Mit Google Maps kann man sich wunderbar informieren, wo man sich gerade befindet oder wie man von A nach B kommt. Nicht nur auf der Straße, sondern auch in Gebäuden, denn Google Maps kennt die Grundrisse von über 100.000 Gebäuden weltweit und zeigt einem auf Wunsch den Weg. Es gibt solche Indoor-Pläne von Flughäfen, Krankenhäusern, Bahnhöfen, Shopping-Malls, Universitäten, Museen und sogar großen Bürokomplexen.
Die Indoor-Navigation funktioniert mittlerweile sowohl auf Smartphones als auch auf Desktop-PCs. Besonders praktisch: Das Feature nutzt Live View mit Augmented Reality, um euch in Echtzeit durch komplexe Gebäude zu führen. Haltet einfach euer Smartphone hoch und folgt den AR-Pfeilen.
Deutschland holt auf – aber langsam
Indoor-Karten sind inzwischen für Standorte in über 80 Ländern verfügbar, darunter die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Schweden und die Schweiz. Deutschland ist mittlerweile auch dabei – allerdings nur sehr begrenzt. Ihr findet Indoor-Pläne für einige große Flughäfen wie Frankfurt und München, ausgewählte Bahnhöfe und wenige Shopping-Center. Die Abdeckung ist aber noch deutlich dünner als in anderen Ländern.
So funktioniert die Indoor-Navigation
Wenn ihr ein Gebäude mit verfügbarer Indoor-Karte betretet, zeigt Google Maps automatisch den Grundriss an. Besonders clever: Die App erkennt oft automatisch, auf welcher Etage ihr euch befindet. Falls nicht, könnt ihr das Stockwerk manuell auswählen. Die Navigation funktioniert über WLAN-Triangulation, Bluetooth-Beacons und bei neueren Smartphones sogar über Ultra-Wideband (UWB) für zentimetergenaue Positionierung.
Live View macht den Unterschied
Das Live View Feature mit Augmented Reality ist der Game-Changer. Aktiviert die Kamera-Ansicht und Google Maps blendet virtuelle Pfeile und Wegweiser direkt in das Kamerabild ein. Besonders hilfreich in unübersichtlichen Gebäuden wie großen Krankenhäusern oder Einkaufszentren. Die AR-Navigation nutzt dabei Computer Vision und maschinelles Lernen, um Orientierungspunkte zu erkennen und eure Position exakt zu bestimmen.
Neue Features für Geschäfte und Services
Google hat die Indoor-Navigation um praktische Business-Features erweitert. In Einkaufszentren seht ihr nicht nur, wo sich Geschäfte befinden, sondern auch deren Öffnungszeiten, aktuelle Angebote und sogar Warteschlangen-Informationen. In Flughäfen zeigt die App Sicherheitskontrollen-Wartezeiten, Gate-Informationen und verfügbare Services wie Restaurants oder Lounges an.
Datenschutz und Präzision
Google sammelt für die Indoor-Navigation anonymisierte Bewegungsdaten, um die Genauigkeit zu verbessern. Ihr könnt diese Datensammlung in den Standort-Einstellungen deaktivieren, verliert dann aber an Präzision. Die Positionsdaten werden lokal auf dem Gerät verarbeitet und nur aggregierte, anonyme Statistiken an Google gesendet.
Eigene Indoor-Karten erstellen
Unternehmen können über das Google My Business Dashboard eigene Indoor-Karten hochladen. Dafür braucht ihr digitale Grundrisse im unterstützten Format. Google prüft die Pläne und gibt sie nach wenigen Wochen frei. Besonders für Einzelhändler, Museen oder große Bürokomplexe lohnt sich das – die Sichtbarkeit in Google Maps steigt erheblich.
Konkurrenz durch Apple und Microsoft
Apple bietet mit Apple Maps ähnliche Indoor-Features, allerdings hauptsächlich in den USA. Microsoft arbeitet an Azure Maps Indoor für Unternehmenslösungen. Der Markt für Indoor-Navigation wächst rasant – bis 2028 soll er weltweit über 40 Milliarden Dollar erreichen.
Tipps für die beste Nutzung
Aktiviert die Standortdienste und WLAN für optimale Genauigkeit. Kalibriert regelmäßig euren Kompass durch eine Acht-Bewegung mit dem Smartphone. In großen Gebäuden kann es einige Sekunden dauern, bis die genaue Position bestimmt wird – habt Geduld. Bei schwachem GPS-Signal funktioniert die Indoor-Navigation oft besser als die Outdoor-Variante.
Die Indoor-Navigation von Google Maps entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit verbesserter KI, präziseren Sensoren und mehr verfügbaren Gebäudeplänen wird das Feature immer nützlicher – auch wenn Deutschland noch Nachholbedarf hat.
Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026