Google hat in seinem Kartendienst Google Maps eine neue Funktion eingeführt, die sich „Standortfreigabe“ nennt. Damit können sich Freunde gegenseitig über ihren aktuellen Standort informieren – live. Für bestimmte Situationen birgt das Chancen, aber auch einige Risiken.

Unsere Smartphones wissen immer ganz genau, wo wir sind (wo wir uns aufhalten). Und damit auch Google, Apple, Microsoft – denn die werden unentwegt von den Mobilgeräten mit dem aktuellen Standort versorgt. Wir können aber auch Freunde und Familienmitglieder wissen lassen, wo wir geade sind.

Google hat in seinem Kartendienst Google Maps eine neue Funktion eingeführt, die sich „Standortfreigabe“ nennt – und seit dieser Woche auch in den Apps aller mobilen Betriebssysteme angekommen ist. Anderen den Standort verraten – etwa bei der Eier-Suche.

Es gibt viele denkbare Situationen, wo eine Standortfreigabe sinnvoll sein kann. Wer zum Beispiel die Ostereier nicht nur einfach im Garten versteckt, sondern auf einer größeren Fläche, könnte seine Kinder mit einem Smartphone ausstatten und würde immer sehen, wo sie gerade suchen. Oder wenn eine Gruppe von Freunden auf einem Konzert ist oder sich in der Stadt verabredet hat, kann man sehen, wo die einzelnen Freunde sich gerade aufhalten, ob sie sich in die richtige Richtung bewegen.

Man kann sogar sehen, wie lange sie noch brauchen – egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto. Google Maps zeigt die typische Onlinekarte an, in der Karte sind dann die aktuellen Aufenthaltsorte aller Freunde, mit denen man vernetzt ist und die ihren Standort freigegeben haben, eingetragen.

Nicht nur im Messenger

Den aktuellen Standort in einer Message verschicken, das können auch einige Messenger wie WhatsApp schon lange. Google Maps ist ja kein Messenger, sondern in Kartendienst, deshalb funktioniert es hier anders. Der Unterschied ist vor allem, dass man nicht nur einfach seinen aktuellen Aufenthaltsort in einer Nachricht mitteilt, sondern den Freunden oder der Familie erlaubt, den Aufenthaltsort live zu verfolgen – das ist ein wichtiger Unterschied. Die anderen können also sehen, wo ich bin und wohin ich mich bewege, sie können meinen Weg verfolgen.

Deshalb ist es auch so wichtig, genau darauf zu achten, was man einstellt. Man kann zum einen ganz genau bestimmen, wer überhaupt sehen darf, wo ich mich befinde und wer meinen Weg beobachten darf – und ich kann auch einstellen, wie lange, also wie viele Minuten oder Stunden. Oder bis zur Deaktivierung.

Diese Einstellungen sollte man mit Bedacht und Sorgfalt vornehmen. Natürlich kann man jederzeit in der Übersicht sehen, mit wem man noch verbunden ist und die Erlaubnis zur Beobachtung jederzeit entziehen. Aber: Man hat sich schnell mal vertippt, deshalb ist das eine heikle Angelegenheit.

Auch mit Messengern Standort verraten

WhatsApp bietet schon lange die Möglichkeit, anderen mitzuteilen, wo man gerade ist. Der Empfänger sieht dann einen kleinen Kartenausschnitt mit der genauen Position. Mittlerweile kann man in einem Menü auch eine Location auswählen, in der man gerade ist, also ein Restaurant, eine Bar, ein Kino, ein Platz. Das ist bequem und einfach.

WhatsApp verschickt auf Wunsch aber nur einmal den aktuellen Aufenthaltsort, man kann den Freunde nicht verfolgen. Das geht aber beim Facebook Messenger. Da kann man den Live-Standort verschicken. Da bekommt der Empfänger den aktuellen Aufenthaltsort gezeigt – für genau eine Stunde. Danach wird das automatisch beendet. Das ist so ähnlich wie bei Google Maps.

Wenn Google, Apple und Co. uns beobachten

Wir müssen aber auch mal über den ungewollte Beobachtung unserer Bewegungen reden. Apple, Google, Microsoft, Facebook und Co. tracken ja auch unseren Aufenthaltsort. Dagegen kann man leider wenig bis gar nichts machen. Google immerhin bietet einem die Möglichkeit, in den Benutzerdaten einzustellen, ob das Smartphone den so genannten Standortverlauf – das sind die Bewegungsprofile – an Google übersenden darf oder nicht. Das kann man dort deaktivieren. Die anderen großen Onlinedienste bieten diese Möglichkeit nur versteckt oder gar nicht an. Man muss und sollte also sehr umsichtig sein bei diesen Funktionen.