Lithium-Akkus in Smartphone, Powerbank und Co.: sicher laden, lagern, reisen und entsorgen

von | 15.10.2026 | Hardware

Smartphone, Powerbank, kabellose Kopfhörer, Smartwatch, elektrische Zahnbürste: In all diesen Geräten stecken Lithium-Ionen-Akkus. Sie speichern viel Energie auf kleinem Raum und können laut Umweltbundesamt (UBA) Brände verursachen, wenn man sie falsch benutzt oder lagert.

Die Entsorgerverbände BDE und bvse gehen bundesweit von rund 30 Bränden pro Tag in Müllfahrzeugen und Entsorgungsanlagen aus; schätzungsweise 80 Prozent davon gehen laut BDE auf Lithium-Ionen-Akkus zurück. Eine amtliche Statistik dazu gibt es nicht. Behörden und Feuerwehr haben für den Alltag einfache Empfehlungen – ein Überblick.

Warum Akkus überhaupt brennen

Laut UBA können mechanische Beschädigungen, Hitze oder falsche Lagerung zu inneren und äußeren Kurzschlüssen führen. Die Berliner Feuerwehr nennt außerdem Überladung, Tiefentladung, Produktionsfehler und Alterung. Im schlimmsten Fall kommt es zum „thermischen Durchgehen“: Eine Zelle heizt die nächste auf, es entstehen Stichflammen und giftige Gase, Akkuteile können weggeschleudert werden. Tückisch: Diese Reaktion kann zeitverzögert einsetzen.

Sicher laden

Beim Laden ist das Risiko nach Einschätzung des UBA besonders hoch. Feuerwehr und UBA empfehlen:

– nur das passende Ladegerät und Kabel verwenden und die Herstellerangaben beachten,
– möglichst in einem Raum mit Rauchmelder laden,
– nichts Brennbares in unmittelbarer Nähe liegen lassen,
– nicht unbeaufsichtigt und nicht im Schlaf laden,
– Flur und Treppenhaus meiden – das sind Fluchtwege,
– das Netzteil nach dem Laden ausstecken.

Smartphone lädt neben Powerbank auf Küchenarbeitsplatte
Praktisch laden in der Küche: Smartphone und Powerbank sind schnell einsatzbereit.

Richtig lagern und tragen

Das UBA empfiehlt, Akkus und Geräte bei 10 bis 25 °C aufzubewahren. Die Ablage hinter der Windschutzscheibe im Sommer ist tabu, der Kühlschrank wegen Kondenswasser aber auch. Für längere Lagerpausen empfehlen Hersteller laut UBA etwa 40 bis 50 Prozent Ladung. Weil sich Akkus mit der Zeit selbst entladen, sollte man gelegentlich nachladen, damit der Akku nicht tiefentlädt.

Vorsicht bei losen Ersatzakkus in der Hosen- oder Handtasche: Berühren die Pole Schlüssel oder andere Metallgegenstände, droht laut UBA ein Kurzschluss bis hin zu Brand oder Explosion. Ersatzakkus gehören deshalb in die Originalverpackung oder mit abgeklebten Polen in eine Schutzhülle.

Warnzeichen ernst nehmen

Ist ein Akku aufgebläht, verformt, beschädigt, läuft er aus oder treten Gase aus, sollte er nicht mehr benutzt und nicht mehr geladen werden. Öffnen sollte man ihn auf keinen Fall. Das UBA rät, ihn umgehend zu einer Sammelstelle zu bringen.

Fängt ein kleines Gerät wie ein Smartphone Feuer, kann es laut Berliner Feuerwehr mit reichlich Wasser gelöscht werden – aber nur, wenn das ohne Gefahr möglich ist. Sonst gilt: Raum verlassen, Tür schließen, andere warnen, 112 wählen und der Feuerwehr sagen, dass ein Akku beteiligt ist.

Mit Akkus auf Reisen

Für Flugreisen gelten die Gefahrgutregeln der Zivilluftfahrtorganisation ICAO, die das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) und der Airline-Verband IATA für Reisende zusammenfassen:

– Powerbanks und lose Ersatzakkus sind im aufgegebenen Koffer verboten und dürfen nur ins Handgepäck. E-Zigaretten sind im aufgegebenen Gepäck ebenfalls verboten; soweit die Airline sie überhaupt zulässt, dürfen sie nur in der Kabine mitgeführt und an Bord weder benutzt noch geladen werden.
– Geräte mit eingebautem Akku wie Smartphone oder Kopfhörer sollten laut LBA ebenfalls im Handgepäck reisen.
– Je Akku gilt grundsätzlich eine Grenze von 100 Wattstunden; zwischen 100 und 160 Wh braucht es die Zustimmung der Airline. Größere Akkus sind laut IATA in Passagierflugzeugen in der Regel nicht zugelassen. Maßgeblich ist die Wattstundenangabe auf dem Akku oder dem Typenschild.
– Muss der Trolley am Gate doch in den Frachtraum, vorher alle Akkugeräte, Powerbanks und Ersatzakkus herausnehmen und in der Kabine behalten.
– Wird ein Gerät an Bord heiß oder raucht es, sofort das Kabinenpersonal informieren.

Fluggesellschaften und manche Zielländer können strengere Regeln haben. Deshalb vor jeder Reise die Bedingungen der Airline prüfen.

Entsorgen: nie in den Hausmüll

Altakkus und Geräte mit Akku gehören weder in die Restmülltonne noch in den Gelben Sack – auch nicht, wenn sie leer sind. Im Müllwagen werden sie gequetscht und können sich entzünden.

– Geräte mit fest eingebautem Akku, etwa Kopfhörer oder Einweg-E-Zigaretten, als Ganzes abgeben und nicht selbst öffnen.
– Wechselakkus vorher herausnehmen und die Pole abkleben.
– Beschädigte Akkus transportiert man laut UBA am besten in einem verschließbaren Gefäß, etwa einem Schraubdeckelglas, und weist an der Sammelstelle auf den Schaden hin. Per Post oder Paket verschickt man sie nicht.

Kostenlos abgeben kann man Altgeräte und Akkus auf dem Wertstoffhof. Außerdem nehmen Händler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte sowie Lebensmittelhändler ab 800 m² Gesamtverkaufsfläche, die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten, kleine Altgeräte (keine Seite länger als 25 cm) kostenlos und ohne Neukauf zurück, höchstens drei je Geräteart (§ 17 Abs. 1 ElektroG).

Lose Altakkus nimmt jeder Händler, der solche Batterien verkauft, kostenlos und ohne Neukauf zurück (§ 14 BattDG). Seit dem 1. Juli 2026 müssen zudem alle Händler, die E-Zigaretten verkaufen, ausgediente E-Zigaretten unabhängig von der Ladengröße und ohne Neukauf kostenlos zurücknehmen – auch Online-Händler (§ 17 Abs. 1a und 2 ElektroG). Rückgabestellen in der Nähe zeigt die Suche der stiftung elektro-altgeräte register (ear).

Mein Fazit

Ganz ausschließen lässt sich ein Akkubrand nicht, denn auch Produktionsfehler und Alterung können ihn auslösen. Hitze, Beschädigung und Kurzschluss lassen sich aber vermeiden: beim Laden in der Nähe bleiben, Ersatzakkus geschützt transportieren, beschädigte Akkus nicht weiter nutzen und Altgeräte zur Sammelstelle bringen.

Eine ausführliche Übersicht mit allen Quellen, auch zur Frage, welche Versicherungen bei einem Akkuschaden grundsätzlich in Betracht kommen, gibt es bei vapechamp.de: https://vapechamp.de/pages/lithium-akkus-sicher-laden-lagern

Quellen: Umweltbundesamt, Berliner Feuerwehr, Luftfahrt-Bundesamt, IATA, BDE/bvse, ElektroG, BattDG, stiftung ear.

Gastautor: Mustafa Celik, Geschäftsführer der SOMUVA UG (haftungsbeschränkt), Lüdenscheid, die den Onlineshop vapechamp.de betreibt.

Jörg Schieb
Noch Fragen? Frag mich.

Du hast eine Frage zu diesem Thema? Ich hab die Antwort.

Stell sie einfach — so, wie sie dir gerade einfällt. Du bekommst eine Antwort aus meinen über 20.000 geprüften Beiträgen. Mit Quelle zum Nachlesen. Die erste Frage ist kostenlos.

✅ Geprüftes Wissen statt KI-Raterei 📄 Mit Quelle zum Nachlesen 🆓 Erste Frage gratis
Jörg Schieb – Profil