Die CES (Consuer Electronics Show) ist die weltgrößte Konsumermesse. Hier zeigen die Hersteller, was sie in diesem Jahr und darüber hinaus veraufen wollen. Gerne auch schon mal ein paar Verrücktheiten. Trendsetter ist die Messe allemal.

Wir leben in merkwürdigen Zeiten. In den Sozialen Netzwerken wird der Ton immer rauher und unversöhnlicher – und zu Hause machen wir es uns richtig schön bequem. Wir holen uns Geräte in die Wohnung, die uns zuhören, mit uns reden, kleine Dinge für uns erledigen. Ja, auch mit sanfter Stimme zu uns sprechen. Wie angenehm. Jetzt ist das sogar im Badezimmer möglich. Auf der Konsumermesse CES ist ein Duschkopf mit Alexa zu sehen – und sogar ein Alexa-Klo.

Kein Witz: Die Luxus-Toilette Numi 2.0 von Kohler verfügt nicht nur über Sitzheizung und Beleuchtung, sondern auch über eingebaute Alexa und Surround-Sound. Während der „Sitzung“ die Börsenkurse abfragen, den Nachrichten lauschen, einen Podcast hören oder einfach im Netz recherchieren – alles möglich.

Wegweiser für das Zuhause von Morgen

Auf der weltgrößten Konsumermesse CES (Consumer Electronics Show) gab es schon immer solch einen Unsinn, über den dann jeder berichtet. Weil solche Dinge zeigen, in welche Bereiche Technologie vordringt. Heute finden wir die Vorstellung noch irritierend, im Bad und auf dem Klo mit Alexa reden zu können. Morgen schon nicht mehr. Das gilt auch für andere Hightech-Spielereien. Etwa Miniroboter wie RollBot oder Lovot aus Japan. Was der kann? Zum Beispiel auf Zuruf Klopapier holen – kein Witz! Das verspricht der Hersteller wirklich.

So richtig ernst nehmen können wir Roboter aber noch nicht. Der 16.000 EUR teure Pepper zum Beispiel ist nicht viel mehr als ein rollender Sprachassistent, der einen auch noch schlecht versteht. Deshalb versucht es das französische Startup Pollen Robotics jetzt mit einem humanoiden Roboter Reachy (ab 8.000 EUR), der funktionstüchtige Arme hat – und im Haushalt helfen kann. Immerhin 500 Gramm kann er bewegen. Wer mag, kann sich den Roboter selbst zusammenbauen und Teile sogar im 3D-Drucker ausdrucken.

Future-Autos und hochauflösende Fernseher

Kann ich aber ehrlich gesagt auch nicht ernst nehmen. Ernst gemeinter sind die Autos, die es auf der CES zu sehen gibt. Daimler hat den „Avatar“ gezeigt. Future-Design und Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Ein echter Hingucker. Und Sony – ja, wirklich Sony! – hat ebenfalls ein Auto präsentiert. Das wirkt sogar serienreif – könnte also bald in Produktion gehen.

Aber auch in der Halle „Werden wir mal wieder seriös“ gibt es einiges zu sehen: Neue Fernseher zum Beispiel. Auch auf der CES zeigen die Hersteller 8K-Modelle. Das erlaubt große Geräte mit feiner Auflösung.

Nur: Noch sendet kein Sender der Welt in 8K. Selbst die Streeamingdienste nicht. Auch das also eher ein Gimmick. Interessanter ist da die neue Technologie namens Mini-LED: Diese ermöglicht Fernsehgeräte, die fast so schöne Bilder liefern wie das teure OLED – aber deutlich günstiger sind. Von so etwas haben die Konsumenten wenigstens was.

Also: Die CES ist dieses Jahr irgendwie mehr eine Future-Messe, keine Konsumer-Show. Aber das ist ja auch was.