Dateisystem von Festplatte oder USB-Stick herausfinden

von | 28.02.2013 | Tipps

Zur Verwaltung von Dateien hat jedes Laufwerk ein Dateisystem. Windows unterstützt mehrere Dateisysteme, zum Beispiel FAT32, NTFS, exFAT und das moderne ReFS. Welches Dateisystem wird von einem bestimmten Laufwerk genutzt? Das lässt sich auf verschiedene Weise herausfinden – vom klassischen Explorer bis hin zu modernen PowerShell-Befehlen.

Der klassische Weg über den Explorer

Um das Dateisystem einer Festplatte, SSD oder eines USB-Sticks zu ermitteln, startet ihr als Erstes den Windows-Explorer. Klickt in der Seitenleiste auf „Dieser PC“ oder „Computer“, um alle verfügbaren Laufwerke anzuzeigen.

Nun folgt ein Rechtsklick auf das Laufwerk, für das ihr euch interessiert. Aus dem Kontextmenü ruft ihr den Eintrag „Eigenschaften“ auf. Im nun angezeigten Dialogfeld lässt sich nicht nur das bei der Formatierung verwendete Dateisystem des Datenträgers ablesen, sondern auch weitere wichtige Angaben: wie voll das Laufwerk ist, die Gesamtkapazität und der verfügbare freie Speicherplatz.

laufwerk-eigenschaften-dateisystem

Schneller per PowerShell und Kommandozeile

Für alle, die es lieber per Kommandozeile machen: Öffnet die PowerShell (Windows-Taste + X, dann „Windows PowerShell“ oder „Terminal“ auswählen) und gebt folgenden Befehl ein:

Get-WmiObject -Class Win32_LogicalDisk | Select-Object DeviceID, FileSystem, Size, FreeSpace

Dieser Befehl zeigt euch alle Laufwerke mit ihren Dateisystemen in einer übersichtlichen Liste an. Alternativ funktioniert auch der klassische Befehl in der Eingabeaufforderung:

fsutil fsinfo volumeinfo C:

(Ersetzt „C:“ durch den gewünschten Laufwerksbuchstaben)

Moderne Alternativen und Tools

In Windows 11 und den neuesten Versionen von Windows 10 könnt ihr das Dateisystem auch direkt im Datei-Explorer sehen, ohne extra auf Eigenschaften zu klicken. Wechselt einfach zur Detailansicht (Ansicht → Details), dann wird das Dateisystem als Spalte angezeigt.

Für Power-User gibt es auch spezialisierte Tools wie CrystalDiskInfo oder die Windows-eigene Datenträgerverwaltung. Letztere erreicht ihr über Rechtsklick auf „Dieser PC“ → Verwalten → Datenträgerverwaltung. Hier seht ihr nicht nur das Dateisystem, sondern auch Partitionsgrößen und könnt direkte Änderungen vornehmen.

Welches Dateisystem für welchen Zweck?

Während ihr schon dabei seid, das Dateisystem zu überprüfen, hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Systeme:

  • NTFS: Der Standard für Windows-Festplatten und SSDs. Unterstützt große Dateien, Verschlüsselung und erweiterte Berechtigungen
  • FAT32: Älter, aber universell kompatibel mit allen Betriebssystemen. Ideal für USB-Sticks, aber limitiert auf 4GB pro Datei
  • exFAT: Moderner als FAT32, keine 4GB-Begrenzung, perfekt für externe Laufwerke die zwischen Windows und Mac verwendet werden
  • ReFS: Microsofts neuestes Dateisystem, hauptsächlich für Server und Storage Spaces gedacht

Tipp für USB-Sticks und externe Laufwerke

Bei USB-Sticks lohnt es sich besonders, das Dateisystem zu kennen. Viele günstige USB-Sticks werden noch immer mit FAT32 ausgeliefert, obwohl exFAT in den meisten Fällen die bessere Wahl wäre. Falls ihr häufig große Dateien (Videos, Backups) übertragen wollt, solltet ihr den Stick auf NTFS oder exFAT umformatieren.

Fehlerbehebung und Kompatibilität

Manchmal erkennt Windows ein Dateisystem nicht richtig – etwa bei Linux-Partitionen oder beschädigten Laufwerken. In solchen Fällen wird „RAW“ oder „Unbekannt“ angezeigt. Das ist ein Zeichen dafür, dass entweder das Dateisystem beschädigt ist oder Windows den Typ nicht unterstützt.

Bei modernen NVMe-SSDs und schnellen USB 3.1/3.2-Laufwerken ist NTFS meist die beste Wahl, da es die Performance-Features optimal ausnutzt. Für maximale Kompatibilität zwischen verschiedenen Geräten und Betriebssystemen bleibt exFAT die sicherste Option.

Das Dateisystem zu kennen hilft nicht nur beim Troubleshooting, sondern auch bei der Entscheidung, ob ein Laufwerk für bestimmte Zwecke geeignet ist. Gerade in Zeiten von Cloud-Storage und Cross-Platform-Arbeiten ist diese Information wertvoller denn je.

Zuletzt aktualisiert am 22.04.2026