In der Kürze liegt die Würze: Moderne Texttools für bessere Lesbarkeit

von | 30.07.2019 | Surftipp, Tipps

Das Schreiben von Texten ist nicht einfach. Auch wenn es ja nur um die Reihung von Worten geht: Auch das unterliegt offensichtlichen wie auch unbekannten Regeln. Rechtschreibung und Grammatik sind da nur die offensichtlichsten Vertreter. Wenn ihr einen Text ausarbeitet und eurer Zielgruppe Inhalte rüberbringen wollt, dann solltet ihr euch kurz halten. Was leicht klingt, lässt sich zumindest auch leicht prüfen.

Nachdem ihr euren Text in der Textverarbeitung eurer Wahl auf grammatikalische und orthographische Korrektheit habt prüfen lassen, nutzt einfach die Kompetenz der folgenden Webseiten:

Wortliga

Wortliga ist eine kostenlose Webseite, auf der ihr euren Text eingeben könnt und dann eine schnelle Analyse bekommt. Diese fokussiert sich vor allem auf die Länge der Sätze und die allgemeine Lesbarkeit. Die definiert sich unter anderem auch durch die Vermeidung von Phrasen, Umgangssprache und Abkürzungen. Die Lesbarkeit wird in einem Scorewert zusammengefasst. Dieser sollte unter 50 sein. Das Schöne dabei: Ändert die markierten Teile eures Textes und beobachtet live, wie die Lesbarkeit zu- und der Scorewert abnimmt.

Schreiblabor für detaillierte Analyse

Wenn ihr die Auswertung noch ein wenig ausführlicher haben wollt, dann bietet sich die Seite Schreiblabor an. Diese teilt euren Text noch weiter in Elemente auf, bestimmt die Zahl der Wörter pro Satz, der unterschiedlichen Wörter, die Länge (in Silben) und vieles mehr. Das Lesen der Auswertung kostet ein wenig Zeit, gibt aber einen guten Überblick über die Lesbarkeit des Textes.

Unter anderem wird auch der Flesch-Index, ein international anerkannter numerischer Wert für die Lesbarkeit, berechnet. Auf der Seite könnt ihr anhand einer Clusterung erkennen, was die (geringe) Lesbarkeit eures Textes für den Leser bedeutet.

Neue KI-gestützte Textanalyse

Seit 2024 haben sich die Möglichkeiten zur Textanalyse durch KI-Integration deutlich erweitert. Tools wie Readable.com kombinieren klassische Lesbarkeitsindizes mit maschinellem Lernen und können sogar emotionale Reaktionen der Leser vorhersagen. Das Premium-Tool analysiert nicht nur Satzlänge und Wortschatz, sondern auch die emotionale Wirkung eurer Texte.

Eine kostenlose Alternative ist Hemingway Editor, der inzwischen auch auf Deutsch funktioniert. Das Tool markiert komplexe Sätze in Gelb, sehr schwer lesbare in Rot und gibt konkrete Verbesserungsvorschläge. Besonders praktisch: Die Integration in gängige Content-Management-Systeme über Browser-Extensions.

Textoptimierung für verschiedene Zielgruppen

Moderne Textanalyse-Tools berücksichtigen heute auch die spezifischen Anforderungen verschiedener Medien und Zielgruppen. Für Social Media Posts empfiehlt sich Buffer’s Pablo mit integrierter Textanalyse, die optimal auf die jeweilige Plattform abgestimmt ist.

Für technische Dokumentationen oder Fachbeiträge bietet Acrolinx eine professionelle Lösung, die branchenspezifische Terminologie und Compliance-Anforderungen berücksichtigt. Das Tool ist allerdings kostenpflichtig, bietet aber eine 14-tägige Testversion.

Integration in den Schreibprozess

Die besten Ergebnisse erzielt ihr, wenn ihr die Textanalyse nicht erst am Ende, sondern bereits während des Schreibprozesses nutzt. Viele moderne Textverarbeitungen wie Notion, Craft oder auch Google Docs bieten inzwischen Add-ons für Echtzeit-Lesbarkeitsanalyse.

Ein Tipp aus der Praxis: Schreibt zunächst euren Text komplett runter, ohne auf die Analyse zu schauen. Erst danach optimiert ihr gezielt die kritischen Stellen. So bleibt der natürliche Schreibfluss erhalten, während ihr trotzdem die Lesbarkeit verbessert.

Grenzen der automatischen Analyse

Bei aller Begeisterung für diese Tools solltet ihr eines nicht vergessen: Sie können den gesunden Menschenverstand nicht ersetzen. Ein Text kann alle Lesbarkeitsregeln erfüllen und trotzdem langweilig sein. Umgekehrt können bewusst eingesetzte längere Sätze oder Fachbegriffe durchaus ihre Berechtigung haben.

Die Tools sind Hilfsmittel, die euch dabei unterstützen, eure Texte zu verbessern. Die finale Entscheidung über Stil und Inhalt liegt aber immer bei euch als Autoren. Mit diesen Analysen könnt ihr schnell einen Text nach allgemeinen Ansprüchen lesbar machen. Das verhindert Frust beim Leser und bringt eure Inhalte sicherer an den Mann oder die Frau.

Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026