Paint ist tot, lang lebe Paint! Die Meldung vom Ende des Microsoft-Klassikers sorgte 2017 für Aufruhr – doch die Geschichte nahm überraschende Wendungen. Hier der aktuelle Stand und was ihr über die Paint-Evolution wissen müsst.
2017 verkündete Microsoft das vermeintliche Ende von Paint und stufte das Kultprogramm als „deprecated“ ein. Die Ankündigung löste einen wahren Shitstorm aus – Millionen Nutzer protestierten gegen das Aus ihres geliebten Malprogramms. Microsoft ruderte schnell zurück: Paint blieb in Windows, wird aber seitdem nicht mehr aktiv weiterentwickelt.
Paint 3D als gescheiterter Nachfolger
Stattdessen setzte Microsoft voll auf Paint 3D – ein ambitioniertes Projekt, das 3D-Modellierung für Jedermann bringen sollte. Das Tool kam 2017 mit großem Tamtam, konnte aber nie überzeugen. Die Bedienung war umständlich, die 3D-Features überforderten Gelegenheitsnutzer, und die klassischen 2D-Funktionen waren schlechter als im Original. 2021 war dann Schluss: Microsoft stellte Paint 3D ein und entfernte es aus neuen Windows-Installationen.
Die Renaissance: Paint wird KI-Tool
Doch 2023 erlebte Paint eine unerwartete Renaissance. Microsoft begann, KI-Features zu integrieren – zunächst mit „Cocreator“, einem Tool zum KI-gestützten Bildgenerieren. Nutzer können jetzt Textprompts eingeben und Paint erstellt passende Grafiken. Die Funktion nutzt DALL-E-Technologie und macht Paint plötzlich wieder relevant.
2024 und 2025 folgten weitere KI-Updates: „Paint Layers“ für professionelleres Arbeiten, verbesserte Pinsel mit KI-Glättung und „Magic Eraser“ zum intelligenten Entfernen von Objekten. Aus dem Steinzeit-Tool wurde ein modernes, KI-gestütztes Grafikprogramm.
Nostalgie trifft Moderne
Paint war tatsächlich von Anfang an dabei – seit Windows 1.0 von 1985. Damals waren Malprogramme revolutionär, erstmals konnten Heimanwender am Computer zeichnen. Die Bitmap-Grafiken sahen pixelig aus, aber das war egal. Paint demokratisierte digitale Kunst.
Die Community blieb dem Tool treu: Künstler wie Pat Hines erschufen mit Paint Meisterwerke wie eine pixelperfekte Mona Lisa. YouTuber zeigten, wie sich mit Geduld und Geschick erstaunliche Ergebnisse erzielen lassen. Diese Videos gingen viral und bewiesen: Limitation fördert Kreativität.
Paint vs. moderne Konkurrenz
Natürlich können professionelle Tools wie Affinity Photo, Photoshop oder kostenlose Alternativen wie GIMP deutlich mehr. Sie bieten Ebenen, Filter, Vektorunterstützung und unzählige Plugins. Aber Paint hat einen entscheidenden Vorteil: Einfachheit.
Jedes Kind kann Paint bedienen, ohne Tutorial oder Einarbeitung. Die Werkzeuge sind selbsterklärend, die Bedienung intuitiv. Für schnelle Skizzen, einfache Bildbearbeitung oder Memes ist Paint oft die beste Wahl.
Die Zukunft von Paint
Microsoft investiert wieder in Paint – allerdings gezielt in KI-Features. Das Programm wird zur Testplattform für neue Technologien, die später in professionelle Tools wandern könnten. Gerüchte sprechen von geplanten Features wie KI-Colorierung von Schwarz-Weiß-Bildern und intelligenter Stilübertragung.
Gleichzeitig bleibt Paint bewusst einfach. Microsoft hat verstanden: Die Stärke liegt nicht in Komplexität, sondern in Zugänglichkeit. Paint ist das digitale Äquivalent zu Buntstiften – jeder kann sofort loslegen.
Fazit: Paint lebt weiter
Das vermeintliche Ende von Paint 2017 war ein Missverständnis. Das Tool ist quicklebendig und relevanter denn je. Die KI-Integration macht es zu einem spannenden Hybrid aus Nostalgie und Innovation. Paint zeigt: Manchmal gewinnt Einfachheit über Komplexität.
Ob ihr Paint für schnelle Screenshots bearbeitet, Memes erstellt oder mit KI experimentiert – der Klassiker bleibt ein fester Bestandteil von Windows. Und das ist auch gut so. Manche Dinge sollten einfach nie verschwinden.
Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026

