Tabs in Windows: Moderne Alternativen zu Microsoft Sets

von | 28.04.2018 | Windows

Die Tab-Funktion für Programme in Windows war schon immer ein heiß diskutiertes Thema. Microsoft hatte ursprünglich mit Windows 10 Redstone 5 (Version 1809) das Feature „Sets“ angekündigt, das Tabs für alle Programme ermöglichen sollte – ähnlich wie in Webbrowsern. Doch diese Funktion wurde nie offiziell ausgerollt und 2019 komplett eingestellt.

Heute, im Jahr 2026, sieht die Situation bei Tabs in Windows deutlich anders aus. Microsoft hat verschiedene alternative Ansätze entwickelt, die das ursprüngliche Sets-Konzept in moderner Form umsetzen.

Windows 11 Snap Layouts als Tab-Alternative

Statt der ursprünglich geplanten Sets nutzt Windows 11 die erweiterten Snap Layouts, die seit 2023 deutlich ausgebaut wurden. Diese ermöglichen es, mehrere Fenster intelligent zu gruppieren und zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen zu wechseln. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert, kann aber bei Bedarf angepasst werden:

  1. Öffnet Start > Einstellungen
  2. Navigiert zu System > Multitasking
  3. Hier findet ihr die Optionen für Fenster andocken
  4. Unter Snap-Layouts könnt ihr bestimmen, welche Programme von der automatischen Gruppierung ausgenommen werden sollen

Moderne Tab-Lösungen für Windows-Programme

Obwohl Microsoft Sets fallen ließ, haben sich alternative Lösungen etabliert. Der Windows File Explorer unterstützt seit Windows 11 22H2 native Tabs, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Für andere Programme gibt es mehrere Optionen:

Microsoft PowerToys FancyZones bietet erweiterte Fensterverwaltung und kann Tabs-ähnliche Funktionen simulieren. Das Tool ist kostenlos und wird von Microsoft selbst entwickelt.

Groupy von Stardock ermöglicht es, beliebige Programme in Tab-Gruppen zu organisieren – genau das, was Sets ursprünglich leisten sollte. Die Software kostet etwa 10 Euro, bietet aber deutlich mehr Flexibilität als die ursprünglich geplante Windows-Funktion.

Browser-Integration in Windows

Microsoft Edge hat seine Tab-Funktionen massiv ausgebaut. Seit 2024 können Edge-Tabs als separate Fenster behandelt werden und umgekehrt. Die „Workspaces“-Funktion von Edge ermöglicht es, thematisch zusammengehörige Tabs zu gruppieren und zwischen verschiedenen Projekten zu wechseln.

Besonders praktisch: Edge kann jetzt auch lokale Anwendungen in Web-Apps umwandeln und diese dann in Tabs verwalten. Das funktioniert mit vielen Electron-basierten Programmen wie Discord, Slack oder Spotify.

Virtual Desktops als Tab-Ersatz

Windows 11 hat die Virtual Desktops deutlich verbessert. Seit dem 2023er Update können verschiedene Desktops unterschiedliche Hintergrundbilder und Taskleisten-Konfigurationen haben. Das macht sie zu einer praktischen Alternative zu Tabs:

  • Desktop 1: Alle Office-Programme
  • Desktop 2: Kreative Tools wie Photoshop und Blender
  • Desktop 3: Gaming und Entertainment

Der Wechsel zwischen Desktops funktioniert mit Windows-Taste + Strg + Pfeil oder über die Taskleiste.

Entwicklertools mit nativen Tabs

Viele moderne Windows-Programme bringen von Haus aus Tab-Unterstützung mit. Visual Studio Code, die verschiedenen JetBrains-IDEs, und sogar das Windows Terminal nutzen Tabs als zentrales Organisationselement.

Für Entwickler besonders interessant: Das Windows Subsystem for Linux (WSL) unterstützt seit 2025 grafische Linux-Programme, die ebenfalls Tab-Features ihrer jeweiligen Desktop-Umgebung mitbringen können.

Tipps für optimale Fensterverwaltung

Falls ihr trotz allem Tabs für bestimmte Programme deaktivieren wollt, gibt es verschiedene Ansätze:

Für Snap Layouts: In den Multitasking-Einstellungen könnt ihr bestimmte Programme von der automatischen Andockfunktion ausschließen.

Für Drittanbieter-Tools: Sowohl PowerToys als auch Groupy bieten Blacklists für Programme, die nicht in Tab-Gruppen integriert werden sollen.

Für den File Explorer: Die Tab-Funktion lässt sich in den Ordneroptionen komplett deaktivieren, falls sie stört.

Fazit: Tabs in Windows 2026

Obwohl Microsoft Sets nie umgesetzt hat, bietet Windows heute deutlich bessere Lösungen für die Fensterverwaltung. Die Kombination aus Snap Layouts, Virtual Desktops und Drittanbieter-Tools wie Groupy macht das Arbeiten mit vielen Programmen effizienter als je zuvor.

Die ursprüngliche Idee von Sets lebt in verschiedenen Formen weiter – nur eben besser durchdacht und weniger invasiv als ursprünglich geplant. Für die meisten Nutzer reichen die eingebauten Windows-11-Features vollkommen aus.

Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026