Drohnen werden immer beliebter; Man bekommt sie schon für kleines Geld – und selbst Laien können sie bequem steuern, zum Beispiel für eine Smartphone App. Deshalb schwirren immer mehr Drohnen über unseren Köpfen hinweg. Nicht ganz ungefährlich, denn die Flug-Geräte können abstürzen oder fehl-bedient werden. Selbst Passagier-Flugzeuge melden nun immer häufiger Begegnungen mit Drohnen. Ganz schön gefährlich. Doch wie soll es weiter gehen?

 

Darf eigentlich jeder Drohnen fliegen?

Im Prinzip schon. Wo man fliegen darf, ist von Land zu Land und von Stadt zu Stadt aber unterschiedlich, das wissen auch alle Hobby-Flieger, die mit ihren Modell-Flugzeugen fliegen wollen. In Düsseldorf zum Beispiel geht das nur auf dem speziell dafür eingerichteten Flug-Platz.

Im Bereich von Flug-Häfen darf man gar keine Drohnen steigen lassen. Wird trotzdem immer wieder gemacht, was natürlich besonders fahrlässig ist. Wer kommerzielle Drohnen-Flüge macht, etwa um Video-Aufnahmen für Fernseh-Produktionen zu machen, der muss seine Flüge sogar anmelden und braucht eine Lizenz.

Auch muss sicher gestellt sein, dass die Drohne versichert ist und eine spezielle Absicherung muss auch nach gewiesen werden: Bei Absturz muss ein Fallschirm aufgehen. Solche Vorschriften gibt es bei privaten Drohnen-Fliegern nicht.

Drohne

Man muss seine Drohne also auch nicht registrieren?

In den USA ist es mittlerweile Pflicht, da muss jede Drohne offiziell registriert werden. Mit Modell-Nummer – und dem eigenen Namen. Hier bei uns ist das für Privat-Leute noch nicht vorgeschrieben, wäre aber zweifellos sehr sinnvoll. Das würde Missbrauch nicht komplett undenkbar machen, aber doch die Hemm-Schwelle erhöhen.

 

Der Online-Versender Amazon will im großen Stil Liefer-Drohnen einsetzen. Was haben sie vor?

Amazon möchte künftig viele seiner Produkte – sie dürfen natürlich nicht so klobig oder schwer sein – mit Drohnen ausliefern. Prime Air wird das genannt. Dafür würde man aber nicht nur eine ganze Armee von Drohnen benötigen, sondern auch klare Regeln, wo und wie diese fliegen dürfen.

Deshalb hat Amazon ein Konzept entwickelt, das weltweit gelten soll. Es teilt den Luft-Raum neu ein. Geht es nach Amazon, soll der Bereich 400 bis 500 Fuß (122 bis 152 Meter) für Drohnen reserviert werden. Außer natürlich im Bereich von Flug-Häfen. Auch Hubschrauber von Polizei oder Rettung wären ausgeschlossen. Bekommen also nicht nur spezielle Höhen sondern auch bestimmte Bereiche als Korridore vorgeschrieben, wo sie niemanden stören sollen (damit das noch mal klar wird).

Drohne AirDog

 

Wie soll denn sicher gestellt werden, dass die Drohnen nicht irgendwo gegen fliegen?

Die normale Flug-Sicherung soll mit den Drohnen nichts zu tun haben. Die Drohnen sollen in Zellen überwacht werden, ähnlich groß wie Funk-Zellen beim Mobil-Funk. Da soll es Kontrolleure geben. Die Drohnen selbst sollen Hindernissen wie anderen Drohnen ausweichen. Auch sollen sie Hindernisse wie einen Vogel-Schwarm oder neu aufgestellte Blockaden (Kran oder dergleichen) melden, damit andere Drohnen Bescheid wissen. Es soll also einen Daten-Austausch geben. Bei Bedarf sollen die Positions-Daten auch an Hubschrauber etc. übertragen werden können.

 

Ist das ein guter Plan?

Amazon versucht seine Pläne ja in der Tat mit der Flug-Sicherung abzusprechen. Das müssten sie natürlich weltweit machen. Allerdings halte ich es nicht für vorstellbar, dass so etwas Realität wird. Ich kann mir sowieso nicht vorstellen, wie das in Gross-Städten klappen sollen: Wo soll eine Drohen eine Lieferung um Mehr-Familien-Haus abliefern?

In den Werbe-Videos von Amazon sieht man immer freistehende Häuser – da wäre es noch denkbar. Aber in der Stadt auf keinen Fall. Vielleicht noch ein Halbsatz, ob das auch zu großen Teilen ne Werbe-Nummer ist, oder warum die sich bemühen. // Aber ganz unabhängig von Amazons Ansätzen -Mal klar zu regeln, wer eigenlich Drohnen fliegen darf und wo und sie diese zu registrieren sind, halte ich für eine gute Idee und für dringend nötig.