Wird eine eMail mit Outlook als Datei abgespeichert, entsteht eine *.msg-Datei. Die enthält sämtliche Inhalte, Anlagen und Meta-Informationen über die Nachricht. Das Problem: *.msg-Dateien lassen sich nur auf Windows-PCs mit Outlook lesen – normalerweise.
Muss man aber dringend auf den Text einer wichtigen eMail zugreifen, ohne dass Microsoft Outlook gerade zur Verfügung steht, hilft ein Trick: Man kann die Nachrichten-Datei auch in einem Editor öffnen und dann zumindest grob lesen.
Dazu mit der rechten Maustaste auf die *.msg-Datei klicken und dann Öffnen mit aufrufen. In der Liste der Programme dann den Editor auswählen oder durch Markieren von C:WindowsSystem32notepad.exe starten. Nun nach unten scrollen, bis der Text der Nachricht sichtbar wird.
Moderne Alternativen für alle Plattformen
Inzwischen gibt es deutlich elegantere Lösungen als das umständliche Editieren im Texteditor. Besonders praktisch sind kostenlose Online-Tools wie MSG Viewer oder 7-Zip, das MSG-Dateien seit Version 21 nativ unterstützt. Einfach die Datei in 7-Zip öffnen, und ihr seht die strukturierten Inhalte der E-Mail.
Für Mac-User ist die Situation deutlich entspannter geworden: Tools wie MSG Viewer Pro oder der kostenlose Letter Opener können MSG-Dateien problemlos öffnen. Auch unter Linux funktioniert das mit Evolution oder Thunderbird über entsprechende Plugins.
Webbasierte MSG-Viewer
Die schnellste Lösung 2026: Online MSG-Viewer. Services wie FreeFileViewer.com oder GroupDocs verarbeiten MSG-Dateien direkt im Browser. Einfach hochladen, und die E-Mail wird formatiert angezeigt – inklusive Anhängen. Allerdings solltet ihr bei sensiblen Geschäftsmails vorsichtig sein und diese Services nur für unkritische Inhalte nutzen.
PowerShell-Lösung für Windows-Profis
Windows-User können MSG-Dateien auch über PowerShell auslesen. Mit dem Outlook-COM-Object lässt sich der Inhalt strukturiert extrahieren:
$outlook = New-Object -ComObject Outlook.Application
$msg = $outlook.CreateItemFromTemplate(„pfadzurdatei.msg“)
$msg.Body
Das funktioniert auch ohne geöffnetes Outlook und zeigt den kompletten E-Mail-Text an.
Professionelle Tools für Unternehmen
In Unternehensumgebungen, wo regelmäßig MSG-Dateien verarbeitet werden müssen, lohnen sich spezialisierte Tools. SysTools MSG Viewer oder Kernel MSG Viewer bieten Batch-Verarbeitung und können hunderte MSG-Dateien gleichzeitig in andere Formate konvertieren – etwa zu PST, EML oder PDF.
Besonders praktisch: Viele dieser Tools erkennen automatisch die Codierung und stellen auch E-Mails in kyrillischen, asiatischen oder arabischen Schriftzeichen korrekt dar. Das ist beim Texteditor-Trick oft ein Problem.
Mobile Apps für unterwegs
Selbst auf dem Smartphone lassen sich MSG-Dateien inzwischen öffnen. Apps wie „MSG Viewer“ für Android oder „Mail Viewer“ für iOS können diese Dateien direkt verarbeiten. Praktisch, wenn ihr unterwegs schnell eine archivierte E-Mail checken müsst.
Vorsicht bei Anhängen
Wichtig zu wissen: MSG-Dateien können Malware enthalten, genau wie normale E-Mails. Öffnet MSG-Dateien unbekannter Herkunft daher nur in sicherer Umgebung. Windows Defender und moderne Antivirenprogramme scannen zwar auch MSG-Dateien, aber Vorsicht ist trotzdem geboten.
Konvertierung für die Zukunft
Wer MSG-Dateien langfristig archivieren will, sollte sie in ein offeneres Format konvertieren. EML-Dateien lassen sich mit fast jedem E-Mail-Client öffnen, PDF-Konvertierung macht die Inhalte universell lesbar. Tools wie Aid4Mail oder MailStore können ganze MSG-Archive automatisch konvertieren.
Das Microsoft-eigene Format MSG wird zwar weiterhin unterstützt, aber für plattformübergreifende Kompatibilität sind offene Standards die bessere Wahl. Outlook selbst bietet übrigens seit 2021 auch den Export in EML-Format an – eine sinnvolle Alternative für neue Archive.
Fazit
Der alte Texteditor-Trick funktioniert immer noch, ist aber längst nicht mehr nötig. Mit modernen Tools, Online-Services und nativer Unterstützung in vielen Programmen lassen sich MSG-Dateien heute problemlos auf jeder Plattform öffnen. Für den Notfall ist es trotzdem gut zu wissen, dass der schlichte Windows-Editor als Backup funktioniert.
Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026

