Wenn es um die Bearbeitung großer Dokumente mit vielen Seiten geht, muss man oft an mehreren Stellen gleichzeitig am Inhalt arbeiten. Anstelle ständig von einer Stelle zu einer anderen zu springen, können Word-Nutzer auch einen einfachen Trick anwenden und zwei Fenster für die gleiche Datei öffnen.
Damit sich ein Word-Dokument in zwei Fenstern bearbeiten lässt, führt man die folgenden Schritte aus:
- Als Erstes wird das betreffende Dokument geöffnet, etwa über den Explorer.
- Jetzt oben im Menü auf Ansicht klicken.
- Hier findet sich unter anderem auch die Funktion Neues Fenster.
- Nachdem man sie aufgerufen hat, funktioniert das zweite Fenster unabhängig vom ersten. So kann man wahlweise auch an eine andere Stelle im Dokument navigieren, zum Beispiel ein anderes Kapitel.
Warum diese Funktion so wertvoll ist
Diese Zwei-Fenster-Ansicht ist besonders nützlich bei umfangreichen Dokumenten wie Diplomarbeiten, Berichten oder Handbüchern. Stellt euch vor, ihr arbeitet an einem 100-seitigen Dokument und müsst ständig zwischen der Einleitung und dem Fazit hin- und herspringen, um sicherzustellen, dass beide Teile inhaltlich zusammenpassen. Mit der Zwei-Fenster-Ansicht könnt ihr beide Bereiche gleichzeitig sehen und bearbeiten.
Profitipps für die Praxis
Die Zwei-Fenster-Funktion lässt sich noch effizienter nutzen, wenn ihr beide Fenster nebeneinander anordnet. In Windows könnt ihr dafür die Windows-Taste + Pfeiltaste nutzen, um die Fenster automatisch an den Bildschirmrand zu docken. Bei größeren Monitoren oder bei der Arbeit mit zwei Bildschirmen entfaltet diese Methode ihr volles Potenzial.
Besonders praktisch: Alle Änderungen werden in Echtzeit synchronisiert. Was ihr in einem Fenster ändert, erscheint sofort auch im anderen. Das gilt auch für die Suchen-und-Ersetzen-Funktion, die in beiden Fenstern parallel läuft.
Alternative: Die geteilte Ansicht
Neben der Zwei-Fenster-Lösung bietet Word auch eine geteilte Ansicht an. Diese findet ihr ebenfalls im Ansicht-Menü unter „Teilen“. Der Unterschied: Hier wird das Dokument innerhalb eines einzigen Fensters horizontal geteilt. Diese Variante eignet sich gut, wenn ihr mit einem kleineren Bildschirm arbeitet oder nicht zwischen verschiedenen Fenstern wechseln möchtet.
Die geteilte Ansicht hat aber einen Nachteil: Beide Hälften zeigen immer das gleiche Dokument mit derselben Zoom-Stufe und Formatierung. Bei der Zwei-Fenster-Methode könnt ihr dagegen in jedem Fenster unterschiedliche Zoom-Stufen, Ansichten und sogar verschiedene Bereiche der Navigationsleiste verwenden.
Kompatibilität und Updates
Die Zwei-Fenster-Funktion funktioniert in allen aktuellen Word-Versionen, einschließlich Microsoft 365, Word 2021 und Word 2019. Auch in der Web-Version von Word ist diese Funktion verfügbar, allerdings mit leicht unterschiedlicher Menüführung. In Word für Mac findet ihr die Option unter „Fenster“ > „Neues Fenster“.
Arbeiten mit Kommentaren und Änderungsverfolgung
Besonders interessant wird die Zwei-Fenster-Ansicht bei der Verwendung von Kommentaren und der Änderungsverfolgung. Ihr könnt in einem Fenster das saubere Dokument betrachten, während im anderen alle Kommentare und Änderungen sichtbar sind. Das erleichtert die Überarbeitung von Dokumenten im Team erheblich.
Performance und Grenzen
Bei sehr großen Dokumenten (über 500 Seiten) oder bei schwächerer Hardware kann die Zwei-Fenster-Ansicht die Performance beeinträchtigen. Word muss dann das gesamte Dokument doppelt im Arbeitsspeicher vorhalten. In solchen Fällen ist die geteilte Ansicht die bessere Wahl.
Integration in den Workflow
Viele Profi-Autoren und Redakteure nutzen die Zwei-Fenster-Funktion als Standard-Arbeitsweise. Kombiniert mit der Gliederungsansicht in einem der Fenster und der normalen Seitenlayout-Ansicht im anderen, entsteht ein effizienter Workflow für die Bearbeitung strukturierter Texte.
Die Funktion eignet sich auch hervorragend für Übersetzungsarbeiten: Das Original in einem Fenster, die Übersetzung im anderen – allerdings müsst ihr dafür zwei separate Dateien verwenden.
Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026

