Dynamischen Datenträger erstellen

von | 06.02.2018 | Windows

Windows kommt nicht nur mit einzelnen Festplatten zurecht, sondern versteht sich auch auf automatische Spiegelungen. Die dienen als Sicherung, falls eines der Laufwerke mal beschädigt wird. Zum Anlegen einer Sicherung muss die zweite Festplatte allerdings in einen dynamischen Datenträger verwandelt werden.

Dies bewirkt – ähnlich wie bei APFS-Volumes in macOS –, dass Windows keine starren Partitionen nutzt, um die Festplatte einzuteilen, sondern flexible Bereiche (Volumes), die dynamisch verwaltet werden können. Diese Technologie ist besonders praktisch, wenn ihr mehrere physische Festplatten zu einem logischen Speicherpool zusammenfassen oder RAID-ähnliche Konfigurationen erstellen wollt.

Ein Basis-Datenträger lässt sich mit wenigen Klicks in einen dynamischen Datenträger umwandeln. Dazu [Win]+[R] drücken, dann diskmgmt.msc eintippen und mit OK bestätigen. Jetzt unten mit der rechten Maustaste links auf den Kopf der Festplatte klicken. Dort lässt sich die Konvertierung in einen dynamischen Datenträger aufrufen.

Nach der Konvertierung stehen euch verschiedene Volume-Typen zur Verfügung: Einfache Volumes entsprechen normalen Partitionen, übergreifende Volumes nutzen mehrere Festplatten als einen zusammenhängenden Speicher, und gespiegelte Volumes erstellen automatische Duplikate eurer Daten auf zwei Laufwerken.

Wichtiger Hinweis: Microsoft hat die Unterstützung für dynamische Datenträger in Windows 11 deutlich reduziert. Neue dynamische Datenträger können nur noch auf älteren Windows-Versionen erstellt werden. Bestehende dynamische Datenträger funktionieren zwar weiterhin, aber Microsoft empfiehlt mittlerweile Speicherplätze (Storage Spaces) als modernere Alternative.

Speicherplätze bieten ähnliche Funktionen, sind aber flexibler und zukunftssicherer. Ihr findet sie in den Windows-Einstellungen unter „System“ > „Speicher“ > „Erweiterte Speichereinstellungen“. Dort könnt ihr Speicherpools aus mehreren Festplatten erstellen und diese als gespiegelte oder paritätsgeschützte Volumes konfigurieren.

Falls ihr trotzdem dynamische Datenträger nutzen wollt: Die Konvertierung ist irreversibel ohne Datenverlust. Plant also vorher genau, welche Laufwerke ihr umwandeln möchtet. Beachtet außerdem, dass dynamische Datenträger nicht von allen Linux-Distributionen erkannt werden – ein Problem bei Dual-Boot-Systemen.

Für reine Datensicherung ist heute oft eine externe NAS-Lösung oder Cloud-Synchronisation praktischer. Tools wie Windows Backup, Acronis True Image oder die integrierten OneDrive-Funktionen bieten modernere Backup-Strategien ohne die Einschränkungen dynamischer Datenträger.

Bei professionellen Anwendungen solltet ihr Hardware-RAID oder dedizierte Storage-Server in Betracht ziehen. Diese bieten bessere Performance und Ausfallsicherheit als Software-basierte Lösungen wie dynamische Datenträger.

Fazit: Dynamische Datenträger waren lange Zeit eine solide Windows-Funktion für erweiterte Speicherverwaltung. Heute sind sie eher Legacy-Technologie. Für neue Installationen greift lieber zu Speicherplätzen oder modernen Backup-Lösungen – die sind flexibler und werden von Microsoft aktiv weiterentwickelt.

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026