Apache-Webserver auf anderem Port betreiben – so geht’s

von | 02.09.2013 | Linux

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile lokaler Webserver – sei es für die Webentwicklung, zum Testen neuer Features oder sogar für kleinere Produktivumgebungen. Apache bleibt auch 2026 einer der beliebtesten Webserver weltweit. Standardmäßig läuft Apache auf Port 80 (HTTP) und 443 (HTTPS). Manchmal ist es aber nötig oder sinnvoll, den Webserver auf einem anderen Port zu betreiben.

Warum einen anderen Port verwenden?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ihr Apache auf einem anderen Port laufen lassen möchtet: Port 80 ist bereits von einem anderen Dienst belegt (etwa IIS unter Windows), ihr wollt mehrere Apache-Instanzen parallel betreiben, oder ihr entwickelt lokal und möchtet verschiedene Projekte auf unterschiedlichen Ports testen. Auch Sicherheitsaspekte können eine Rolle spielen – Standard-Ports sind häufiger Ziel von automatisierten Angriffen.

Schritt 1: Konfigurationsdatei öffnen

Zuerst müsst ihr die Apache-Hauptkonfigurationsdatei bearbeiten. Der Speicherort variiert je nach Betriebssystem und Installation:

  • Windows (XAMPP/WAMP): C:xamppapacheconfhttpd.conf
  • Ubuntu/Debian: /etc/apache2/ports.conf
  • CentOS/RHEL/Rocky Linux: /etc/httpd/conf/httpd.conf
  • macOS (Homebrew): /opt/homebrew/etc/httpd/httpd.conf

Öffnet die Datei mit einem Editor eurer Wahl. Unter Linux benötigt ihr Administrator-Rechte: sudo nano /etc/apache2/ports.conf

Schritt 2: Port-Einstellung ändern

Sucht nach der Zeile Listen 80. Hier könnt ihr die Portnummer ändern, beispielsweise auf 8080:

Listen 8080

Falls ihr HTTPS verwendet, findet ihr auch eine Zeile wie Listen 443. Diese könnt ihr entsprechend auf einen anderen Port ändern, etwa 8443.

Mehrere Ports gleichzeitig

Apache kann auch auf mehreren Ports gleichzeitig lauschen. Fügt einfach weitere Listen-Direktiven hinzu:

Listen 80
Listen 8080
Listen 3000

Schritt 3: Virtual Hosts anpassen

Falls ihr Virtual Hosts verwendet, müssen auch diese entsprechend angepasst werden. Die Konfigurationsdateien liegen typischerweise hier:

  • Ubuntu/Debian: /etc/apache2/sites-available/
  • Andere Systeme: conf/extra/httpd-vhosts.conf

Ändert die VirtualHost-Direktiven entsprechend:

<VirtualHost *:8080>
    DocumentRoot "/pfad/zu/eurer/webseite"
    ServerName localhost
</VirtualHost>

Schritt 4: Apache neu starten

Damit die Änderungen wirksam werden, müsst ihr Apache neu starten:

  • Windows: Über die Dienste-Verwaltung (services.msc) oder XAMPP Control Panel
  • Ubuntu/Debian: sudo systemctl restart apache2
  • CentOS/RHEL: sudo systemctl restart httpd
  • macOS: brew services restart httpd

Firewall und Sicherheit beachten

2026 ist Sicherheit wichtiger denn je. Stellt sicher, dass euer neuer Port in der Firewall freigegeben ist:

  • Ubuntu: sudo ufw allow 8080
  • Windows: Windows Defender Firewall entsprechend konfigurieren
  • CentOS/RHEL: sudo firewall-cmd --add-port=8080/tcp --permanent

Bei Cloud-Providern wie AWS, Google Cloud oder Azure müsst ihr zusätzlich die Security Groups bzw. Firewall-Regeln anpassen.

Testen der Konfiguration

Bevor ihr Apache neu startet, könnt ihr die Konfiguration testen:

  • Ubuntu/Debian: sudo apache2ctl configtest
  • Andere: httpd -t

Ruft dann eure Webseite mit dem neuen Port auf: `http://localhost:8080`

Moderne Alternativen und Container

Viele Entwickler setzen 2026 auf Docker-Container für lokale Entwicklungsumgebungen. Mit Docker könnt ihr Apache einfach auf verschiedenen Ports mappen:

docker run -p 8080:80 httpd:latest

Auch Tools wie Laravel Valet, DDEV oder Local by Flywheel automatisieren viele dieser Schritte und vergeben automatisch freie Ports.

Reverse Proxy Setup

Für komplexere Setups könnt ihr Apache als Reverse Proxy konfigurieren und verschiedene Anwendungen auf unterschiedlichen Backend-Ports laufen lassen. Das ist besonders praktisch bei Microservice-Architekturen oder wenn ihr verschiedene Frameworks parallel entwickelt.

Die Port-Konfiguration bei Apache ist grundsätzlich straightforward, aber die Details variieren je nach System. Mit diesen Schritten solltet ihr aber problemlos euren Apache-Webserver auf dem gewünschten Port zum Laufen bekommen.

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Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026