SUMMEWENN: Excel-Werte nach Kriterium addieren

von | 20.01.2016 | Office

Summen lassen sich in Excel-Tabellen mit wenigen Klicks automatisch berechnen. Manchmal wollt ihr aber nicht sämtliche Werte eines Zell-Bereichs addieren, sondern nur solche, die eine bestimmte Bedingung erfüllen. Genau dafür gibt es die mächtige Funktion SUMMEWENN – ein echter Gamechanger für alle, die mit größeren Datenmengen arbeiten.

Die SUMMEWENN-Funktion ist eine der wichtigsten bedingten Formeln in Excel und wird von vielen Anwendern unterschätzt. Dabei kann sie euch enorm viel Zeit sparen, wenn ihr beispielsweise nur positive Umsätze, bestimmte Produktkategorien oder Werte über einem bestimmten Schwellenwert zusammenrechnen wollt.

So funktioniert SUMMEWENN: Die Parameter im Detail

Die Funktion SUMMEWENN hat zwei oder drei Parameter:

  1. Bereich (Prüfbereich): Hier gebt ihr den Zellbereich an, der auf die Bedingung geprüft werden soll.
  2. Kriterien: Die Bedingung, die erfüllt werden muss – das kann ein Wert, Text oder ein Vergleichsoperator sein.
  3. Summe_Bereich (optional): Falls die zu addierenden Werte in einem anderen Bereich stehen als die geprüften Werte, gebt ihr hier den Bereich an, der addiert werden soll.

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Praktische Beispiele für den Alltag

Mit der Formel =SUMMEWENN(A1:A10; ">0") werden alle Werte aus dem Bereich A1 bis A10 addiert, die größer als Null sind. Negative Werte werden dabei ignoriert – perfekt für Gewinn-Verlust-Rechnungen.

Weitere nützliche Beispiele:
=SUMMEWENN(B:B; ">=1000") addiert alle Werte in Spalte B, die mindestens 1000 betragen
=SUMMEWENN(C1:C20; "Verkauf") summiert alle Zellen, die exakt den Text „Verkauf“ enthalten
=SUMMEWENN(D:D; "0") addiert alle Werte ungleich Null

Der dritte Parameter: Wenn Prüfung und Summe getrennt sind

Besonders mächtig wird SUMMEWENN, wenn ihr den dritten Parameter nutzt. Angenommen, in Spalte A stehen Produktnamen und in Spalte B die dazugehörigen Umsätze. Mit =SUMMEWENN(A:A; "Laptop"; B:B) addiert ihr alle Umsätze, wo in Spalte A „Laptop“ steht.

Erweiterte Kriterien und Wildcards

Ihr könnt auch mit Wildcards arbeiten:
=SUMMEWENN(A:A; "GmbH"; B:B) summiert alle Werte, wo der Text „GmbH“ irgendwo im Zellinhalt vorkommt
=SUMMEWENN(A:A; "Kunde?"; B:B) findet alle Einträge wie „Kunde1“, „Kunde2“ etc. (? steht für genau ein Zeichen)

Datum und Zeiträume berücksichtigen

Für Datumsberechnungen ist SUMMEWENN ebenfalls ideal. Mit =SUMMEWENN(A:A; ">="&DATUM(2024;1;1); B:B) summiert ihr alle Werte ab dem 1. Januar 2024. Oder nutzt Zellbezüge: =SUMMEWENN(A:A; ">="&D1; B:B) wenn in D1 euer Startdatum steht.

SUMMEWENN vs. SUMMEWENNS: Wann braucht ihr was?

Für komplexere Abfragen mit mehreren Bedingungen gibt es seit Excel 2007 die Funktion SUMMEWENNS. Während SUMMEWENN nur eine Bedingung prüfen kann, erlaubt SUMMEWENNS beliebig viele Kriterien. Die Syntax ist etwas anders: Hier kommt der Summenbereich zuerst, dann folgen abwechselnd Prüfbereiche und Kriterien.

Häufige Fehler vermeiden

Achtet darauf, dass Textkriterien in Anführungszeichen stehen müssen. Zahlenvergleiche wie „>100“ brauchen ebenfalls Anführungszeichen. Bei Zellbezügen in Kriterien nutzt das &-Zeichen: =SUMMEWENN(A:A; ">"&C1; B:B)

Performance-Tipps für große Tabellen

Bei sehr großen Datenmengen solltet ihr konkrete Bereiche statt ganzer Spalten angeben (A1:A1000 statt A:A). Das beschleunigt die Berechnung erheblich. In Excel 365 und Excel 2021 sind die Berechnungen durch verbesserte Engines deutlich schneller geworden.

Alternative: Pivot-Tabellen für komplexe Auswertungen

Für sehr komplexe Datenanalysen sind Pivot-Tabellen oft die bessere Wahl. Sie bieten mehr Flexibilität und sind bei großen Datenmengen performanter. SUMMEWENN ist aber unschlagbar für schnelle, gezielte Abfragen in bestehenden Tabellen.

Die SUMMEWENN-Funktion ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der regelmäßig mit Excel arbeitet. Sie spart Zeit, reduziert Fehler und macht eure Tabellen dynamischer und aussagekräftiger.

Zuletzt aktualisiert am 10.04.2026