Die Linux-Distribution Ubuntu ist bekannt dafür, die kreativsten Code-Namen überhaupt zu haben. Von Zeit zu Zeit schlagen Nutzer mögliche Namen für neue Versionen vor. Wer also eine Idee für den Namen einer zukünftigen Version hat, kann ihn vorschlagen.
Die Namen für Ubuntu-Versionen beginnen in alphabetischer Reihenfolge. Seit 2004 folgt Canonical diesem System konsequent. Mit Ubuntu 24.10 „Oracular Oriole“ vom Oktober 2024 und Ubuntu 25.04 „Plucky Penguin“ vom April 2025 ist man mittlerweile beim Buchstaben „P“ angelangt. Das bedeutet: Noch etwa zehn Versionen, dann startet das Alphabet wieder von vorne.
Das System hinter den Namen
Die Code-Namen folgen einem festen Schema: Immer ein Adjektiv gefolgt von einem Tiernamen, beide Wörter beginnen mit dem gleichen Buchstaben. „Jammy Jellyfish“ (22.04 LTS), „Kinetic Kudu“ (22.10), „Lunar Lobster“ (23.04), „Mantic Minotaur“ (23.10), „Noble Numbat“ (24.04 LTS) und „Oracular Oriole“ (24.10) zeigen das Muster deutlich.
Canonical-Gründer Mark Shuttleworth wählt die Namen persönlich aus. Dabei achtet er darauf, dass sie international verständlich und aussprechbar sind. Mythen zufolge entstehen viele Namen bei Shuttleworths Wanderungen in der südafrikanischen Natur – was durchaus plausibel klingt.
LTS-Versionen: Die wichtigsten Releases
Besonders bedeutsam sind die LTS-Versionen (Long Term Support), die alle zwei Jahre im April erscheinen. Ubuntu 24.04 „Noble Numbat“ ist die aktuelle LTS-Version mit fünf Jahren Support bis April 2029. Die nächste LTS-Version 26.04 wird voraussichtlich ein „R“-Name sein und bis 2031 unterstützt.
LTS-Versionen sind der Standard in Unternehmensumgebungen und für Server. Während Zwischenversionen nur neun Monate Support erhalten, garantiert Canonical für LTS-Releases Sicherheitsupdates und Bugfixes über den gesamten Zeitraum.
So findet ihr euren Code-Namen heraus
Um den Namen eures Ubuntu-Systems herauszufinden, tippt ihr in einem Terminal einfach den Befehl lsb_release -a ein. Alternativ funktioniert auch hostnamectl oder cat /etc/os-release. Diese Befehle zeigen euch sowohl die Versionsnummer als auch den Code-Namen an.
Für GUI-Nutzer gibt es den Weg über „Einstellungen > Info“ oder „System > Details“, wo ihr ebenfalls alle relevanten Informationen findet.
Community-Beteiligung und Vorschläge
Die Ubuntu-Community kann aktiv Namensvorschläge einreichen. Eine Übersicht aller Code-Namen und Vorschläge findet sich im Ubuntu-Wiki unter https://wiki.ubuntu.com/DevelopmentCodeNames. Dort seht ihr auch, welche Namen bereits vergeben sind und welche Buchstaben noch kommen.
Interessant: Manche vorgeschlagenen Namen schaffen es nie in eine finale Version. „Grumpy Groundhog“ oder „Antsy Ant“ standen zur Diskussion, wurden aber verworfen. Die finalen Namen müssen mehrere Kriterien erfüllen: kulturelle Sensitivität, internationale Verständlichkeit und Markenrechte.
Besondere Namen in der Ubuntu-Geschichte
Einige Code-Namen sind legendär geworden. „Warty Warthog“ (4.10) war der allererste Ubuntu-Release 2004. „Hardy Heron“ (8.04) brachte den ersten echten Durchbruch im Desktop-Bereich. „Xenial Xerus“ (16.04 LTS) führte systemd ein und revolutionierte das Init-System.
„Focal Fossa“ (20.04 LTS) markierte den Übergang zu modernen Desktop-Standards mit GNOME 3.36. „Jammy Jellyfish“ (22.04 LTS) brachte dann GNOME 42 und verbesserte Hardware-Unterstützung.
Was kommt nach Z?
Wenn Ubuntu irgendwann beim Buchstaben „Z“ ankommt – vermutlich um 2034 – startet das System wieder bei „A“. Canonical hat bereits angedeutet, dass sie am alphabetischen System festhalten werden. Bis dahin erwarten uns noch spannende Namen mit Q, R, S, T, U, V, W, X, Y und Z.
Die Code-Namen sind mehr als nur Marketing – sie schaffen Identität und Gemeinschaftsgefühl in der Ubuntu-Community. Jeder Release wird durch seinen Namen zu einer eigenständigen Persönlichkeit mit Geschichte und Charakter.
Fazit
Die Ubuntu-Namen sind ein cleveres System, das Ordnung und Kreativität verbindet. Sie helfen dabei, Versionen zu identifizieren und schaffen emotionale Verbindungen zu den Releases. Für Administratoren sind sie praktische Merkhilfen, für die Community sind sie Tradition und Identifikationsmerkmal zugleich.
Zuletzt aktualisiert am 11.04.2026

