Wer in den Urlaub fährt, will trotzdem einen ordentlichen Internet-Zugang. Der ist aber gerade im Ausland nicht immer günstig oder verfügbar. Auch wenn die EU-Roaming-Verordnung innerhalb Europas für faire Preise sorgt, gibt es außerhalb der EU noch immer teure Roaming-Gebühren. Und auch mit dem Strom-Anschluss kann es Probleme geben – moderne Geräte brauchen schließlich Saft.
Internet unterwegs: Diese Optionen habt ihr
EU-Roaming: Innerhalb der EU könnt ihr euren deutschen Tarif meist ohne Aufpreis nutzen. Seit 2017 sind die Roaming-Gebühren weitgehend abgeschafft. Aber Vorsicht: Fair-Use-Grenzen gelten trotzdem, und manche Anbieter drosseln nach bestimmten Verbrauchsmengen.
eSIM für Weltreisende: Der Game-Changer für 2024/2025 sind eSIM-Anbieter wie Airalo, Holafly oder GigSky. Statt physischer SIM-Karten kauft ihr digitale Tarife direkt per App. Oft deutlich günstiger als Roaming und in Minuten aktiviert. Funktioniert aber nur mit eSIM-fähigen Smartphones (iPhone XS oder neuer, die meisten Android-Flaggschiffe ab 2020).
Lokale SIM-Karten: Fein raus ist nach wie vor, wer sich im Urlaubsland eine Prepaid-SIM besorgt. In vielen Ländern gibt es diese sogar am Flughafen oder in Supermärkten. Oft bekommt ihr dort deutlich mehr Datenvolumen für euer Geld als über Roaming.
Mobile Hotspots: Wer mit der ganzen Familie reist, kann sich einen mobilen WLAN-Hotspot mieten. Anbieter wie Traveltainment oder lokale Services bieten Geräte, die ihr am Flughafen abholt und nach dem Urlaub zurückgebt.
Power-Probleme lösen: Mehr als nur Adapter
Beim Thema Strom hat sich einiges getan. Zudem solltet ihr auch einen Blick auf die Steckdosen werfen. Funktioniert das eigene Netzteil-Kabel dort überhaupt? Eventuell ist ein Adapter nötig. Den gibt es im gut sortierten Handel als „World Adapter“ oder „Reise-Stecker“ für um die 10 Euro. Eine sinnvolle Investition.
Aber es geht um mehr als nur die Steckdose: USB-C Power Delivery hat die Welt der Reise-Ladegeräte revolutioniert. Ein einziges 65-100 Watt GaN-Ladegerät (Galliumnitrid – deutlich kleiner als alte Netzteile) kann heute Smartphone, Tablet, Laptop und sogar kleine Kameras laden. Anker, Baseus und RAVPower bieten kompakte Alleskönner mit austauschbaren Stecker-Aufsätzen.
Powerbanks: 2026 sind 20.000 mAh-Powerbanks mit 100W-Ausgang Standard. Damit ladet ihr auch Laptops unterwegs. Wichtig: Im Flugzeug sind maximal 100 Wh (etwa 27.000 mAh) erlaubt, und die Powerbank muss ins Handgepäck.
Neue Herausforderungen 2026
Starlink für Reisende: Elon Musks Satelliten-Internet gibt es mittlerweile als „Starlink Roam“ für Wohnmobile und Boote. Teuer, aber in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunk unschlagbar.
WiFi 7 und 6E: Viele Hotels rüsten auf die neuen WLAN-Standards um. Eure Geräte sollten mindestens WiFi 6 unterstützen, um die volle Geschwindigkeit zu nutzen.
Faltbare Solar-Panels: Für Outdoor-Abenteurer gibt es mittlerweile faltbare 20-30 Watt Solarpanels, die Powerbanks auch abseits der Zivilisation wieder aufladen.
Sicherheit nicht vergessen
Hotel-WLAN und öffentliche Hotspots sind praktisch, aber nicht sicher. Ein VPN-Dienst (NordVPN, Surfshark, ProtonVPN) verschlüsselt euren Traffic. Viele sind mittlerweile so günstig, dass sie sich auch für Gelegenheitsnutzer lohnen.
Tipp: Aktiviert die Hotspot-Funktion eures Smartphones nur bei Bedarf und mit starkem Passwort. Moderne iPhones und Android-Geräte können mehrere Geräte gleichzeitig versorgen.
Das gehört 2026 ins Reise-Tech-Kit
- Universal-Ladegerät mit GaN-Technologie und Länder-Adaptern
- Powerbank (20.000+ mAh mit USB-C PD)
- Kurze, hochwertige Kabel (USB-C zu USB-C, Lightning, eventuell Micro-USB)
- eSIM-App auf dem Smartphone installiert
- VPN-Abo für sicheres Surfen
- Backup der wichtigsten Apps offline verfügbar
Die gute Nachricht: Vernetzt bleiben wird immer einfacher und oft auch günstiger. Die schlechte: Ohne ein bisschen Vorbereitung tappt ihr trotzdem in teure Fallen oder steht mit leeren Akkus da.
Zuletzt aktualisiert am 08.04.2026

