Neu-Menü erweitern

von | 01.01.2017 | Windows

Über einen Rechts-Klick in einem Ordner lassen sich schnell neue, leere Dateien anlegen. Welche Datei-Typen hier zur Auswahl stehen, kann der Nutzer selbst festlegen. So lässt sich die Liste schnell erweitern und an die eigenen Arbeitsgewohnheiten anpassen.

Das Windows-Kontextmenü ist ein mächtiges Werkzeug, das viele täglich nutzen, ohne seine vollen Möglichkeiten auszuschöpfen. Standardmäßig bietet Windows nur wenige Optionen zum Erstellen neuer Dateien – meist nur Textdokumente, Word-Dateien oder Ordner. Doch mit ein paar Registry-Anpassungen könnt ihr praktisch jeden Dateityp hinzufügen.

Warum das Neu-Menü erweitern?

Wer regelmäßig mit spezifischen Dateiformaten arbeitet – sei es als Designer mit PSD-Dateien, als Entwickler mit Python-Scripts oder als Content-Creator mit verschiedenen Medienformaten – kennt das Problem: Immer erst eine Anwendung öffnen, dann „Neue Datei“ wählen und abspeichern. Viel effizienter ist es, wenn ihr direkt im gewünschten Ordner eine leere Datei des richtigen Typs erstellen könnt.

So erweitert ihr das Neu-Menü

Um einen neuen Datei-Typ ins Neu-Menü zu integrieren, führt ihr diese Schritte aus:

  1. Zuerst gleichzeitig [Win]+[R] drücken, regedit eintippen und auf OK klicken.
  2. Nun den Knoten HKEY_CLASSES_ROOT öffnen.
  3. Hier nach der Erweiterung für den Datei-Typen suchen, der ins Neu-Menü eingebaut werden soll – etwa .psd für Photoshop-Dateien, .py für Python-Scripts oder .md für Markdown-Dateien.
  4. Jetzt mit der rechten Maustaste auf die Erweiterung klicken und einen neuen Schlüssel erstellen. Dieser wird ShellNew genannt.
  5. Innerhalb des ShellNew-Schlüssels dann eine neue Zeichenfolge erstellen. Sie bekommt den Namen NullFile.
  6. Zum Schluss den Explorer beenden und erneut öffnen. Jetzt sollte der neue Eintrag im Menü für neue Dateien sichtbar sein.

Alternative Methoden für Vorlagen

Neben der NullFile-Methode gibt es weitere Optionen, die sich in bestimmten Situationen als praktischer erweisen:

FileName-Methode: Statt NullFile könnt ihr auch „FileName“ als Zeichenfolge erstellen und als Wert den Pfad zu einer Vorlagendatei angeben. So erstellt Windows automatisch eine Kopie eurer Vorlage.

Data-Methode: Mit dem Wert „Data“ lassen sich kleine Inhalte direkt in die Registry schreiben, die dann in neue Dateien eingefügt werden. Praktisch für Standard-Code-Snippets oder HTML-Grundgerüste.

Moderne Windows-Features nutzen

Seit Windows 11 22H2 gibt es zusätzlich die Möglichkeit, über PowerShell-Scripts das Kontextmenü zu erweitern. Diese Methode ist zwar komplexer, bietet aber mehr Flexibilität und ist zukunftssicherer als Registry-Hacks.

Für Nutzer von Windows 11 empfiehlt es sich auch, die neuen Kontext-Menü-APIs zu erkunden, die Microsoft für Entwickler bereitgestellt hat. Diese ermöglichen es, dass installierte Programme ihre eigenen Optionen sauberer ins Neu-Menü integrieren.

Aufräumen nicht vergessen

Mit der Zeit kann das Neu-Menü überladen werden. Einträge lassen sich genauso einfach entfernen, wie sie hinzugefügt wurden: Einfach den entsprechenden ShellNew-Schlüssel in der Registry löschen. Alternativ könnt ihr Tools wie ShellExView oder Context Menu Editor nutzen, die eine grafische Oberfläche für diese Verwaltung bieten.

Sicherheitshinweis

Bevor ihr in der Registry arbeitet, erstellt ein Backup. Falsche Änderungen können Windows beschädigen. Am sichersten ist es, vor den Änderungen einen Wiederherstellungspunkt zu setzen oder die betroffenen Registry-Bereiche zu exportieren.

Die Erweiterung des Neu-Menüs ist eine kleine Anpassung mit großer Wirkung für den Workflow. Probiert es aus – ihr werdet überrascht sein, wie viel Zeit sich dadurch sparen lässt.

Zuletzt aktualisiert am 04.04.2026