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Neue WDR-Angebote mit VR und AR

04.05.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Wie lassen sich künftig spannende Geschichten erzählen oder journalistische Inhalte transportieren? Diese Frage stellen sich viele, vor allem Journalisten und Redaktionen. Der WDR experimentiert derzeit viel mit Virtual Reality und Augmented Reality – und hat auf der re:publica einige interessante Projekte präsentiert, die wegweisend sein könnten.

Auf der re:publica in Berlin wird darüber gesprochen, wie sich Inhalte und journalistische Formate verändern, um sich gegenüber Hochglanzvideos auf Netflix und Amazon bewähren zu können. Der WDR zeigt auf der re:publica gleich mit mehreren Angeboten, wohin die Reise geht.

Zum Beispiel mit dem WDR Kopfkino: Hier setzen sich Besucher handelsübliche VR-Brillen auf und tauchen in virtuelle Welten ein. Dank WDR Kopfkino weiß ich jetzt – zumindest ansatzweise -, wie es ist, eine Sprungschanze herunter zu fahren. Atemberaubend – die Aussicht. Und ich weiß jetzt auch: Der Sprung an sich dauert gar nicht lange.

Virtueller Besuch in den 60er Jahren

Schön auch das interaktive VR-Programm, das mir ein typisches Wohnzimmer aus den 1960er Jahren präsentiert. Mit „Stern“ und „Hörzu“ auf dem Couch-Tisch. Im Fernseher läuft das WDR-Fernsehen von damals. Je nach Tageszeit das passende Programm, zum Beispiel „Spiel ohne Grenzen“, die Tagesschau oder der 7. Sinn. Großartig.

Der Besucher kann sogar Informationen abfragen – ganz ohne Controller in der Hand. Einfach zwei Sekunden auf einen blinkenden Punkt schauen, schon „klickt“ man ihn per Blick an. Und erfährt zum Beispiel mehr über Telefonapparate in den 60ern oder über das Leseverhalten damals.

Zeitzeugen berichten – in den eigenen vier Wänden

Sehr gelungen finde ich auch das AR-Projekt Zeitzeugen. Eine Augmented-Reality-Anwendung, die auf dem Tablet läuft. Die App zeigt eindrucksvoll, wie sich moderne Technologien wie Augmented Reality journalistisch nutzen lassen.

In diesem Fall berichten drei Frauen, die als Kinder den Krieg erlebt haben – in Köln, London und Leningrad. Sie schildern packend und anschaulich, wie sich der Krieg für sie angefühlt hat. Dazu startet man die App, sucht sich einen Ort im Raum aus, in dem man sich gerade befindet, und stellt einen virtuellen Stuhl dort hin. Sofort erscheint die Zeitzeugin – sie sitzt einem quasi gegenüber. Wie ein Gast. Und berichtet.

Ganz neue Art der Dokumentation

Das ist schon beeindruckend genug, weil man wirklich den Eindruck hat, als sitze man der Person gegenüber. Das ist etwas anderes als Fernsehen. Darüber hinaus gibt es aber auch visuelle Effekte: Berichtet eine Zeitzeugin von Schnee, schneit es im Raum. Erinnert sich eine Zeitzeugin an die drohenden Geräusche herannahender Flugzeuge, sieht man sie im Display – und sie fliegen über den eigenen Kopf hinweg.

Das schafft zum einen eine ungewohnte Nähe zur Person, die da redet – und verschafft einem durch die Effekte auch noch den Eindruck, mittendrin zu sei. Eine ganz neue Art der Dokumentation. Ab September wird es die Zeitzeugen als WDR-App geben.

Last not least gibt es auf der re:publica auch noch ein virtuelles Bergwerk zu bestaunen. Der Besucher setzt sich eine VR-Brille auf die Nase und fährt mit virtuellen Kollegen in die Tiefe. Dort soll der Besucher mit virtueller Hacke Kohle abbauen, diese einsammeln und vieles mehr.

Es kommt zu bedrohlichen Situationen unter Tage – und der Besucher gerät ins Schwitzen. Denn der Boden unter einem wackelt, es bläst einem ein feuchter Geruch in die Nase und warm wird es auch noch. Ein Allround-VR-Erlebnis, das eher ein Event ist. Eine Dokumentation zum Erleben. Nicht in den eigenen vier Wänden, aber auf Ausstellungen, Messen oder in Museen.

Nur einige Antworten auf die Frage, wie sich Inhalte in Zukunft präsentieren lassen.

 

 




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