Sprachassistenten: So löscht ihr Siri, Alexa & Co. Daten

von | 17.07.2018 | Tipps

Sprachassistenten sind heute allgegenwärtig – vom Smartphone bis zum Smart Speaker. Jeder Sprachbefehl wandert dabei auf die Server der Anbieter und wird dort gespeichert. Das ist praktisch für bessere Erkennung, aber problematisch für eure Privatsphäre. Die gute Nachricht: Ihr könnt diese Daten löschen und die Sammlung einschränken. Hier zeigen wir euch, wie das bei den wichtigsten Anbietern funktioniert.

Cortana: Microsofts Sprachassistent bereinigen

Microsoft hat Cortana zwar 2023 weitgehend aus dem Consumer-Bereich zurückgezogen, doch in vielen Windows-Installationen und Microsoft 365-Umgebungen ist der Dienst noch aktiv. Wer den Verlauf der Sprach-Aufzeichnungen bei Cortana löschen will, öffnet die Webseite https://account.microsoft.com/privacy/activity-history?view=voice. Nach der Anmeldung mit dem Microsoft-Konto erscheint eine Liste mit allen Aufnahmen, die archiviert wurden.

Unter Windows 11 könnt ihr zusätzlich in den Datenschutz-Einstellungen unter „Spracherkennung“ festlegen, ob Microsoft eure Sprachdaten zur Verbesserung der Dienste nutzen darf. Diese Option solltet ihr deaktivieren, wenn euch Datenschutz wichtig ist.

Siri: Apples geschlossenes System

Apple geht beim Datenschutz einen anderen Weg. Seit iOS 15.2 könkönnt ihr Siri-Anfragen komplett auf dem Gerät verarbeiten lassen – zumindest bei neueren iPhones und iPads. Das ist deutlich privatsphärefreundlicher, funktioniert aber nur für grundlegende Funktionen.

Um eure Siri-Daten zu löschen, geht ihr in die Einstellungen zu „Siri & Suchen“ und deaktiviert dort „Siri- & Diktat-Verlauf teilen“. Bereits gespeicherte Daten löscht Apple nach etwa sechs Monaten automatisch, wenn diese Option deaktiviert ist.

Für eine komplette Bereinigung müsst ihr Siri temporär ganz ausschalten: Unter „Einstellungen > Siri & Suchen“ deaktiviert ihr alle Siri-Funktionen und die Diktat-Funktion unter „Einstellungen > Allgemein > Tastatur“.

Google Assistant: Der datenhungrige Helfer

Google sammelt besonders viele Sprachdaten, bietet aber auch die besten Löschoptionen. Über myactivity.google.com könnt ihr alle eure Google-Aktivitäten einsehen – auch die Sprachbefehle. Hier lassen sich einzelne Aufnahmen oder komplette Zeiträume löschen.

Besonders praktisch: Ihr könnt eine automatische Löschung aktivieren. Unter „Daten & Datenschutz“ in eurem Google-Konto könnt ihr einstellen, dass Aktivitätsdaten nach 3, 18 oder 36 Monaten automatisch gelöscht werden.

Amazon Alexa: Transparenz mit Haken

Amazon zeigt euch in der Alexa-App alle Sprachaufnahmen an. Unter „Einstellungen > Datenschutz von Alexa > Sprachaufnahmen-Verlauf überprüfen“ könnt ihr Aufnahmen anhören und löschen. Auch hier ist eine automatische Löschung nach 3 oder 18 Monaten möglich.

Achtung: Alexa speichert nicht nur eure direkten Befehle, sondern auch versehentliche Aktivierungen. Diese „Drop-in“ Aufnahmen können besonders problematisch sein.

Das Problem der falschen Aktivierung

Eigentlich sollen Sprachassistenten ja nur dann aufzeichnen, wenn das Aktivierungswort fällt – „Hey Siri“, „Ok Google“ oder „Alexa“. In der Praxis klappt das aber nicht immer zuverlässig. Die Geräte interpretieren ähnlich klingende Wörter als Aktivierung und zeichnen dann unbemerkt auf.

Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Personen im Raum sind. Die Assistenten unterscheiden nicht zwischen verschiedenen Stimmen und zeichnen Gespräche aller Anwesenden auf. Aus diesen Daten lassen sich detaillierte Profile über Gewohnheiten, Interessen und sogar Gesundheitszustand erstellen.

Präventive Maßnahmen

Am sichersten ist natürlich der komplette Verzicht auf Sprachassistenten. Wer nicht darauf verzichten will, sollte zumindest folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:

  • Regelmäßiges Löschen der Sprachdaten (mindestens alle drei Monate)
  • Automatische Löschung aktivieren, wo möglich
  • Sprachassistenten in sensiblen Räumen wie Schlafzimmer ausschalten
  • Mikrofon-Stumm-Taste nutzen, wenn Gäste da sind
  • Bei Smart Speakern das Mikrofon physisch stumm schalten können

Die großen Tech-Konzerne versprechen zwar, dass die Sprachdaten nur zur Verbesserung der Dienste genutzt werden. Doch angesichts der Datensammelleidenschaft und möglicher Sicherheitslücken ist gesunde Skepsis angebracht. Wer seine Privatsphäre schützen will, sollte regelmäßig aufräumen – oder gleich auf lokale Alternativen wie Mycroft oder Home Assistant setzen.

Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026