Microsoft dreht an einer entscheidenden Stellschraube bei Microsoft 365 Family: Statt wie bisher 1 TB OneDrive-Speicher pro Person gibt es künftig 2 TB geteilten Speicher für alle Mitglieder zusammen. Klingt auf den ersten Blick wie eine Verdopplung — ist aber in Wahrheit für viele Familien eine deutliche Verschlechterung.
Die Änderung greift laut Microsoft für Neukunden ab Anfang Oktober (verschiedene Support-Dokumente nennen den 7. bzw. 8. Oktober als Startdatum). Bestandskunden trifft es bei der nächsten Vertragsverlängerung — hier nennt Microsoft je nach Quelle den 1. April oder 2. Mai 2027 als Stichtag. Wer bisher mit sechs Personen ein Family-Abo geteilt hat, hatte theoretisch Zugriff auf 6 TB.
Künftig sind es nur noch 2 TB — für alle zusammen. Was dahintersteckt, wer wirklich profitiert und wie ihr jetzt reagieren solltet, klären wir hier.
Was ändert sich beim OneDrive-Speicher in Microsoft 365 Family?
Bisher galt bei Microsoft 365 Family ein einfaches Prinzip: Jedes der bis zu sechs Mitglieder bekam seine eigenen 1 TB OneDrive-Speicher. In Summe konnten Familien also bis zu 6 TB Cloud-Speicher nutzen — jeder mit seinem eigenen abgeschotteten Bereich.
Das neue Modell funktioniert anders. Laut der offiziellen Microsoft-Support-Mitteilung stehen künftig 2 TB geteilter Speicher für das gesamte Abonnement zur Verfügung. Alle Mitglieder teilen sich diesen Pool.
Die Umstellung erfolgt gestaffelt: Neukunden, die ab Anfang Oktober ein Abo abschließen, bekommen direkt das neue Modell. Bestehende Abonnenten können ihre bisherige Speicherstruktur noch bis zur nächsten Vertragsverlängerung weiter nutzen. Danach greift auch für sie die neue Regel.
Betroffen ist nicht nur Microsoft 365 Family, sondern auch das Premium-Abonnement. Die genauen Hintergründe für die Umstellung kommuniziert Microsoft in den Support-Dokumenten nicht im Detail — in der Praxis dürfte vor allem ein Punkt zählen: Kostenkontrolle auf Microsofts Seite.
Warum Familien jetzt weniger OneDrive-Speicher haben
Rechnen wir kurz nach: Eine typische Family-Nutzung mit vier Personen hatte bisher 4 TB zur Verfügung. Künftig sind es 2 TB — also die Hälfte. Bei voller Auslastung mit sechs Personen schrumpft der verfügbare Speicher sogar auf ein Drittel.
Besonders schmerzhaft wird das für alle, die OneDrive aktiv als Foto- und Video-Backup nutzen. Smartphone-Aufnahmen in hoher Auflösung, 4K-Videos oder gescannte Dokumente summieren sich schnell. Wer bisher sein 1 TB fast ausgereizt hat, muss nun womöglich mit deutlich weniger Platz auskommen — oder sich den verbleibenden Speicher mit anderen Familienmitgliedern teilen, die ebenfalls viel sichern.
Hinzu kommt eine neue soziale Dynamik: Wer räumt auf, wenn das Kontingent voll ist? In Familien kann das zu Diskussionen führen, die es bisher nicht gab. Jeder hatte seinen eigenen Bereich — jetzt müssen alle an einem Strang ziehen.
Cloud-Speicher-Vergleich: Google, Apple und Dropbox im Check
Ein Blick auf die Alternativen lohnt sich jetzt mehr denn je. Andere Cloud-Anbieter wie Google und Apple bieten ebenfalls Familientarife mit geteiltem Speicher an — die genauen Konditionen, Volumina und Preise variieren je nach Anbieter und sollten im Einzelfall verglichen werden. Für den Preisunterschied bekommt ihr bei Microsoft allerdings zusätzlich die kompletten Office-Apps.
Wer vor allem viel Cloud-Speicher braucht und die Office-Apps nicht nutzt, findet bei reinen Storage-Anbietern möglicherweise günstigere Angebote.
Was solltet ihr bei der OneDrive-Änderung jetzt tun?
Zuerst: Keine Panik. Als Bestandskunde habt ihr noch Zeit bis zur nächsten Verlängerung. Nutzt diese Zeit, um eure Speicherstrategie zu überdenken.
- Speicherverbrauch prüfen: Schaut in den OneDrive-Einstellungen jedes Familienmitglieds nach, wie viel Platz tatsächlich belegt ist. Oft sind alte Backups, doppelte Fotos oder große Videodateien die Hauptübeltäter.
- Lokale Backups anlegen: Verschiebt Daten, die ihr nicht aktiv in der Cloud braucht, auf eine externe Festplatte oder ein NAS zu Hause. Besonders Videoarchive gehören nicht zwangsläufig in die Cloud.
- Fotos ausmisten: Dubletten, unscharfe Bilder und versehentliche Screenshots fressen überraschend viel Platz. Spezialisierte Tools zur Duplikaterkennung helfen dabei, Ordnung zu schaffen.
- Alternativen vergleichen: Wenn ihr OneDrive hauptsächlich wegen des Speichers nutzt und die Office-Apps nebensächlich sind, lohnt sich der Blick auf andere Cloud-Anbieter oder lokale NAS-Lösungen von Synology oder QNAP.
- Verlängerung timen: Wenn euer Abo bald ausläuft, prüft eine Verlängerung noch vor dem Umstellungstermin — Microsoft gewährt Bestandskunden länger Zeit mit der alten Regelung.
Für Familien mit mehreren intensiven Nutzern kann auch ein hybrides Modell sinnvoll sein: OneDrive für Office-Dokumente und wichtige Daten, ein lokales NAS für Fotos und Videos. So umgeht ihr die 2-TB-Grenze elegant und habt zusätzlich die volle Kontrolle über eure Daten.
Fazit: Lohnt sich Microsoft 365 Family noch?
Microsoft verkauft die Umstellung als Vereinfachung — in Wahrheit ist es für die meisten Familien eine Verschlechterung bei gleichbleibendem Preis. Wer bislang die großzügigen 1 TB pro Person voll ausgenutzt hat, verliert deutlich an Speicherplatz. Nur Single-Nutzer oder Familien mit sehr geringem Speicherbedarf gehen neutral oder sogar leicht besser aus der Sache heraus.
Die gute Nachricht: Ihr habt Zeit zu reagieren. Nutzt die Monate bis zur Umstellung, um eure Daten zu sortieren, Alternativen zu prüfen und eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Cloud-Speicher ist längst keine Nischen-Entscheidung mehr — er betrifft eure Fotos, eure Dokumente und oft auch eure digitalen Erinnerungen. Diese Entscheidung sollte nicht Microsoft allein für euch treffen.
Quellen und Prüfstand
- Offizielle Quelle: Zmiany dotyczące magazynu platformy Microsoft 365 | Microsoft Support (support.microsoft.com)
Faktenprüfung: Alle überprüfbaren Aussagen wurden am 11.10.2026 automatisiert gegen die offiziellen Primärquellen abgeglichen. Stand des Artikels: 11.10.2026.