Über die Cloud lassen sich größere Dokumente einfacher an Empfänger senden als per E-Mail-Anlage. Das Problem: Stellt man solche Dateien in den eigenen Cloud-Speicher, belegen sie dort nur unnötig Platz und kosten womöglich Geld.
Praktischer sind Internet-Dienste, über die sich Dateien hochladen und dann per Link verschicken lassen – meist ohne Registrierung. Diese temporären Transfer-Services haben sich zu einer bewährten Alternative entwickelt.
WeTransfer bleibt der Platzhirsch
Ein bewährter Dienst ist WeTransfer, erreichbar unter www.wetransfer.com. Der niederländische Anbieter hat sein kostenloses Angebot auf bis zu 2 GB pro Transfer begrenzt – früher waren es noch 10 GB. Für größere Dateien bis 200 GB braucht ihr die kostenpflichtige Pro-Version für etwa 12 Euro monatlich.
Die Handhabung ist denkbar einfach: Dateien hochladen, E-Mail-Adresse des Empfängers eingeben, fertig. Die Links bleiben eine Woche aktiv, dann werden die Dateien automatisch gelöscht. Praktisch ist die neue Funktion „WeTransfer Collect“, mit der andere euch Dateien zusenden können.
Alternative Services mit mehr Features
SendGB erlaubt kostenlos bis zu 5 GB und behält Dateien 90 Tage lang. Besonders praktisch: Keine E-Mail-Adresse erforderlich – der generierte Link kann frei geteilt werden. Premium-Nutzer bekommen unbegrenzte Uploads.
Firefox Send wurde zwar eingestellt, aber Send Anywhere füllt die Lücke perfekt. Hier lassen sich bis zu 10 GB kostenlos versenden, wahlweise per Link oder 6-stelligem Code. Die Dateien bleiben 48 Stunden verfügbar.
Dropbox Transfer ist ideal für Business-Nutzer. Kostenlos bis 100 MB, mit Dropbox Plus bis 2 GB. Die Integration ins Dropbox-Ökosystem macht es besonders komfortabel für bestehende Nutzer.
Sicherheit geht vor
Bei der Auswahl solltet ihr auf Datenschutz achten. SwissTransfer vom schweizerischen Anbieter Infomaniak bietet bis zu 50 GB kostenlos und löscht Dateien nach 30 Tagen. Die Schweizer Datenschutzgesetze sind strenger als anderswo.
Tresorit Send setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, begrenzt kostenlose Transfers aber auf 5 GB. Für sensible Daten ist das jedoch die sicherste Option.
Tipps für den Alltag
Komprimiert große Dateien vor dem Upload – das spart Zeit und Bandbreite. Programme wie 7-Zip oder WinRAR reduzieren oft die Dateigröße erheblich. Bei Videos kann eine Konvertierung in moderne Codecs wie H.265 Wunder wirken.
Achtet auf die Upload-Geschwindigkeit eurer Internetverbindung. Eine 5-GB-Datei braucht bei 10 Mbit/s Upload rund eine Stunde. Plant entsprechend Zeit ein oder nutzt eine schnellere Verbindung.
Grenzen kennen
Die meisten Dienste haben Beschränkungen: Download-Limits, Speicherdauer oder geografische Sperren. Lest die Nutzungsbedingungen, besonders bei geschäftlicher Nutzung. Manche Firmen untersagen das Hochladen über solche Services.
Für regelmäßige große Transfers lohnt sich oft ein kostenpflichtiger Account. Die erweiterten Features wie Passwort-Schutz, längere Speicherdauer und größere Limits rechtfertigen meist die Kosten.
Die Zukunft der Dateiübertragung
Neue Standards wie WebRTC ermöglichen direkte Browser-zu-Browser-Übertragungen ohne Server-Upload. Services wie Snapdrop nutzen das bereits für lokale Netzwerke. Bald könnten auch große Dateien direkt zwischen Geräten wandern – schneller und privater als bisherige Lösungen.
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026

