutzen, hat eine große Empörung ausgelöst.

Als der Fall bekannt wurde, wurde unter dem Hashtag #UseMeInstead (NehmtMichStattdessen) eine Protestwelle gestartet, losgetreten von Geistlichen. Zuerst auf Facebook, dann auf Twitter. Mittlerweile gibt es Hunderte von Menschen, die sich als alternative Zielscheibe für Polizeiübungen anbieten.

Sie posten Fotos von sich selbst, manche mit einem selbstgebastelten Einschussloch auf der Stirn. Viel mehr muss man dann auch nicht mehr sagen. Die Bilder sprechen für sich.