Virtuelle Desktops sind längst Standard – Windows 11 und 10 haben sie eingebaut, macOS und Linux nutzen sie seit Jahren. Aber was ist mit älteren Windows-Systemen? Wer noch Windows 7, 8 oder sogar Windows Server 2016 einsetzt, muss nicht auf diese praktische Funktion verzichten. Mit dem kostenlosen Tool „Desktops“ von Microsoft Sysinternals holt ihr virtuelle Arbeitsplätze auch auf ältere Windows-Versionen.
Virtuelle Desktops sind echte Produktivitäts-Booster. Statt alle Programme und Fenster auf einem einzigen Desktop zu stapeln, könnt ihr eure Arbeit thematisch organisieren: Desktop 1 für E-Mails und Kommunikation, Desktop 2 für Entwicklung oder Bildbearbeitung, Desktop 3 für Recherche und Browser-Tabs. Das reduziert Ablenkung und sorgt für Ordnung im digitalen Chaos.
Das Sysinternals-Tool „Desktops“ ist zwar schon älter, funktioniert aber nach wie vor zuverlässig und wird von Microsoft weiterhin zum Download angeboten. Es unterstützt bis zu vier virtuelle Desktops und läuft problemlos auf Windows 7, 8, 8.1 und sogar Windows Server-Versionen.
Installation und Einrichtung von Desktops
- Ladet Desktops von der offiziellen Microsoft Sysinternals-Website herunter.
- Entpackt die ZIP-Datei in einen Ordner eurer Wahl – das Tool benötigt keine Installation.
- Startet Desktops.exe mit Administratorrechten (Rechtsklick → „Als Administrator ausführen“).
- Beim ersten Start könnt ihr das Häkchen bei „Run at startup“ setzen, damit das Tool automatisch mit Windows startet.
- Standardmäßig schaltet ihr mit [Alt]+[1], [Alt]+[2], [Alt]+[3] und [Alt]+[4] zwischen den vier virtuellen Desktops um.
- Alternativ klickt ihr auf das Desktops-Symbol im Systray (Benachrichtigungsbereich) und wählt den gewünschten Desktop.
Praktische Tipps für virtuelle Desktops
Die Tastenkombinationen lassen sich übrigens anpassen, falls sie mit anderen Programmen kollidieren. Dazu öffnet ihr die Desktops-Einstellungen über das Systray-Icon. Besonders nützlich: Jeder virtuelle Desktop merkt sich seinen Zustand auch nach einem Neustart, sofern ihr die Programme erneut öffnet.
Ein wichtiger Hinweis: Anders als bei modernen Windows-Versionen bleiben bei Desktops die Taskleiste und der Desktop-Hintergrund für alle vier virtuellen Arbeitsplätze gleich. Nur die laufenden Programme und Fenster wechseln. Das ist eine Einschränkung gegenüber den nativen virtuellen Desktops in Windows 10/11, aber für die meisten Anwendungsfälle völlig ausreichend.
Wann lohnt sich das Tool noch heute?
Obwohl Windows 7 seit 2020 keinen erweiterten Support mehr erhält, läuft es noch auf vielen Rechnern – besonders in Unternehmen mit spezieller Software oder älteren Systemen. Auch Windows 8.1 wird erst 2025 endgültig eingestellt. Für diese Systeme ist Desktops eine sinnvolle Ergänzung.
Besonders praktisch ist das Tool in Virtual Machines oder auf Servern, wo ihr remote arbeitet und eure Arbeitsbereiche organisieren wollt. Auch Entwickler, die noch auf älteren Windows-Versionen testen müssen, profitieren von der zusätzlichen Organisation.
Alternative Lösungen
Wer mehr Features braucht, findet mit Tools wie „VirtuaWin“ oder „Dexpot“ umfangreichere Alternativen. Diese bieten mehr Anpassungsmöglichkeiten, kosten aber teilweise Geld oder sind komplexer zu konfigurieren. Für die meisten Nutzer reicht das schlichte Desktops-Tool von Microsoft völlig aus.
Für alle, die noch auf älteren Windows-Versionen arbeiten müssen oder wollen: Probiert virtuelle Desktops aus. Nach einer kurzen Eingewöhnung möchtet ihr die zusätzliche Ordnung nicht mehr missen. Und das Beste: Das Tool stammt direkt von Microsoft und ist daher vertrauenswürdig und sicher.
Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

