Das klassische Paint hat Windows-Nutzer jahrzehntelang begleitet – als einfaches, aber begrenztes Zeichenprogramm. Microsoft hat mit Paint 3D eine deutlich mächtigere Alternative entwickelt, die ursprünglich für Windows 10 konzipiert wurde und inzwischen fest zum System gehört.
Mit Paint 3D könnt ihr dreidimensionale Objekte erstellen, bearbeiten und in eure 2D-Kunstwerke integrieren. Das Tool richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an fortgeschrittene Nutzer und funktioniert gleichermaßen gut mit Maus, Touchscreen oder Eingabestift.
Funktionen von Paint 3D im Detail
Paint 3D bietet verschiedene Werkzeuge für die 3D-Gestaltung. Ihr könnt aus vorgefertigten 3D-Objekten wählen oder eigene Formen erstellen. Besonders praktisch: 2D-Zeichnungen lassen sich mit wenigen Klicks in 3D-Objekte umwandeln.
Die Benutzeroberfläche ist intuitiv gestaltet. Links findet ihr die Werkzeugleiste mit Pinseln, Formen und 3D-Objekten. Rechts seht ihr die Eigenschaften des ausgewählten Elements. Die Kamera lässt sich frei um das 3D-Objekt bewegen, sodass ihr aus allen Winkeln arbeiten könnt.
Mixed Reality und 3D-Integration
Ein besonderes Feature ist die Mixed Reality-Unterstützung. Eure 3D-Kreationen könnt ihr in reale Umgebungen einbetten und mit der Webcam fotografieren. Das Ergebnis wirkt, als würden die digitalen Objekte tatsächlich in eurem Wohnzimmer stehen.
Die Integration in andere Microsoft-Anwendungen funktioniert reibungslos. 3D-Objekte aus Paint 3D lassen sich direkt in PowerPoint-Präsentationen oder Word-Dokumente einfügen und dort weiter bearbeiten.
Remix 3D Community
Microsoft betrieb lange Zeit die Online-Plattform „Remix 3D“, wo Nutzer ihre Kreationen teilen konnten. Diese Community wurde 2022 eingestellt, aber die 3D-Objekte sind weiterhin über andere Plattformen verfügbar. Alternativ könnt ihr 3D-Modelle von Websites wie Thingiverse oder MyMiniFactory importieren.
Technische Voraussetzungen
Paint 3D läuft auf Windows 10 und Windows 11. Die Hardware-Anforderungen sind moderat – ein moderner Prozessor und mindestens 4 GB RAM reichen aus. Für komplexere 3D-Szenen empfiehlt sich eine dedizierte Grafikkarte.
Das Programm ist kostenlos und wird über den Microsoft Store installiert. Updates erfolgen automatisch, sodass ihr immer die neueste Version nutzt.
Alternativen und Ausblick
Während Paint 3D weiterhin verfügbar ist, hat Microsoft die aktive Entwicklung reduziert. Für professionelle 3D-Arbeit bieten sich Programme wie Blender (kostenlos) oder Autodesk Fusion 360 an. Für einfache Projekte bleibt Paint 3D aber eine solide Wahl.
Microsoft konzentriert sich inzwischen stärker auf KI-basierte Kreativtools. Das neue Cocreator-Feature in Paint (nicht Paint 3D) nutzt künstliche Intelligenz zur Bilderzeugung. Ob Paint 3D ähnliche KI-Features erhält, ist noch unklar.
Praktische Anwendungen
Paint 3D eignet sich hervorragend für Schulprojekte, Präsentationen und kreative Hobbys. Lehrer nutzen es im Kunstunterricht, um Schülern 3D-Konzepte zu vermitteln. Auch für einfache Produktvisualisierungen oder Prototyping ist es geeignet.
Die Exportfunktionen unterstützen gängige Formate wie 3MF, FBX und GLB. Eure Kreationen könnt ihr also auch in anderen 3D-Programmen weiterbearbeiten oder für 3D-Druck vorbereiten.
Fazit: Noch immer kostenlos verfügbar
Paint 3D bleibt eine interessante Option für 3D-Einsteiger. Die Software ist kostenlos, einfach zu bedienen und in Windows integriert. Wer professionelle 3D-Arbeit plant, sollte allerdings zu spezialisierter Software greifen. Für Experimente und einfache Projekte ist Paint 3D aber nach wie vor eine gute Wahl.
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026

