Wohin mit alten Elektrogeräten, Handys und PCs?

von | 27.08.2014 | Tipps

Wer sich ein neues Smartphone, Tablet oder einen Computer kauft, behält das alte Gerät oft trotzdem. Mit der Zeit sammeln sich immer mehr ausrangierte Elektronik in Schubladen und Schränken – manche defekt, andere noch funktionsfähig. Doch wohin mit dem ganzen E-Schrott? Einfach in den Hausmüll gehören die Geräte definitiv nicht.

Die Entsorgung von Elektronikschrott hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Seit 2022 müssen auch kleinere Händler Altgeräte zurücknehmen, und die Rücknahmepflicht wurde erweitert. Gleichzeitig sind die Sicherheitsanforderungen beim Umgang mit alten Daten gestiegen.

Daten sicher löschen – der wichtigste erste Schritt

Bevor ihr ein Gerät entsorgt, müsst ihr unbedingt an die darauf gespeicherten Daten denken. Das gilt für Smartphones, Tablets, Laptops, aber auch für externe Festplatten und USB-Sticks. Ein einfaches Löschen reicht nicht aus – die Daten können oft wiederhergestellt werden.

Bei Smartphones solltet ihr vor der Entsorgung eine Werksreset durchführen und zusätzlich die Verschlüsselung aktivieren. Bei Android-Geräten findet ihr diese Option unter Einstellungen > Sicherheit, bei iPhones ist sie standardmäßig aktiviert. Für Festplatten gibt es spezielle Löschprogramme wie DBAN oder das in Windows integrierte „cipher“-Tool.

Gesetzliche Rückgabepflicht nutzen

Seit dem ElektroG3 von 2022 sind die Rückgabemöglichkeiten deutlich erweitert worden. Händler mit einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmetern müssen kleine Elektrogeräte (bis 25 cm) kostenlos zurücknehmen – auch ohne Neukauf. Bei größeren Geräten gilt die 1:1-Regel: Kauft ihr ein neues Gerät, muss der Händler das alte kostenlos entgegennehmen.

Online-Händler wie Amazon, MediaMarkt oder Otto sind ebenfalls zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet. Viele bieten mittlerweile sogar eine Abholung zu Hause an.

Apps und Online-Tools für die Standortsuche

Die Suche nach der nächsten Sammelstelle war früher mühsam. Heute helfen verschiedene digitale Lösungen:

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Die eSchrott-App gibt es weiterhin, wurde aber grundlegend überarbeitet. Sie zeigt nicht nur Sammelstellen, sondern auch aktuelle Öffnungszeiten und verfügbare Kapazitäten an. Alternativ könnt ihr die Website wertstoffhof.de nutzen, die ebenfalls eine umfassende Standortsuche bietet.

Neu ist auch der WEEE-Finder der Stiftung Elektro-Altgeräte Register, der alle offiziell registrierten Sammelstellen in Deutschland auflistet. Über eine Postleitzahlensuche findet ihr schnell die nächstgelegenen Abgabestellen.

Wiederverwertung vor Entsorgung

Bevor ihr zur Entsorgung schreitet, prüft die Wiederverwertungsmöglichkeiten. Viele noch funktionsfähige Geräte nehmen Sozialkaufhäuser, Repair-Cafés oder spezialisierte Händler wie rebuy oder momox entgegen. Smartphones können oft noch Jahre weiterleben, wenn sie an neue Besitzer weitergegeben werden.

Für defekte Geräte lohnt sich manchmal eine Reparatur. Das EU-weite „Recht auf Reparatur“ hat dazu geführt, dass Ersatzteile für neuere Geräte länger verfügbar bleiben müssen. Apps wie „Kaputt.de“ helfen bei der Suche nach Reparaturwerkstätten in eurer Nähe.

Wertvolle Rohstoffe nicht verschwenden

In Elektrogeräten stecken wertvolle Materialien: Ein Smartphone enthält über 30 verschiedene Metalle, darunter seltene Erden wie Indium oder Tantal. Fachgerechte Entsorgung ermöglicht es, diese Rohstoffe zurückzugewinnen und in neuen Geräten zu verwenden.

Die Recyclingquoten haben sich deutlich verbessert: Mittlerweile können bis zu 95% der Materialien aus alten Handys wiederverwendet werden. Aber nur, wenn sie den richtigen Weg in die Verwertung finden.

Unternehmen haben Sonderregelungen

Für Unternehmen gelten andere Regeln. Gewerblicher E-Schrott muss separat entsorgt werden, oft gegen Gebühr. Dafür gibt es spezialisierte Dienstleister, die auch die Datenlöschung nach IT-Grundschutz-Standards übernehmen. Viele bieten Zertifikate über die ordnungsgemäße Vernichtung an.

Fazit: Einfacher denn je

Die Entsorgung von Elektroschrott ist heute einfacher und bequemer als je zuvor. Dank erweiterter Rücknahmepflicht, verbesserter Apps und Online-Tools findet ihr schnell die passende Lösung. Wichtig ist nur: Plant die Datenvernichtung rechtzeitig ein und nutzt die kostenlosen Rückgabemöglichkeiten. So schützt ihr nicht nur die Umwelt, sondern auch eure persönlichen Daten.

Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026