Manche Programme greifen bei der Ausführung auf zusätzliche Funktionen zurück, die in separaten Dateien gespeichert sind. Dabei handelt es sich oft um DLL-Dateien (Dynamic Link Libraries). Und nicht selten funktionieren die Programme nur mit einer bestimmten DLL-Version. Welche Version eine DLL-Datei hat, lässt sich in Windows 11 und Windows 10 schnell ermitteln – und das auf verschiedene Weise.
Der klassische Weg über den Datei-Explorer
Um die Version einer bestimmten DLL-Datei herauszufinden, führt ihr folgende Schritte aus:
- Zunächst unten in der Task-Leiste auf das gelbe Ordner-Symbol klicken, sodass ein neues Fenster des Datei-Explorer erscheint.
- Jetzt in den entsprechenden Ordner navigieren, der die DLL-Datei enthält.
- Jetzt mit der rechten Maustaste auf die DLL-Datei klicken, worauf ein Menü eingeblendet wird.
- Hier die Eigenschaften aufrufen und zum Tab Details wechseln.
Die Version der ausgewählten DLL-Datei kann jetzt hier abgelesen werden. Ihr findet dort nicht nur die Versionsnummer, sondern auch weitere wichtige Informationen wie Dateigröße, Erstellungsdatum und den Hersteller.
Alternative Methoden für Profis
Für alle, die es etwas technischer mögen oder mehrere DLL-Dateien auf einmal prüfen wollen, gibt es weitere Möglichkeiten:
PowerShell verwenden
Öffnet die PowerShell (Windows-Taste + X, dann „Windows PowerShell“ oder „Terminal“ auswählen) und gebt folgenden Befehl ein:
Get-ItemProperty "C:Pfadzurdatei.dll" | Select-Object VersionInfo
Ersetzt dabei den Pfad durch den tatsächlichen Speicherort eurer DLL-Datei. Noch detailliertere Informationen erhaltet ihr mit:
(Get-ItemProperty "C:Pfadzurdatei.dll").VersionInfo
Kommandozeile nutzen
Öffnet die Eingabeaufforderung (cmd) und verwendet den Befehl:
wmic datafile where name="C:\Pfad\zur\datei.dll" get Version
Achtet auf die doppelten Backslashes im Pfad – das ist wichtig für die korrekte Syntax.
Warum DLL-Versionen wichtig sind
DLL-Dateien sind essentiell für das Funktionieren von Windows-Programmen. Sie enthalten Code, den sich mehrere Anwendungen teilen können. Das spart Speicherplatz und vereinfacht Updates. Allerdings entstehen manchmal Probleme:
- Kompatibilitätsprobleme: Ein Programm benötigt eine bestimmte DLL-Version, aber eine andere ist installiert
- „DLL Hell“: Verschiedene Programme überschreiben sich gegenseitig ihre DLL-Versionen
- Sicherheitslücken: Veraltete DLL-Dateien können Sicherheitsrisiken darstellen
Häufige DLL-Speicherorte
Die meisten System-DLLs findet ihr in folgenden Verzeichnissen:
C:WindowsSystem32– Hauptsystem-DLLs für 64-Bit-ProgrammeC:WindowsSysWOW64– 32-Bit-DLLs auf 64-Bit-SystemenC:Windows– Grundlegende Windows-DLLs- Programmordner – Anwendungsspezifische DLLs
Tools für die Analyse
Für umfangreichere DLL-Analysen gibt es spezialisierte Tools:
Dependency Walker: Zeigt alle DLL-Abhängigkeiten eines Programmes an – allerdings wird das Tool seit 2006 nicht mehr aktiv entwickelt.
Dependencies: Ein moderner, Open-Source-Ersatz für Dependency Walker, der auch mit aktuellen Windows-Versionen gut funktioniert.
Process Monitor: Von Microsoft Sysinternals, überwacht DLL-Zugriffe in Echtzeit.
Troubleshooting-Tipps
Wenn Programme aufgrund von DLL-Problemen nicht starten:
- Prüft die Ereignisanzeige (eventvwr.exe) auf entsprechende Fehlermeldungen
- Führt einen System-Datei-Check aus:
sfc /scannowin der Eingabeaufforderung als Administrator - Nutzt das DISM-Tool:
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth - Installiert Microsoft Visual C++ Redistributables neu
Sicherheitsaspekte
Achtet darauf, DLL-Dateien nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu verwenden. Niemals DLL-Dateien von dubiosen Download-Seiten herunterladen – sie können Malware enthalten. Bei Problemen besser das gesamte Programm neu installieren oder Windows-Updates einspielen.
Die Versionsprüfung von DLL-Dateien ist ein wichtiger Baustein für die Systemwartung und Fehlerdiagnose. Mit den beschriebenen Methoden seid ihr für die meisten Situationen gut gerüstet.
Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026