Die kostenlose Office-Alternative Apache OpenOffice (der Nachfolger von OpenOffice.org) bietet vollständige Kompatibilität zu Microsoft Office-Formaten. Doch das Standard-ODF-Format kann beim Dateiaustausch für Verwirrung sorgen. Mit der richtigen Konfiguration läuft die Zusammenarbeit reibungslos.
Apache OpenOffice hat sich seit 2011 als eigenständiges Projekt etabliert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuelle Version 4.1.15 unterstützt alle gängigen Microsoft Office-Formate – von den klassischen DOC-Dateien bis hin zu den modernen DOCX-Formaten von Office 365 und Microsoft 365.
Das Kompatibilitätsproblem verstehen
Standardmäßig speichert OpenOffice Writer im Open Document Format (ODF). Das ist ein offener Standard, der technisch überlegen ist – aber eben nicht das, was die meisten Nutzer erwarten. Wer eine Datei an Kollegen schickt, die mit Microsoft Word arbeiten, erntet oft verwirrte Rückfragen.
Dabei unterstützt OpenOffice alle wichtigen Word-Formate: DOC (Word 97-2003), DOCX (Word 2007 und neuer), RTF und sogar die neuesten Varianten von Microsoft 365. Die Herausforderung liegt in der korrekten Konfiguration.
Schritt-für-Schritt: Standard-Format auf Word umstellen
Um Writer dauerhaft auf das Microsoft Word-Format einzustellen, geht ihr so vor:
- Öffnet Writer und klickt auf „Extras“ → „Optionen“
- Navigiert zu „Laden/Speichern“ → „Allgemein“
- Im Bereich „Standard-Dateiformat und ODF-Einstellungen“ findet ihr die Option „Immer speichern als“
- Wählt dort „Microsoft Word 2007-365 (.docx)“ aus
- Bestätigt mit „OK“
Ab sofort speichert Writer automatisch im DOCX-Format. Diese Einstellung gilt für alle neuen Dokumente.
Welches Format wählen?
Für maximale Kompatibilität empfiehlt sich DOCX (Microsoft Word 2007-365). Dieses Format wird von praktisch allen Word-Versionen der letzten 15 Jahre unterstützt. Das ältere DOC-Format ist nur noch nötig, wenn ihr mit sehr veralteten Office-Versionen zusammenarbeiten müsst.
Grenzen der Kompatibilität beachten
Trotz guter Kompatibilität gibt es Stolpersteine. Komplexe Layouts mit verschachtelten Textboxen, erweiterte Tabellenfunktionen oder spezielle Word-Features wie Formulare können bei der Konvertierung leiden. Auch zwischen verschiedenen Word-Versionen treten solche Probleme auf.
Besonders tückisch sind:
– Eingebettete Objekte und Diagramme
– Komplexe Kopf- und Fußzeilen
– Spezielle Schriftarten
– Makros (werden grundsätzlich nicht übertragen)
– Erweiterte Formatvorlagen
PDF als universelle Lösung
Für wichtige Dokumente, die exakt wie beabsichtigt ankommen sollen, ist PDF die beste Wahl. OpenOffice exportiert direkt ins PDF-Format: „Datei“ → „Als PDF exportieren“. Das Resultat sieht auf jedem System identisch aus.
PDF eignet sich besonders für:
– Offizielle Dokumente
– Präsentationen zum Versenden
– Bewerbungsunterlagen
– Berichte mit komplexen Layouts
Alternative: LibreOffice
Apache OpenOffice wird zwar weiter entwickelt, aber deutlich langsamer als der Konkurrent LibreOffice. LibreOffice entstand 2010 als Fork und hat sich zur aktiveren Alternative entwickelt. Die Kompatibilität zu Microsoft Office ist dort oft besser, die Entwicklung schneller.
Bei LibreOffice funktioniert die Format-Umstellung identisch, nur der Menüpfad unterscheidet sich leicht.
Praktische Tipps für den Alltag
- Testet komplexe Dokumente vor dem Versand in Microsoft Word
- Verwendet einfache Formatierungen für bessere Kompatibilität
- Bei Problemen: Als RTF speichern – das funktioniert fast immer
- Für reine Textdokumente ist die Kompatibilität praktisch perfekt
- Haltet OpenOffice aktuell – neuere Versionen unterstützen Office-Formate besser
Fazit: Problemloser Dateiaustausch
Mit der richtigen Konfiguration ist OpenOffice ein vollwertiger Microsoft Office-Ersatz. Die Umstellung auf DOCX als Standard-Format löst 95% aller Kompatibilitätsprobleme. Für die restlichen 5% gibt es PDF als Backup-Lösung.
Der Wechsel zu einer kostenlosen Office-Alternative muss nicht mit Kompatibilitätsproblemen verbunden sein – wenn man weiß, wie’s geht.
Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026

