Das freie Mail-Programm Thunderbird speichert alle E-Mails in einer einzelnen Inbox-Datei. Um Nachrichten in ein anderes Programm zu übernehmen, beispielsweise nach Outlook, Apple Mail oder moderne E-Mail-Apps, könnt ihr die entsprechenden Nachrichten ins *.eml-Format konvertieren.
Das EML-Format hat sich als universeller Standard für E-Mail-Export und -Import etabliert. Es handelt sich dabei um ein reines Textformat, das den kompletten E-Mail-Inhalt inklusive Header-Informationen, Anhängen und Formatierungen speichert. Praktisch alle modernen E-Mail-Programme können EML-Dateien lesen und importieren.
E-Mails aus Thunderbird exportieren
Um E-Mails in das EML-Format umzuwandeln, startet ihr als Erstes Mozilla Thunderbird. Navigiert nun zu dem Ordner, der die Nachrichten enthält, die ihr exportieren möchtet. Das funktioniert sowohl mit dem Posteingang als auch mit allen anderen Ordnern wie „Gesendet“, „Entwürfe“ oder selbst erstellten Ordnern.
Markiert alle gewünschten Nachrichten, indem ihr [Strg] gedrückt haltet und auf die einzelnen E-Mails klickt. Für zusammenhängende Bereiche könnt ihr auch [Shift] nutzen, um einen ganzen Block zu markieren. Bei größeren Datenmengen ist es sinnvoll, den Export in kleineren Portionen durchzuführen.
Zieht die markierten E-Mails dann zuerst auf eine freie Stelle der Taskleiste und lasst sie auf dem Desktop fallen, sobald er sichtbar wird. Thunderbird erstellt automatisch für jede E-Mail eine separate *.eml-Datei mit einem aussagekräftigen Namen, der meist aus Betreff und Datum besteht.
Alternative Export-Methoden
Neben dem Drag-and-Drop-Verfahren gibt es weitere Möglichkeiten: Ihr könnt E-Mails auch mit Rechtsklick und „Speichern unter“ exportieren. Dies ist besonders praktisch für einzelne wichtige Nachrichten. Wählt dabei als Dateityp „E-Mail-Datei (*.eml)“ aus.
Für umfangreichere Exporte bietet Thunderbird auch Add-ons wie „ImportExportTools NG“, das erweiterte Export-Funktionen bereitstellt. Damit lassen sich ganze Ordnerstrukturen auf einmal exportieren oder verschiedene Dateiformate wählen.
Import in andere E-Mail-Programme
Die exportierten EML-Dateien könnt ihr problemlos in andere E-Mail-Programme importieren:
Microsoft Outlook: Einfach die EML-Dateien in einen Outlook-Ordner ziehen. Outlook konvertiert sie automatisch in das eigene Format.
Windows Mail (Windows 10/11): Die moderne Mail-App von Windows kann EML-Dateien direkt öffnen. Zieht sie einfach ins Programmfenster.
Apple Mail: Unter macOS könnt ihr EML-Dateien direkt in Mail ziehen oder über „Ablage > E-Mails importieren“ einlesen.
Gmail: Über die Gmail-Weboberfläche lassen sich EML-Dateien als Anhang weiterleiten oder mit Tools wie „Gmail Loader“ importieren.
Besonderheiten und Tipps
Beim Export bleiben alle Metadaten erhalten, einschließlich ursprünglicher Zeitstempel und Absenderinformationen. Das ist besonders wichtig für rechtliche oder archivierungsrelevante E-Mails.
Anhänge werden vollständig mit exportiert und bleiben in der EML-Datei eingebettet. Bei sehr großen Anhängen können die EML-Dateien entsprechend groß werden.
Achtung bei Umlauten: Stellt sicher, dass die Zielanwendung UTF-8-Kodierung unterstützt, um Darstellungsprobleme zu vermeiden.
Automatisierung für große Datenmengen
Bei der Migration großer E-Mail-Archive empfiehlt sich eine schrittweise Vorgehensweise. Exportiert zunächst testweise einen kleinen Ordner, um die Kompatibilität mit eurem Zielsystem zu prüfen.
Für wiederkehrende Export-Aufgaben könnt ihr Thunderbird-Filter nutzen, um relevante E-Mails automatisch in separate Ordner zu sortieren, die dann gebündelt exportiert werden können.
Fazit
Der Export von Thunderbird-E-Mails ins EML-Format ist ein unkomplizierter Weg, um E-Mails zwischen verschiedenen Programmen zu übertragen. Die einfache Drag-and-Drop-Funktionalität macht den Prozess auch für weniger technisch versierte Nutzer zugänglich. Das EML-Format gewährleistet dabei maximale Kompatibilität und erhält alle wichtigen E-Mail-Eigenschaften.
Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026