Microsoft baut die Microsoft 365-Abos um – und das hat ganz konkrete Folgen für alle, die OneDrive intensiv nutzen. Statt wie bisher 1 TB pro Person gibt es künftig einen gemeinsamen Speicher-Pool für alle berechtigten Nutzer eines Abos. Im Gegenzug bietet Microsoft den Zugang zu Copilot und weiteren KI-Funktionen – allerdings nur für den Abonnementinhaber selbst.
Klingt erstmal nach einem fairen Deal: weniger Speicher, dafür mehr KI. In der Praxis trifft die Umstellung aber vor allem Familien, die OneDrive heute wirklich voll ausnutzen. Ich zeige euch, was sich konkret ändert, wer profitiert, wer handeln sollte – und welche Optionen ihr habt, wenn euch der neue Pool zu klein wird.
Was ändert sich beim OneDrive-Speicher in Microsoft 365?
Bei Microsoft 365 Family und Microsoft 365 Premium galt bisher: Jede Person im Abo bekommt 1 TB OneDrive-Speicher – bei Family also theoretisch bis zu 6 TB insgesamt. Diese Logik kippt Microsoft nun. Für neue Abonnements ab dem 8. Oktober gilt bereits ein gemeinsamer Speicherpool von 2 TB, der sich alle berechtigten Nutzer des Abos teilen. Bestehende Abonnements werden bei ihrer Verlängerung ab dem 2. Mai 2027 auf das neue Modell umgestellt.
Laut offizieller Microsoft-Support-Seite zu den Speicheränderungen umfasst dieser gemeinsame Pool künftig 2 TB, die sich alle Abo-Mitglieder teilen. Die bisherige Rechnung „ein Nutzer = ein Terabyte“ entfällt also.
Gleichzeitig integriert Microsoft seine KI-Funktionen stärker in die Premium-Abonnements. Copilot und verwandte Features stehen dabei allerdings ausschließlich dem Abonnementinhaber zur Verfügung und können nicht mit anderen Familienmitgliedern geteilt werden. Microsoft positioniert das Paket damit stärker als KI-Produkt und weniger als reinen Cloud-Speicher.
Wichtig: Die Änderung betrifft die Zuteilungslogik, nicht automatisch eure vorhandenen Dateien. Wer heute schon viel in OneDrive liegen hat, verliert nicht von einem Tag auf den anderen Daten – aber die Spielregeln, wie viel Platz künftig zur Verfügung steht, verschieben sich spürbar.
Für wen lohnt sich die OneDrive-Änderung – und wer verliert Speicher?
Die neue Pool-Logik ist für viele Haushalte gar nicht so schlecht. Single-Nutzer mit Family-Abo (ja, das gibt es) hatten vorher ohnehin nur 1 TB wirklich im Zugriff – mit 2 TB im Pool bekommen sie sogar mehr Speicher. Auch Paare oder kleine Haushalte, die zusammen deutlich unter 2 TB liegen, merken keinen Nachteil.
Richtig unangenehm wird es für klassische Family-Haushalte, die den bisherigen Vorteil voll ausgereizt haben: Fotobibliotheken der Eltern, Schul- und Studienunterlagen der Kinder, Backups vom Smartphone, dazu vielleicht noch die Videosammlung – da waren vier oder fünf Terabyte schnell zusammen. Dieser Komfort ist mit dem Pool von 2 TB vorbei.
Für den Abonnementinhaber selbst gibt es mit dem Premium-Paket erweiterten Copilot-Zugang in Word, Excel und Outlook – ein Mehrwert für alle, die KI-gestützte Produktivitätsfunktionen im Alltag nutzen möchten. Andere Familienmitglieder profitieren davon allerdings nicht, da die KI-Features nicht teilbar sind.
Wie viel OneDrive-Speicher nutzt ihr? So prüft ihr euer Kontingent
Bevor ihr in Aktionismus verfallt: Verschafft euch zuerst einen Überblick, wie viel Speicher in eurem Haushalt tatsächlich belegt ist. Microsoft zeigt den aktuellen Verbrauch pro Konto im OneDrive-Webinterface unter den Speichereinstellungen an.
Prüft dabei konkret:
- Wie viele GB belegt jedes Familienmitglied aktuell?
- Liegen die größten Brocken bei Fotos, Videos oder alten Backups?
- Gibt es Duplikate, etwa die gleichen Urlaubsfotos auf mehreren Konten?
- Werden Smartphone-Kamera-Uploads automatisch in OneDrive gesichert – und braucht ihr das wirklich?
Oft lässt sich mit zwei, drei Stunden Aufräumen erstaunlich viel Platz zurückgewinnen. Alte Projekt-Ordner, nie wieder angeschaute Videos, doppelte Downloads – das summiert sich. Und mal ehrlich: Wer scrollt schon durch Fotos aus 2014?
Was tun, wenn der OneDrive-Speicher nicht ausreicht? Eure Optionen
Reicht der neue 2-TB-Pool für euren Haushalt absehbar nicht, habt ihr grundsätzlich drei Wege. Erstens: Zusätzlichen OneDrive-Speicher dazubuchen. Microsoft bietet Erweiterungspakete an, die ihr an das bestehende Abo koppeln könnt. Das ist bequem, kostet aber dauerhaft extra.
Zweitens: Daten gezielt auslagern. Fotos und Videos lassen sich sehr gut auf einer externen Festplatte oder einem NAS im eigenen Netzwerk sichern. Das ist einmalige Investition statt monatlicher Gebühr – und ihr behaltet die volle Datenhoheit. Gerade in Sachen Datenschutz ist das für viele deutsche Haushalte das überzeugendere Modell.
Drittens: Dienste trennen. Nicht alles muss in OneDrive liegen. Fotos können bei einem spezialisierten Fotodienst besser aufgehoben sein, Dokumente in OneDrive bleiben, Backups laufen separat. Diese Trennung macht die Datenhaltung übersichtlicher und reduziert die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter.
Ein wichtiger Hinweis: Falls ihr euren Speicher künftig überschreitet, drohen laut Microsoft Einschränkungen – OneDrive wechselt dann in einen eingeschränkten Modus, in dem neue Uploads blockiert sein können. Wartet also nicht, bis die Warnmeldung kommt, sondern plant frühzeitig.
OneDrive-Speicher 2026: So bereitet ihr euch auf die Änderung vor
Microsoft verschiebt mit der Umstellung die DNA von Microsoft 365: weg vom großzügigen Cloud-Speicher-Angebot, hin zum KI-Produktivitätspaket. Für Nutzer, die vor allem wegen des Terabytes pro Kopf abonniert haben, ist das ein Rückschritt. Für alle, die KI-Funktionen in Word, Excel und Outlook im Alltag einsetzen wollen, ein Fortschritt.
Mein Rat: Nehmt die Änderung als Anlass, eure Cloud-Strategie zu überdenken. Prüft, wie viel Speicher ihr wirklich braucht, räumt auf, trennt wichtige von unwichtigen Daten – und entscheidet dann bewusst, ob Microsoft 365 für euch weiter das richtige Paket ist oder ob eine Kombination aus günstigerem Abo plus eigenem Speicher besser passt. Blind weiterzahlen war selten eine gute Idee.
Quellen und Prüfstand
- Offizielle Quelle: Zmiany dotyczące magazynu platformy Microsoft 365 | Microsoft Support (support.microsoft.com)
Faktenprüfung: Alle überprüfbaren Aussagen wurden am 14.10.2026 automatisiert gegen die offiziellen Primärquellen abgeglichen. Stand des Artikels: 14.10.2026.