Das „Senden an“-Menü in Windows ist ein echter Produktivitäts-Booster, den viele unterschätzen. Mit einem Rechtsklick auf jede Datei oder jeden Ordner könnt ihr über „Senden an“ Dateien blitzschnell an verschiedene Programme oder Ziele weiterleiten. Aber was, wenn das Menü überfüllt ist oder ihr bestimmte Einträge nur zeitweise loswerden wollt?
Hier kommt ein cleverer Trick ins Spiel, mit dem ihr Einträge im „Senden an“-Menü vorübergehend abschalten könnt – ohne sie dauerhaft zu löschen.
So funktioniert das „Senden an“-Menü
Das „Senden an“-Menü erscheint automatisch, sobald ihr mit der rechten Maustaste auf eine Datei klickt. Standardmäßig findet ihr dort Einträge wie Desktop, Dokumente, E-Mail-Empfänger oder verschiedene Laufwerke. Viele Programme erweitern dieses Menü automatisch um eigene Einträge – manchmal wird es dadurch ziemlich unübersichtlich.
Der versteckte Ordner hinter dem Menü
Was die meisten nicht wissen: Das „Senden an“-Menü basiert auf einem physischen Ordner in eurem Windows-System. Jeder Eintrag entspricht einer Verknüpfung in diesem speziellen Ordner. Den findet ihr am schnellsten über einen Windows-eigenen Befehl.
Drückt [Win]+[R] für das Ausführen-Fenster und tippt shell:sendto ein (ohne Leerzeichen). Nach einem Klick auf OK öffnet sich der Explorer direkt im SendTo-Ordner. Hier seht ihr alle Verknüpfungen, die als Menüeinträge erscheinen.
Einträge temporär deaktivieren
Statt Einträge zu löschen, könnt ihr sie elegant verstecken. Klickt mit der rechten Maustaste auf die Verknüpfung, die ihr ausblenden wollt, und wählt Eigenschaften. Im Eigenschafts-Dialog findet ihr unter „Attribute“ die Option Versteckt. Setzt hier den Haken und bestätigt mit OK.
Der Eintrag verschwindet sofort aus dem „Senden an“-Menü, bleibt aber physisch vorhanden. Das ist deutlich eleganter, als Verknüpfungen komplett zu löschen und später mühsam neu anzulegen.
Versteckte Einträge wieder aktivieren
Um versteckte Einträge wieder sichtbar zu machen, müsst ihr zunächst im Explorer die Anzeige versteckter Dateien aktivieren. Klickt in der Menüleiste auf Ansicht und aktiviert Ausgeblendete Elemente. Die versteckten Verknüpfungen erscheinen nun halbtransparent.
Klickt die gewünschte Verknüpfung mit rechts an, wählt Eigenschaften und entfernt den Haken bei Versteckt. Der Eintrag ist sofort wieder im „Senden an“-Menü verfügbar.
Eigene Einträge hinzufügen
Ihr könnt das „Senden an“-Menü auch um eigene Programme erweitern. Zieht einfach eine Verknüpfung eures Lieblingsprogramms in den SendTo-Ordner. Oder erstellt neue Verknüpfungen direkt dort: Rechtsklick im Ordner, Neu > Verknüpfung, dann zum gewünschten Programm navigieren.
Besonders praktisch sind Verknüpfungen zu häufig genutzten Ordnern. So könnt ihr Dateien mit zwei Klicks in euren „Projekte“- oder „Backup“-Ordner verschieben.
Moderne Alternativen bedenken
Obwohl das „Senden an“-Menü in Windows 11 weiterhin funktioniert, bietet das neue Kontextmenü zusätzliche Möglichkeiten. Die „Freigeben“-Funktion integriert sich nahtlos in moderne Workflows und Cloud-Dienste.
Dennoch bleibt das klassische „Senden an“-Menü für lokale Workflows unschlagbar schnell. Besonders Power-User schätzen die direkte Kontrolle über die verfügbaren Optionen.
Troubleshooting-Tipps
Falls das „Senden an“-Menü nicht wie erwartet funktioniert, könnt ihr den Explorer-Prozess neu starten. Drückt [Strg]+[Shift]+[Esc] für den Task-Manager, sucht „Windows-Explorer“, klickt ihn mit rechts an und wählt „Neu starten“.
Manchmal hilft auch ein kompletter Neustart des Systems, wenn Änderungen am SendTo-Ordner nicht sofort greifen.
Fazit
Das temporäre Deaktivieren von „Senden an“-Einträgen ist ein simpler, aber effektiver Trick für ein aufgeräumtes Kontextmenü. Ihr behaltet die volle Kontrolle über eure Workflow-Tools, ohne permanent etwas zu löschen. Probiert es aus – euer Desktop wird es euch danken.
Zuletzt aktualisiert am 09.04.2026

