Einfache Texte sind besser zu verstehen. Das gilt besonders mobil, denn unterwegs liest keiner gerne viel. Alle wichtigen Infos kurz und bündig ausdrücken – das ist das Ziel. Wie gut es gelingt, misst der Flesch-Index.
Diese Formel misst die #Lesbarkeit von Texten. Im Sinne der #Accessibility sind kurze Wörter und wenige Silben nämlich besser zu verstehen. #EinfachFürAlle, findet auch die Aktion Mensch und bietet Infos zu Webseiten, die jeder nutzen kann. Die Tipps passen gut zum Global Accessibility Awareness Day – dem Welttag des Bewusstseins für die Barrierefreiheit.
Den Flesch-Index ausrechnen, das geht mit einem Web-Dienst. Der ist gratis und steht unter https://fleschindex.de/berechnen bereit. Einfach den eigenen Text einfügen. Nach einem Klick auf den Button erscheint der Index. Dabei gilt: Je höher die Zahl, desto besser. Von 0 bis 50 gilt als schwer. Am besten lesbar ist ein Text mit 100 Punkten.
KI-Tools machen Texte automatisch einfacher
Seit 2024 bieten viele KI-Tools eine Vereinfachungsfunktion. ChatGPT, Claude oder Gemini können komplexe Texte in einfache Sprache übersetzen. Ein simpler Prompt wie „Schreibe diesen Text in einfacher Sprache“ reicht oft schon. Besonders praktisch: Die KI behält dabei den Inhalt bei, macht aber kürzere Sätze und tauscht Fremdwörter gegen bekannte Begriffe.
Auch spezielle Browser-Erweiterungen wie „Simplish“ oder „Rewordify“ vereinfachen Webseiten direkt beim Surfen. Sie ersetzen schwere Wörter automatisch durch leichtere Alternativen. Das hilft nicht nur Menschen mit Leseschwächen, sondern auch beim schnellen Erfassen von Inhalten.
Warum einfache Sprache 2026 wichtiger ist denn je
Die Aufmerksamkeitsspanne schrumpft weiter. Studien zeigen: Online-Nutzer entscheiden in weniger als 3 Sekunden, ob sie einen Text weiterlesen. Komplizierte Sätze sind dabei Gift. Social Media haben diesen Trend verstärkt – kurze, prägnante Messages setzen sich durch.
Dazu kommt: Das EU-Accessibility-Gesetz macht einfache Sprache für viele Webseiten zur Pflicht. Seit 2025 müssen öffentliche Stellen ihre Inhalte auch in „Leichter Sprache“ anbieten. Private Unternehmen ziehen nach, um niemanden auszuschließen.
Diese Tools helfen beim Schreiben
Neben dem Flesch-Index gibt es weitere Helfer:
LanguageTool prüft nicht nur Rechtschreibung, sondern warnt auch vor zu langen Sätzen. Die KI-Funktion schlägt einfachere Formulierungen vor.
Hemingway Editor markiert komplizierte Passagen rot und zeigt, wo ihr kürzen könnt. Die Web-Version ist kostenlos, die Desktop-App kostet einmalig 20 Dollar.
Grammarly hat 2025 eine „Clarity“-Funktion eingeführt. Sie macht aus verschachtelten Sätzen klare, direkte Aussagen.
DeepL Write übersetzt nicht nur Sprachen, sondern auch „Fachchinesisch“ in verständliche Texte.
Mobile First bedeutet auch Text First
Über 70 Prozent aller Webseiten werden mobil aufgerufen. Auf kleinen Bildschirmen wirken lange Texte noch abschreckender. Erfolgreiche Mobile-Strategien setzen daher auf:
- Kurze Absätze (maximal 3-4 Zeilen)
- Bullet Points statt Fließtext
- Aktive statt passive Formulierungen
- Konkrete Zahlen statt vage Begriffe
Das bestätigen auch die Core Web Vitals von Google. Seiten mit kurzen, gut strukturierten Texten laden schneller und haben bessere Nutzersignale.
Einfach schreiben ist schwer
Paradox: Einfache Texte zu schreiben ist oft schwieriger als komplizierte. Man muss komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche reduzieren. Das braucht Zeit und Übung.
Ein bewährter Trick: Erst alles runterschreiben, dann radikal kürzen. Jeder Satz sollte nur eine Information enthalten. Fremdwörter durch deutsche Begriffe ersetzen. Und am Ende den Flesch-Test machen.
Fazit: Weniger ist mehr
Kurze, klare Texte sind kein Nice-to-have mehr, sondern Pflicht. Sie erreichen mehr Leser, werden besser verstanden und sorgen für bessere Nutzererfahrung. Tools wie der Flesch-Index oder KI-Assistenten helfen dabei. Aber am wichtigsten ist: Immer an die Leser denken, nicht an das eigene Ego.
Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026

