Was ein Selfie ist, das weiß heute wohl jeder. Aber was bitte ist ein Ussie? Darunter versteht man ein Selfie mit mehreren Personen. Also „us“, englisch für wir – und ein „-sie“ hinten dran.
Ein Ussie ist also eine Gruppenaufnahme. Ein Begriff, den ihr nicht kennen müsst – kann aber auch nichts schaden, wenn ihr beim nächsten Insta-Post oder TikTok-Video richtig cool rüberkommen wollt.
Schwer zu sagen, wie oft heutzutage der Auslöser gedrückt wird, um ein Selbstporträt zu machen – ein Selfie entsteht. Allein auf Instagram werden täglich über 93 Millionen Selfies hochgeladen. Häufig seid ihr dabei aber nicht alleine, so dass der Begriff „Selfie“ eigentlich gar nicht wirklich stimmt. Aber was sollt ihr sonst sagen? „Ein Selfie von uns!“, zum Beispiel. Klingt aber uncool. Viel cooler hingegen ist der Begriff „Ussie“.
Der Begriff ussie, der manchmal auch „usie“ geschrieben wird, ist wohl zum ersten Mal im April 2013 aufgeschrieben worden, das zumindest hat Ben Zimmer festgestellt, der Chef von vocabulary.com und Sprachen-Kolumnist im Wall Street Journal.
Die Evolution der Gruppenselfies
Während 2013 noch experimentell mit Begriffen wie „Ussie“ gespielt wurde, hat sich die Selfie-Kultur längst professionalisiert. Heute gibt es unzählige Apps und Features, die speziell für Gruppenselfies entwickelt wurden. Instagram Stories, BeReal oder TikTok haben alle eigene Modi für perfekte Ussies.
Besonders spannend: Die KI-gestützten Kamera-Features moderner Smartphones erkennen automatisch, wenn mehrere Gesichter im Bild sind, und passen Belichtung sowie Fokus entsprechend an. Samsung, Apple und Google haben ihre Kameras mittlerweile so optimiert, dass Gruppenselfies deutlich besser gelingen als noch vor wenigen Jahren.
Vom Ussie zum Multi-Cam-Experience
Die neueste Generation von Smartphones geht noch einen Schritt weiter. Features wie „Director’s View“ bei Samsung oder „Cinematic Mode“ beim iPhone ermöglichen es, gleichzeitig mit mehreren Kameras zu filmen. So entstehen aus simplen Ussies kleine Produktionen mit verschiedenen Blickwinkeln.
Auch die sozialen Medien haben reagiert: TikToks „Duett“-Feature, Instagrams „Collab“-Posts oder Snapchats Gruppenstories machen aus einzelnen Ussies interaktive Erlebnisse. Der Begriff „Ussie“ wirkt da fast schon niedlich retro.
Psychologie hinter dem Gruppenphänomen
Forschungen zeigen, dass Ussies psychologisch anders wirken als Solo-Selfies. Sie vermitteln Zugehörigkeit und soziale Verbindung – wichtige Faktoren für unser Wohlbefinden. Gerade für die Generation Z sind gemeinsame Fotos oft wichtiger als perfekt inszenierte Einzelporträts.
Interessant auch: Ussies werden statistisch häufiger geteilt und bekommen mehr Likes. Der Grund liegt auf der Hand – mehr Personen im Bild bedeuten mehr potentielle Interaktionen durch Freunde und Familie.
Die Technik dahinter
Moderne Smartphones nutzen für Ussies komplexe Algorithmen. Die Gesichtserkennung identifiziert alle Personen, die KI berechnet den optimalen Bildausschnitt und sorgt für gleichmäßige Beleuchtung. Manche Geräte können sogar nachträglich einzelne Gesichter retuschieren, ohne andere zu beeinflussen.
Apples „Smart HDR“ oder Googles „Portrait Mode“ funktionieren bei Gruppenselfies mittlerweile genauso gut wie bei Einzelporträts. Das war 2013, als der Begriff „Ussie“ entstand, noch undenkbar.
Trends und Zukunft
Der nächste Schritt sind bereits 360°-Ussies und AR-Effekte, die alle Personen gleichzeitig erfassen. Meta (Facebook) arbeitet an Features, die aus Ussies automatisch kleine VR-Erlebnisse generieren.
Obwohl „Ussie“ linguistisch elegant ist, hat sich der Begriff nie wirklich durchgesetzt. Die meisten sagen immer noch „Gruppenselfie“ oder einfach „Gruppenfoto“. Aber hey – jetzt wisst ihr wenigstens, was gemeint ist, wenn doch mal jemand „Lass uns ein Ussie machen!“ vorschlägt.
Fazit
Von einem simplen Wortspiel 2013 bis zu KI-gestützten Multi-Cam-Aufnahmen 2026 – die Entwicklung ist beeindruckend. Der Begriff „Ussie“ mag nicht überlebt haben, aber das Phänomen dahinter ist wichtiger denn je. In einer zunehmend digitalen Welt sind gemeinsame Momente kostbar – und ein gutes Ussie hält sie für die Ewigkeit fest.
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

