Linux: Mehrere Dateien umbenennen

von | 01.02.2017 | Linux

Das Umbenennen einzelner Dateien und Dokumente ist über den Datei-Manager schnell erledigt. Wer aber mehrere ähnlich benannte Bilder oder sonstige Dateien in einem Rutsch mit einem neuen Namen versehen möchte, greift am besten zur Shell.

Beispiel: In einem Ordner liegen Dateien mit den Namen datei1.doc, datei2.doc, datei3.doc. Nach dem Umbenennen sollen sie Dokument-1.doc, Dokument-2.doc und Dokument-3.doc heißen.

Dazu kann ein einzelner Befehl genutzt werden, der wie folgt lautet:

rename ’s/datei/Dokument-/‘ *.doc [Enter]

Das rename-Kommando verstehen

Der rename-Befehl funktioniert mit regulären Ausdrücken (Regex). Das ’s/‘ am Anfang steht für „substitute“ (ersetzen), gefolgt vom zu suchenden Begriff, einem Schrägstrich, dem Ersetzungstext und abschließend wieder einem Schrägstrich. Das *.doc am Ende sorgt dafür, dass nur Dateien mit der Endung .doc bearbeitet werden.

Erweiterte Anwendungsbeispiele

Dateiendungen ändern:
Von .jpeg zu .jpg:
rename ’s/.jpeg$/.jpg/‘ *.jpeg

Leerzeichen durch Unterstriche ersetzen:
rename ’s/ /_/g‘ *

Das ‚g‘ am Ende steht für „global“ und ersetzt alle Vorkommen, nicht nur das erste.

Großschreibung ändern:
Alles in Kleinbuchstaben:
rename ‚y/A-Z/a-z/‘ *

Präfix hinzufügen:
Vor jeden Dateinamen „backup_“ setzen:
rename ’s/^/backup_/‘ *

Suffix entfernen:
Zum Beispiel „_old“ am Dateinamen entfernen:
rename ’s/_old//‘ *

Alternative: mmv für komplexere Operationen

Für noch flexiblere Umbenennungen gibt es das Tool mmv (mass move). Zuerst installieren:
sudo apt install mmv

Beispiel für die Nutzung:
mmv „IMG_*.jpg“ „Foto_#1.jpg“

Das #1 steht für den ersten Platzhalter (*) und übernimmt dessen Wert.

Moderne Alternativen

Mit find und mv:
Für sehr spezifische Anwendungen:
find . -name „*.txt“ -exec mv {} {}.backup ;

Mit Bash-Schleifen:

for file in *.jpg; do
    mv "$file" "Bild_$(basename "$file" .jpg).jpeg"
done

GUI-Tools für Ubuntu/Debian:
pyRenamer: Grafische Oberfläche für Batch-Umbenennungen
GPRename: Einfaches Tool mit Vorschau-Funktion
Thunar Bulk Rename: Integriert in den Thunar Dateimanager

Sicherheitstipps

Vorher testen: Mit dem Parameter -n könnt ihr eine Vorschau anzeigen lassen:
rename -n ’s/alt/neu/‘ *

Backup erstellen: Bei wichtigen Dateien vorher eine Sicherungskopie anlegen.

Schritt für Schritt: Bei komplexen Umbenennungen lieber mehrere einfache Schritte als einen komplexen Befehl.

Troubleshooting

„Command not found“: Auf manchen Distributionen heißt der Befehl perl-rename oder prename. Alternativ installieren:
sudo apt install rename

Spezielle Zeichen: Bei Dateien mit Leer- oder Sonderzeichen Anführungszeichen verwenden:
rename ’s/alter name/neuer_name/‘ „*“

Rekursiv arbeiten: Um auch Unterordner zu bearbeiten, kombiniert rename mit find:
find . -name „*.txt“ -exec rename ’s/alt/neu/‘ {} ;

Fazit

Das Umbenennen mehrerer Dateien über die Kommandozeile spart enorm viel Zeit. Der rename-Befehl mit regulären Ausdrücken ist dabei das mächtigste Werkzeug. Mit etwas Übung werden auch komplexe Umbenennungsoperationen zum Kinderspiel. Für Einsteiger gibt es grafische Alternativen, die denselben Komfort bieten, aber intuitiver zu bedienen sind.

Zuletzt aktualisiert am 04.04.2026