Microsoft OneDrive (ehemals SkyDrive) bietet heute bis zu 1 TB Speicherplatz für Microsoft 365-Nutzer und 5 GB kostenlos für alle anderen. Die Synchronisation mit dem Desktop funktioniert mittlerweile deutlich eleganter als früher – aber es gibt immer noch Situationen, wo ihr beliebige Ordner außerhalb des Standard-OneDrive-Pfads synchronisieren wollt.
Standardmäßig synchronisiert OneDrive nur den festgelegten OneDrive-Ordner in eurem Benutzerverzeichnis. Was aber, wenn wichtige Daten in anderen Ordnern liegen – etwa Projektdateien auf D:, Fotos auf einer externen Festplatte oder Arbeitsordner an speziellen Pfaden? Hier kommen symbolische Links ins Spiel.
Die moderne Lösung: OneDrive-Umleitung mit mklink
Die Technik der symbolischen Links funktioniert auch heute noch zuverlässig und ist sogar unter Windows 11 der effizienteste Weg, beliebige Ordner in die OneDrive-Synchronisation einzubinden. Der Vorteil: OneDrive erkennt diese Links als echte Ordner und synchronisiert sie vollständig.
So richtet ihr symbolische Links für OneDrive ein:
- Eingabeaufforderung als Administrator öffnen:
- Windows 11/10: Rechtsklick auf Start-Button → „Terminal (Administrator)“ oder „Windows PowerShell (Administrator)“
- Alternativ: Windows-Taste + R, „cmd“ eingeben, Strg+Shift+Enter drücken
- Symbolischen Link erstellen:
mklink /d "%userprofile%OneDriveMeinProjekt" "D:Wichtige ProjekteMeinProjekt" - OneDrive neu starten (über das Cloud-Symbol im Systemtray)
Der Ordner „MeinProjekt“ erscheint nun in eurem OneDrive-Ordner, die Daten stammen aber weiterhin von „D:Wichtige ProjekteMeinProjekt“. Jede Änderung wird automatisch in die Cloud synchronisiert.
Was hat sich 2024/2025 verändert?
Microsoft hat OneDrive in den letzten Jahren deutlich verbessert:
Files On-Demand ist Standard: Dateien werden nur bei Bedarf heruntergeladen, was Speicherplatz spart. Symbolische Links funktionieren auch mit diesem Feature.
Bessere Konfliktlösung: OneDrive erkennt Datei-Konflikte zuverlässiger und bietet elegante Lösungsoptionen.
Integrierte Ordner-Synchronisation: Seit 2024 könnt ihr in den OneDrive-Einstellungen auch direkt zusätzliche Ordner zur Synchronisation hinzufügen – allerdings nur auf derselben Festplatte.
KI-Integration: OneDrive nutzt Microsoft Copilot für intelligente Dateierkennung und -organisation.
Praktische Anwendungsfälle
Fotografen: Rohdaten bleiben auf der schnellen Arbeits-SSD, werden aber automatisch in OneDrive gesichert:
mklink /d "%userprofile%OneDriveRAW-Fotos" "D:FotografieRAW"
Entwickler: Projekt-Code synchronisieren, ohne das komplette Repository zu verschieben:
mklink /d "%userprofile%OneDriveCodeMeinApp" "C:DevProjekteMeinAppsrc"
Content Creator: Video-Projekte auf externer Festplatte, aber automatisches Backup:
mklink /d "%userprofile%OneDriveVideosProjekte" "E:VideoBearbeitungAktuelle Projekte"
Alternative: OneDrive-Ordner komplett verschieben
Seit Windows 10 könnt ihr den kompletten OneDrive-Ordner auf eine andere Festplatte verlegen:
- OneDrive-Einstellungen öffnen (Rechtsklick auf OneDrive-Symbol)
- „Konto“ → „Ordner wählen“
- „Synchronisierung beenden“ → „Ordner ändern“
- Neuen Pfad auswählen
Diese Methode eignet sich, wenn ihr grundsätzlich mehr Speicherplatz oder eine andere Festplatte nutzen wollt.
Wichtige Tipps und Fallstricke
Aufräumen: Symbolische Links löscht ihr mit rmdir "Pfad zum Link" – die ursprünglichen Daten bleiben erhalten.
Berechtigungen: Achtet darauf, dass OneDrive Zugriff auf die verlinkten Ordner hat. Bei Netzlaufwerken kann es Probleme geben.
Speicherplatz: Verlinkte Ordner zählen zum OneDrive-Kontingent. Plant entsprechend.
Backup-Strategie: Symbolische Links sind kein Ersatz für echte Backups, sondern eine Synchronisationshilfe.
Fazit: Flexibilität für Power-User
Obwohl OneDrive heute deutlich flexibler ist als früher, bleiben symbolische Links das mächtigste Werkzeug für individuelle Synchronisations-Setups. Besonders für Nutzer mit komplexeren Ordnerstrukturen oder speziellen Anforderungen sind sie unverzichtbar.
Die Technik funktioniert übrigens nicht nur mit OneDrive, sondern auch mit Google Drive, Dropbox und anderen Cloud-Diensten, die lokale Ordner synchronisieren. Ein universeller Trick also, der auch 2026 noch seinen Wert hat.
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026