Als Windows-Nutzer seid ihr gewöhnt, dass im Explorer Ordner immer vor Dateien angezeigt werden. Nicht so bei Macs: Hier seht ihr standardmäßig alle Elemente in alphabetischer Reihenfolge, egal ob Ordner oder Dateien. Das kann ziemlich nervig sein, wenn ihr viele Dateien und Ordner in einem Verzeichnis habt. Doch es gibt mehrere Wege, das zu ändern.
Methode 1: Über die Finder-Einstellungen (macOS Sonoma und neuer)
Seit macOS Sonoma (14.0) hat Apple endlich eine native Option eingebaut. Öffnet den Finder und geht zu „Finder > Einstellungen“ oder drückt [Cmd] + [Komma]. Unter dem Reiter „Erweitert“ findet ihr die Option „Ordner vor Dateien anzeigen (nach Name sortiert)“. Hakt diese an – fertig. Diese Einstellung wirkt sich auf alle Finder-Fenster aus und bleibt dauerhaft gespeichert.
Diese native Lösung funktioniert allerdings nur bei der Sortierung nach Namen. Bei anderen Sortierkriterien wie Datum oder Größe greift sie nicht.
Methode 2: Terminal-Tricks für ältere macOS-Versionen
Für ältere macOS-Versionen oder wenn ihr mehr Kontrolle wollt, gibt es einen Terminal-Befehl. Öffnet das Terminal (über Spotlight: [Cmd] + [Leertaste], dann „Terminal“ eingeben) und gebt folgenden Befehl ein:
defaults write com.apple.finder _FXSortFoldersFirst -bool true
Anschließend müsst ihr den Finder neu starten:
killall Finder
Dieser Befehl funktioniert ab macOS Monterey (12.0) und ist deutlich einfacher als die alten Systemdatei-Manipulationen. Falls ihr es rückgängig machen wollt, ersetzt einfach „true“ durch „false“ im ersten Befehl.
Methode 3: Smart-Ordner als Alternative
Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von Smart-Ordnern. Erstellt einen neuen Smart-Ordner über „Ablage > Neuer Smart-Ordner“ und definiert eure Suchkriterien. Hier könnt ihr gezielt nach Dateitypen filtern und so eine bessere Übersicht schaffen. Smart-Ordner aktualisieren sich automatisch und können als Favoriten in die Seitenleiste gezogen werden.
Listendarstellung optimieren
In der Listendarstellung ([Cmd] + [2]) habt ihr die beste Kontrolle über die Sortierung. Klickt auf die Spaltenüberschriften, um nach verschiedenen Kriterien zu sortieren. Ein Klick auf „Art“ gruppiert alle Ordner zusammen, auch ohne die oben genannten Einstellungen.
Tipp: Haltet die [Alt]-Taste gedrückt, während ihr auf eine Spaltenüberschrift klickt, um eine Sekundärsortierung hinzuzufügen. So könnt ihr beispielsweise erst nach Art (Ordner vs. Dateien) und dann nach Namen sortieren.
Drittanbieter-Lösungen
Wer noch mehr Funktionen braucht, kann auf Tools wie PathFinder oder ForkLift zurückgreifen. Diese Finder-Alternativen bieten erweiterte Sortier- und Anzeigeoptionen, Tabs, erweiterte Suchfunktionen und vieles mehr. Sie kosten zwar Geld, bieten aber deutlich mehr Flexibilität als der Standard-Finder.
Warum Apple das so gemacht hat
Apples Design-Philosophie war lange Zeit, dass alle Dateien und Ordner gleichberechtigt behandelt werden sollen. Die alphabetische Sortierung ohne Bevorzugung von Ordnern sollte eine „natürlichere“ Darstellung sein. Nach jahrelangen Nutzerbeschwerden hat Apple aber eingesehen, dass viele User die Windows-artige Sortierung bevorzugen.
Troubleshooting
Falls die Terminal-Befehle nicht funktionieren, prüft zunächst eure macOS-Version. Die modernen Befehle funktionieren erst ab macOS Monterey. Bei älteren Versionen müsst ihr auf komplexere Methoden zurückgreifen oder auf ein macOS-Update warten.
Achtet auch darauf, dass manche Einstellungen nur in bestimmten Darstellungsarten wirken. Die Listenansicht bietet generell die beste Kontrolle über die Sortierung.
Fazit
Endlich hat Apple auf die Nutzer gehört und eine native Option für die Ordner-zuerst-Sortierung eingebaut. Für neuere macOS-Versionen ist das definitiv der einfachste Weg. Nutzer älterer Systeme greifen am besten zu den Terminal-Befehlen oder erwägen ein System-Update. So oder so müsst ihr nicht länger zwischen Ordnern und Dateien hin- und herscrollen.
Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026