Gnome: Programme beim Start automatisch öffnen

von | 03.01.2018 | Linux

Wer jeden Tag dieselben Programme benötigt, spart sich wertvolle Zeit mit einem Autostart-Eintrag. Diese praktische Funktion gibt es nicht nur in Windows, sondern auch in der Gnome-Desktop-Umgebung von Linux. Hier steht für die Verwaltung von Programmen, die automatisch beim Systemstart geladen werden sollen, ein eigenes Tool zur Verfügung.

Autostart-Programme in Gnome verwalten

In modernen Gnome-Versionen (seit Gnome 40) findet ihr die Autostart-Funktion am einfachsten über die Einstellungen. Öffnet die Einstellungen und navigiert zum Bereich Programme beim Systemstart. Alternativ könnt ihr auch das alte, aber nach wie vor funktionsfähige Terminal-Tool verwenden: Öffnet ein Terminal-Fenster und gebt den Befehl gnome-session-properties ein und bestätigt mit [Enter].

Viele Linux-Distributionen wie Ubuntu, Fedora oder openSUSE richten hier bereits eigene System-Tools ein, die bei jedem Start automatisch aufgerufen werden. Das können Netzwerk-Manager, Update-Services oder auch distributionsspezifische Tools sein.

Eigene Programme hinzufügen

Mit einem Klick auf Hinzufügen könnt ihr aber auch eure eigenen Programme für den Autostart einrichten. Dabei öffnet sich ein Dialog, in dem ihr drei wichtige Felder ausfüllen müsst:

  • Name: Ein frei wählbarer Name für euren Autostart-Eintrag
  • Befehl: Der Pfad zur ausführbaren Datei oder der Befehl
  • Kommentar: Eine optionale Beschreibung des Eintrags

Über den Durchsuchen-Button lässt sich dabei komfortabel die ausführbare Datei des gewünschten Programms festlegen. Für gängige Anwendungen reicht oft auch der einfache Programmname, zum Beispiel „firefox“, „thunderbird“ oder „libreoffice“.

Moderne Alternativen und Flatpak-Integration

Seit 2024 unterstützt Gnome auch die automatische Erkennung von Flatpak-Anwendungen für den Autostart. Wenn ihr Programme über Flatpak installiert habt, werden diese automatisch in der Autostart-Verwaltung erkannt. Der Befehl für Flatpak-Apps beginnt typischerweise mit „flatpak run“ gefolgt von der App-ID.

Für Snap-Pakete funktioniert das ähnlich: Hier beginnt der Befehl meist mit „snap run“ oder dem direkten Snap-Namen.

Systemd-Integration für fortgeschrittene Nutzer

Erfahrene Linux-Nutzer können seit Gnome 42 auch systemd-User-Services für den Autostart verwenden. Diese bieten mehr Kontrolle über Abhängigkeiten und Startverhalten. Erstellt dazu eine .service-Datei im Verzeichnis ~/.config/systemd/user/ und aktiviert sie mit „systemctl –user enable dienst.service“.

Performance-Tipps für den Autostart

Achtet darauf, nicht zu viele Programme gleichzeitig zu starten. Jedes Autostart-Programm verlängert die Boot-Zeit eures Systems. Besonders ressourcenhungrige Anwendungen wie Browser, IDEs oder Multimedia-Software solltet ihr nur dann automatisch starten, wenn ihr sie wirklich täglich benötigt.

Eine smarte Alternative ist die Verwendung von Verzögerungen. Viele Programme unterstützen Parameter wie „–minimized“ oder „–background“, die sie unauffällig im Hintergrund starten.

Wayland und X11 Kompatibilität

Seit dem Wechsel vieler Distributionen zu Wayland als Standard-Display-Server funktioniert der Autostart grundsätzlich genauso. Allerdings können manche ältere X11-spezifische Programme Probleme machen. In solchen Fällen hilft oft das Voranstellen von „env GDK_BACKEND=x11“ vor den Programmaufruf.

Autostart-Einträge deaktivieren statt löschen

Anstatt Autostart-Einträge komplett zu löschen, könnt ihr sie auch temporär deaktivieren. Das ist besonders nützlich bei System-Tools, die ihr vielleicht später wieder benötigt. Entfernt einfach das Häkchen vor dem entsprechenden Eintrag.

Bei Problemen mit dem Autostart hilft ein Blick in die Log-Dateien. Mit „journalctl –user-unit“ könnt ihr die Ausgaben der gestarteten Programme einsehen und Fehler identifizieren.

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026