Gratis-Werkzeug-Kasten für Microsoft OneNote

von | 17.02.2015 | Office

Zu Recht hat das Notiz-Programm OneNote viele Fans, die es zur Steigerung der Produktivität verwenden, und um Dinge abzuhaken und nicht aus dem Gedächtnis zu verlieren. Wer OneNote auf dem PC-Desktop nutzt, kann auf ein Schweizer Messer mit vielen Add-Ons zurückgreifen. Der Name? OneTastic.

OneTastic wurde von einem Programmierer aus dem OneNote-Team entwickelt, aber als separates Tool veröffentlicht. Auch 2026 bleibt es eines der mächtigsten Erweiterungstools für OneNote, obwohl Microsoft mittlerweile stärker auf die Cloud-Version setzt. Besonders praktisch ist die Funktion zum Ausführen von Makros. Nach der Installation von OneTastic werden einige Zusatzbefehle auf dem Start-Tab des Menübands sichtbar.

In der Makro-Kollektion für OneTastic (Macroland) findet sich unter anderem ein Makro, mit dem sich schnell eine horizontale Linie einfügen lässt. Ein anderes Makro dient etwa dazu, alle Seiten und Unterseiten eines Bereichs automatisch nach Namen zu sortieren. So bleibt das Notizbuch aufgeräumt.

Die Makro-Sammlung ist über die Jahre deutlich gewachsen und bietet mittlerweile über 200 verschiedene Automatisierungen. Besonders beliebt sind die Kalender-Makros, die automatisch Monats- und Wochenübersichten generieren – perfekt für alle, die OneNote als Planer nutzen. Ein weiteres Highlight: Das „Page Templates“ Makro, mit dem ihr wiederkehrende Seitenstrukturen als Vorlagen speichert. Einmal erstellt, spart das bei Meeting-Protokollen oder Projektplänen jede Menge Zeit.

Für Power-User besonders interessant ist das „Statistics“ Makro, das detaillierte Auswertungen über eure Notizbücher liefert: Wie viele Seiten habt ihr? Welche Abschnitte nutzt ihr am meisten? Diese Insights helfen dabei, die eigene OneNote-Nutzung zu optimieren.

onenote-onetastic

Ein echter Gamechanger ist auch das „Table Tools“ Makro. OneNote war schon immer etwas schwach bei Tabellen, aber mit OneTastic bekommt ihr Funktionen wie automatische Sortierung, Zeilennummerierung und sogar einfache Berechnungen. Das macht OneNote zu einer echten Alternative für kleinere Excel-Aufgaben.

Vorsicht ist allerdings geboten: OneTastic funktioniert nur mit der Desktop-Version von OneNote 2016 und OneNote für Windows 10. Die moderne OneNote-App aus dem Microsoft Store und OneNote im Web unterstützen das Tool nicht. Microsoft hat mehrfach angekündigt, die Desktop-Version einzustellen, bisher aber weiterhin Support geboten. Wer OneTastic nutzen will, sollte daher bei der klassischen Desktop-Version bleiben.

Für Unternehmen ist auch die „Backup“-Funktionalität interessant. OneTastic kann automatisch lokale Sicherungen eurer Notizbücher erstellen – eine sinnvolle Ergänzung zur Cloud-Synchronisation. Gerade bei kritischen Informationen solltet ihr nicht nur auf die Microsoft-Server vertrauen.

Die Installation neuer Makros ist denkbar einfach: Habt ihr ein interessantes Makro im Macroland gefunden, genügt zur Installation ein Doppelklick auf die geladene *.onetastic-Datei. Ein Neustart von OneNote ist dabei nicht nötig. Die meisten Makros werden sofort im OneTastic-Menüband angezeigt.

Wer tiefer einsteigen will, kann sogar eigene Makros programmieren. OneTastic bietet eine eigene Skriptsprache, die sich an JavaScript orientiert. Die Dokumentation ist allerdings etwas dünn – hier hilft oft nur Ausprobieren oder ein Blick in die Community-Foren.

Alternativ zu OneTastic gibt es mittlerweile auch andere Erweiterungen wie „Gem for OneNote“, die ähnliche Funktionen bieten. OneTastic bleibt aber der Klassiker und ist komplett kostenlos. Das Stöbern im Macroland lohnt sich wirklich – dort findet jeder OneNote-Nutzer etwas, das den Alltag erleichtert.

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026