Mobile Payment boomt in Deutschland

Mobile Payment: Tschüss Bargeld… oder besser nicht?

„Bitte bargeldlos zahlen!“ Kann man seit Corona fast überall lesen oder hören. Selbst kleine Beträge können wir mit Karte, Smartwatch oder Smartphone zahlen. Ursprünglich aus hygienischen Gründen, mittlerweile aus Komfortgründen. Seit Corona sind plötzlich auch in Deutschland bargeldlose Zahlmethoden populär. Nicht nur Bezahlen mit der Karte, sondern auch Bezahlen mit dem Smartphone – vor allem Google Pay und Apple Pay. Aber wie gut funktioniert das wirklich? Seit dem Desaster mit dem Zahlungsterminal H5000 wissen wir: Kommt drauf an.

Selbst auf dem Wochenmarkt kann ich seit Corona mobil bezahlen. Und ich muss dafür weder meine EC-Karten zücken, noch mein Smartphone. Meine Smartwatch reicht. Denn da habe ich Kreditkarten und EC-Karten drin gespeichert. Zwei Mal mit dem Finger auf die Seitentaste drücken, die Smartwatch vor das Lesegerät des Händlers halten. Fertig. Schon sind kleine wie große Beträge bezahlt.

Zahlen mit Karte, bitte: Das geht heute dast überall
Zahlen mit Karte, bitte: Das geht heute fast überall

Mobile Payment boomt in Deutschland

Vor einigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, frisches Obst mit der EC- oder Kreditkarte zu bezahlen. Oder im Supermarkt. Heute ist es – nicht zuletzt durch Corona – durchaus üblich. Ja, sogar gewünscht. Denn wer bargeldlos bezahlt, ganz ohne etwas anzufassen, der zahlt aus hygienischer Sicher perfekt. Erst recht, wenn man mobil bezahlt. Dann muss nicht mal ein PIN-Code eingetippt werden. Komplett ohne Berührung oder Kontakt. In Zeiten von Corona perfekt!

Doch so bequem die Zahlmethode ist, wenn alles klappt – umso ärgerlich ist es, wenn man sich darauf verlässt und es dann nicht funktioniert. Wir hatten in den letzten zwei Wochen in Deutschland Tausende von Händlern, darunter große Discounter, da war bargeldloses Bezahlen tagelang nicht möglich. Terminal kaputt, nur Barzahlung, bitte.

Ein echtes Problem, wenn man wie ich praktisch gar kein Bargeld mehr einsteckt.

H5000 legt bargeldloses Zahlen lahm

Übeltäter war ein Gerät mit der Modellbezeichnung H5000 von Verifone. Nicht das neueste Model zum Einlesen von Karten und Mobile Payment – aber in Deutschland besonders weit verbreitet. Ein Softwarefehler, so schwer, dass er sich nicht mit einem Update aus der Ferne beseitigen lässt.

Das zeigt: Die Technik ist längst nicht perfekt. Der Gesetzgeber müsste für derart relevante Technologie eine Resilienz vorschreiben: Klappt was nicht, muss es einen Plan B geben, der garantiert funktioniert – zur Not mit Komforteinbußen. Hier muss dringend etwas passieren, nicht nur beim Thema Bezahlen. Aber hier besonders.

Denn Mobile Payment boomt. Es ist zwar streng genommen kein neues, eigenes Zahlsystem. Sondern lediglich eine neue Art bargeldlos zu bezahlen. Ohne eine EC- oder Kreditkarte zücken zu müssen.

Auf dem Smartphone habe ich Google und Apple Pay installiert. Auf der Smartwatch nur Apple Pay. Schon lange versuche ich überall mit Mobile Payment zu bezahlen. Und es geht öfter, als ich dachte. Eigentlich fast überall, wo man mit EC- oder Kreditkarten zahlen kann.

Ein Terminmal macht Schwierigkeiten
Ein Terminmal macht Schwierigkeiten

Google und Apple Pay

Diesmal hat meine Smartwatch einen Latte Macchiato plus Croissant bezahlt. Mal eben schnell am Hauptbahnhof Düsseldorf. 4,65 EUR. Das Ganze hat nicht mal 5 Sekunden gedauert. Denn bei Beträgen unter 25 EUR muss man den Zahlvorgang nicht mal bestätigen.

Eine Besonderheit des Mobile Payments: Google und Apple Pay holen sich das Geld nicht direkt vom Girokonto. Man braucht Karten, die das Mobile Payment unterstützten. Kreditkarten. Oder spezielle Kundenkarten, die wie eine Kreditkarte funktionieren – aber direkt mit dem Girokonto verbunden sind. Viele Banken erstellen auf Wunsch virtuelle Kundenkarten, die Kunden bei Apple Pay oder Google Pay als Zahlmittel hinterlegen können.

In der „echten“ Welt funktioniert das mit dem Mobile Payment schon ziemlich gut. Apple Pay klappt häufiger als Google Pay.

Aber auch online etwas einzukaufen wird einfacher: Wenn ich mit meinem iPhone oder Google Pixel Smartphone online gehe und eine App kaufe oder in einer App etwas bezahle,  merkt mein Smartphone, dass ich das Handy für Mobile Payment gerüstet habe – und bietet mir gleich das Bezahlen darüber an.

Das geht rasend schnell: Einfach den Betrag bestätigen – schon erledigt.

Bequem ist Mobile Payment also auf alle Fälle. Auch recht einfach und schon weit verbreitet. Allerdings verliert man auch relativ schnell den Überblick, was man alles eingekauft hat – und welche Daten an wen fließen, das bleibt unsichtbar.

 

 

 

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