Remote-Desktop-Verbindungen sind auch unter Linux ein Kinderspiel – mit dem richtigen Tool. Remmina hat sich dabei als Standard etabliert und bietet inzwischen deutlich mehr Features als noch vor wenigen Jahren. Hier zeigen wir euch, wie ihr das Tool optimal einrichtet und aktuell haltet.
Remmina ist ein vielseitiger Open-Source-Client für Remote-Desktop-Verbindungen, entwickelt mit GTK+. Das Tool unterstützt eine beeindruckende Palette von Protokollen: Neben dem klassischen RDP (Remote Desktop Protocol) für Windows-Systeme beherrscht Remmina auch VNC, SSH, SFTP, WWW, EXEC und sogar RDP-over-SSH-Tunnel.
Besonders praktisch: Die aktuelle Version 1.5.x bringt native HiDPI-Unterstützung mit, automatische Verbindungswiederherstellung und erweiterte Sicherheitsfeatures. Auch Multi-Monitor-Setups werden problemlos unterstützt.
Installation über Snap – Der einfachste Weg
Für Ubuntu-Nutzer ist Snap der komfortabelste Installationsweg. Snap ist seit Ubuntu 16.04 standardmäßig dabei – bei älteren Versionen installiert ihr es mit:
sudo apt install snapd
Anschließend könnt ihr Remmina direkt über das Terminal installieren:
sudo snap install remmina
Alternativ nutzt ihr den Ubuntu Software Store: Einfach nach „Remmina“ suchen und installieren. Der Vorteil von Snap: Updates kommen automatisch, und ihr habt immer die neueste Version.
Flatpak als Alternative
Wer Flatpak bevorzugt, kann Remmina auch darüber installieren. Flatpak bietet ähnliche Vorteile wie Snap – Sandbox-Sicherheit und automatische Updates:
flatpak install flathub org.remmina.Remmina
Both Paketmanager sorgen dafür, dass Remmina isoliert vom Rest des Systems läuft und regelmäßig Updates erhält.
Klassische Installation via APT
Wer die klassische Variante bevorzugt, nutzt das offizielle PPA:
sudo apt-add-repository ppa:remmina-ppa-team/remmina-next
sudo apt update
sudo apt install remmina remmina-plugin-rdp remmina-plugin-secret
Diese Methode gibt euch mehr Kontrolle über die Installation, erfordert aber manuelles Update-Management.
Erste Schritte und Konfiguration
Nach der Installation findet ihr Remmina im Anwendungsmenü. Beim ersten Start präsentiert sich eine übersichtliche Oberfläche mit Verbindungsprofilen.
Für eine neue RDP-Verbindung klickt ihr auf das Plus-Symbol und wählt „RDP“ als Protokoll. Tragt die IP-Adresse oder den Hostnamen des Zielsystems ein, dazu Benutzername und Passwort. Für erhöhte Sicherheit empfiehlt sich die Nutzung des Secret-Plugins zur verschlüsselten Passwort-Speicherung.
Erweiterte Features nutzen
Remmina glänzt mit durchdachten Details: Die integrierte SSH-Tunnel-Funktionalität ermöglicht sichere Verbindungen über unsichere Netzwerke. Besonders praktisch ist die „Wake-on-LAN“-Integration – schlafende Rechner lassen sich direkt aus Remmina heraus aufwecken.
Für Administratoren interessant: Remmina unterstützt Verbindungsprofile im JSON-Format, die sich zentral verwalten und verteilen lassen. Profile können auch per QR-Code geteilt werden – praktisch für schnelle Konfiguration auf mehreren Systemen.
Performance-Optimierung
Bei langsameren Verbindungen helfen die integrierten Komprimierungsoptionen. RDP-Verbindungen lassen sich auf bestimmte Farbauflösungen begrenzen, und die automatische Qualitätsanpassung sorgt für flüssige Performance auch bei schwankender Bandbreite.
Für lokale Netzwerke könnt ihr hingegen alle Qualitätsbremsen lösen und die volle Auflösung mit 32-Bit-Farbtiefe nutzen.
Sicherheitsaspekte
Remmina nimmt Sicherheit ernst: SSH-Verbindungen nutzen standardmäßig starke Verschlüsselung, und das Secret-Plugin speichert Zugangsdaten verschlüsselt im GNOME-Keyring oder KDE-Wallet.
Für RDP-Verbindungen solltet ihr Network Level Authentication (NLA) aktivieren – das verhindert Angriffe auf den RDP-Service selbst.
Troubleshooting
Bei Verbindungsproblemen hilft oft ein Blick in die Remmina-Logs. Diese findet ihr unter ~/.local/share/remmina/ oder über das Debug-Menü in der Anwendung selbst.
Häufige Stolpersteine: Firewalls blockieren oft RDP-Port 3389 oder VNC-Port 5900. Auch fehlerhafte Zertifikate bei RDP-Verbindungen sorgen regelmäßig für Frust – hier hilft meist die Option „Zertifikat ignorieren“.
Remmina entwickelt sich kontinuierlich weiter und bleibt die erste Wahl für Remote-Desktop unter Linux. Mit den richtigen Einstellungen ersetzt es problemlos teure kommerzielle Alternativen.
Zuletzt aktualisiert am 04.04.2026

