Wenn ihr häufiger in einem bestimmten Ordner arbeitet und dazu auch die PowerShell, Command Prompt oder das neue Windows Terminal braucht, müsst ihr normalerweise immer erst in den Ordner wechseln und dazu dessen Pfad eintippen. Mit einer speziellen Verknüpfung gelingt dies deutlich einfacher und spart euch wertvolle Zeit im Arbeitsalltag.
PowerShell-Verknüpfung für spezifische Ordner erstellen
Soll beim Start der PowerShell beispielsweise immer der Ordner D:Projekte geöffnet werden, klickt ihr zunächst mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Desktops und wählt dann Neu, Verknüpfung. Als Ziel gebt ihr powershell.exe ein. Alternativ könnt ihr auch pwsh verwenden, wenn ihr PowerShell 7 installiert habt, die moderne plattformübergreifende Version von Microsoft.
Danach legt ihr noch einen aussagekräftigen Namen für die Verknüpfung fest, etwa „PowerShell – Projekte“ oder „PS – Entwicklung“.
Jetzt ruft ihr die Eigenschaften der neuen Verknüpfung auf (Rechtsklick → Eigenschaften). Dort findet ihr das Feld Ausführen in. Hier tragt ihr den kompletten Pfad zum gewünschten Ordner ein, beispielsweise D:Projekte oder C:Users%USERNAME%DocumentsArbeit. Bestätigt abschließend mit OK. Wird die Konsole später über die neu erstellte Verknüpfung gestartet, erscheint sofort das angegebene Verzeichnis – ein manueller Wechsel ist damit unnötig.
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Windows Terminal für moderne Workflows
Seit Windows 11 ist das Windows Terminal standardmäßig installiert und bietet deutlich mehr Funktionen als die klassische Command Prompt. Ihr könnt auch für das Terminal entsprechende Verknüpfungen erstellen. Als Ziel verwendet ihr dann wt.exe -d „C:EuerPfad“. Der Parameter -d (directory) sorgt dafür, dass das Terminal direkt im gewünschten Verzeichnis startet.
Besonders praktisch: Das Windows Terminal unterstützt mehrere Tabs und Profile. Ihr könnt verschiedene Profile für unterschiedliche Projekte anlegen und diese über Verknüpfungen direkt starten.
Erweiterte Optionen und Tipps
Für Power-User gibt es noch weitere Möglichkeiten: Ihr könnt der Verknüpfung auch ein eigenes Icon zuweisen, um sie optisch von anderen zu unterscheiden. Klickt dazu in den Verknüpfungs-Eigenschaften auf Anderes Symbol und wählt ein passendes Icon aus.
Wenn ihr mit Git arbeitet, könnt ihr auch Git Bash auf diese Weise konfigurieren. Als Ziel verwendet ihr dann den Pfad zur git-bash.exe, meist unter „C:Program FilesGitbinbash.exe“.
Alternative: Kontextmenü-Integration
Eine andere praktische Lösung ist die Integration ins Kontextmenü des Explorers. Windows 11 bietet standardmäßig die Option „Im Terminal öffnen“, wenn ihr mit Shift + Rechtsklick in einen Ordner klickt. Diese Funktion öffnet das Windows Terminal direkt im aktuellen Verzeichnis.
Für die klassische PowerShell könnt ihr diese Funktion über die Registry hinzufügen. Erstellt unter HKEY_CLASSES_ROOTDirectoryshell einen neuen Schlüssel namens „PowerShell“ und fügt den entsprechenden Befehl hinzu.
Batch-Scripte für komplexere Szenarien
Wenn ihr regelmäßig mehrere Befehle in einem bestimmten Ordner ausführt, könnt ihr auch ein Batch-Script erstellen. Dieses wechselt nicht nur in den gewünschten Ordner, sondern führt auch gleich weitere Befehle aus – etwa das Laden einer virtuellen Python-Umgebung oder das Starten eines Entwicklungsservers.
Ein einfaches Beispiel:
@echo off
cd /d "D:ProjekteMeinProjekt"
call venvScriptsactivate
powershell
Speichert das als .bat-Datei und erstellt eine Verknüpfung darauf.
Fazit: Effizienter arbeiten mit personalisierten Verknüpfungen
Diese kleinen Anpassungen sparen euch täglich Zeit und machen die Arbeit mit der Kommandozeile deutlich angenehmer. Besonders wenn ihr an mehreren Projekten parallel arbeitet, sind solche Verknüpfungen Gold wert. Probiert die verschiedenen Varianten aus und findet heraus, welche am besten zu eurem Workflow passt.
Zuletzt aktualisiert am 31.03.2026

