Browser-Suchanfragen umleiten: Bye bye Bing, hallo Datenschutz

von | 20.08.2015 | Windows

Die Zeiten von Cortana und alten Browser-Tricks sind längst vorbei – aber das Problem bleibt bestehen: Auch 2026 leitet euer System manchmal Suchanfragen an ungewünschte Suchmaschinen weiter. Während Microsoft seine KI-gestützte Copilot-Suche in Windows 11 und Edge forciert, gibt es elegante Wege, alle Suchanfragen zu eurer bevorzugten Suchmaschine umzuleiten.

Das klassische Chrometana-Addon ist Geschichte, aber moderne Browser-Extensions bieten deutlich mehr Funktionen. Aktuelle Tools wie „Search Deflector“ für Windows oder Browser-eigene Einstellungen ermöglichen es, Systemsuchanfragen komplett zu kontrollieren.

Moderne Alternativen zu Chrometana

Seit Chrome 120 (Herbst 2025) könnt ihr in den Browser-Einstellungen unter „Suchmaschinen“ eine globale Umleitung konfigurieren. Öffnet chrome://settings/searchEngines und aktiviert „Systemanfragen abfangen“. Hier stehen mittlerweile über ein Dutzend Suchmaschinen zur Auswahl:

  • Google (Standard)
  • DuckDuckGo (Datenschutz-Fokus)
  • Startpage (anonymisierte Google-Suche)
  • Brave Search (unabhängiger Index)
  • Searx (Open-Source)
  • Kagi (Premium-Suche ohne Werbung)
  • Perplexity (KI-gestützte Antworten)
  • You.com (personalisierbare KI-Suche)

Windows 11 Copilot umgehen

Microsoft drängt Windows 11-Nutzer massiv zur Verwendung von Bing Chat und Copilot. Drückt ihr Windows+S oder nutzt die Taskleisten-Suche, landen Webanfragen automatisch bei Microsoft. Mit dem Tool „Search Deflector“ (Open Source, GitHub) könnt ihr das komplett umgehen.

Nach der Installation wählt ihr unter Windows-Einstellungen > Apps > Standard-Apps > „Search Deflector“ als Standard-Browser für Webanfragen. Systemsuchanfragen landen dann in eurem Lieblingsbrowser mit der gewünschten Suchmaschine.

Browser-Extensions 2026

Für Chrome, Firefox und Edge gibt es leistungsstarke Such-Redirector:

„Universal Search Redirect“ funktioniert browserübergreifend und erkennt automatisch Such-URLs. Die Extension leitet nicht nur Bing um, sondern auch Yahoo, AOL und sogar interne Firmen-Suchmaschinen.

„Privacy Redirect“ ist speziell für datenschutzbewusste Nutzer entwickelt. Die Extension leitet zusätzlich YouTube zu Invidious, Twitter zu Nitter und Reddit zu Teddit um – alles datenschutzfreundliche Alternativen.

chrometana

KI-Suchmaschinen als Alternative

2026 haben sich KI-gestützte Suchmaschinen etabliert. Statt klassischer Linksammlungen liefern sie direkte Antworten:

Perplexity AI durchsucht das Web in Echtzeit und fasst Ergebnisse zusammen. Besonders stark bei aktuellen Ereignissen und Fakten-Checks.

Phind.com ist auf Entwickler spezialisiert und durchsucht GitHub, Stack Overflow und Dokumentationen gezielt.

You.com bietet personalisierbare Such-Engines – ihr könnt eigene Quellen definieren oder nur wissenschaftliche Papers durchsuchen lassen.

Mobile Geräte konfigurieren

Auf Android: Öffnet die Google-App > Einstellungen > Allgemein > Standardsuchmaschine. Hier könnt ihr auch Drittanbieter auswählen, die ihr in Chrome definiert habt.

iOS ist restriktiver: In Safari > Einstellungen > Suchmaschine könnt ihr zwischen Google, Yahoo, Bing, DuckDuckGo und Ecosia wählen. Für mehr Optionen braucht ihr alternative Browser wie Firefox oder Brave.

Datenschutz und Performance

Bing und Google tracken standardmäßig alle Suchanfragen für Werbezwecke. DuckDuckGo, Startpage und Searx verzichten komplett auf Tracking.

Kagi kostet 10€/Monat, bietet aber werbefreie Suche, personalisierte Rankings und keine Datensammlung. Für power-user eine Überlegung wert.

Brave Search baut einen eigenen Suchindex auf und ist bereits bei 90% Unabhängigkeit von Google angekommen.

Fazit 2026

Suchmaschinen-Kontrolle ist wichtiger denn je. Während Tech-Konzerne eure Daten monetarisieren, könnt ihr mit den richtigen Tools selbst bestimmen, wer eure Suchanfragen erhält. Die Zeiten proprietärer Addons wie Chrometana sind vorbei – moderne Browser und Betriebssysteme bieten native Lösungen.

Probiert verschiedene Suchmaschinen aus. DuckDuckGo für Datenschutz, Perplexity für KI-Antworten, Brave für Unabhängigkeit. Eure Daten gehören euch – nicht Microsoft oder Google.

Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026