Die Text-Oberfläche der Windows-Eingabeaufforderung ist mitunter komplex, aber auch sehr mächtig. Wer eine Auflistung aller Treiber haben will, findet in den Windows-Einstellungen kein einfaches Mittel dazu. Per Befehlszeile ist das eine Sache von Sekunden – und funktioniert in Windows 11 genauso zuverlässig wie in Windows 10.
Zu wissen, welche Gerätetreiber auf einem Windows-PC installiert sind, ist wirklich wichtig, um Fehler zu reparieren, die bei Treiberupdates oder anderen Treiberproblemen auftreten. Besonders bei Gaming-PCs, Workstations oder Systemen mit spezieller Hardware ist eine schnelle Treiber-Übersicht Gold wert. Die meisten Nutzer verwenden zum Auslesen aller Treiber-Infos Tools von Drittanbietern wie CPU-Z oder DriverMax. Windows bringt ein solches Tool aber schon von Haus aus mit.
Grundlegendes Treiber-Listing erstellen
Um eine Treiberabfrage auszuführen, öffnet ihr per Rechtsklick auf den Start-Knopf eine Eingabeaufforderung als Administrator und tippt dann den Befehl driverquery ein, gefolgt von der [Eingabetaste]. In Windows 11 könnt ihr alternativ „Terminal (Administrator)“ wählen – funktioniert genauso.
Der driverquery-Befehl liefert euch eine übersichtliche Liste aller installierten Treiber mit wichtigen Grundinfos: Modulname, Anzeigestatus, Verknüpfungszeit und Typ. Das reicht für einen ersten Überblick völlig aus.
Erweiterte Optionen für Profis
Wenn ihr detailliertere Informationen braucht, bietet driverquery verschiedene Parameter. Mit driverquery /v bekommt ihr eine ausführliche Ansicht mit zusätzlichen Details wie Pfad, Version und Beschreibung der Treiber. Das ist besonders hilfreich, wenn ihr nach einem bestimmten Treiber sucht oder Versionskonflikte aufspüren wollt.
Für eine noch übersichtlichere Darstellung sorgt driverquery /fo table – das formatiert die Ausgabe als saubere Tabelle. Wer die Daten weiterverarbeiten möchte, kann mit driverquery /fo csv eine CSV-Datei erstellen, die sich direkt in Excel oder andere Programme importieren lässt.
Treiber-Infos exportieren und archivieren
Besonders praktisch: Ihr könnt die Treiber-Liste direkt in eine Datei exportieren. Der Befehl driverquery /v > C:treiber-liste.txt schreibt alle Informationen in eine Textdatei auf euer C-Laufwerk. Das ist ideal für Dokumentationszwecke oder wenn ihr mehrere Systeme vergleichen wollt.
Für Administratoren, die mehrere PCs verwalten, ist der Parameter /s interessant: driverquery /s computername fragt die Treiber eines anderen Rechners im Netzwerk ab. Ihr braucht dafür entsprechende Berechtigungen, aber es erspart euch das manuelle Abklappern aller Arbeitsplätze.
Problemdiagnose mit Bordmitteln
Wenn euer System Probleme macht, könnt ihr mit driverquery schnell prüfen, ob alle kritischen Treiber geladen sind. Treiber mit dem Status „Stopped“ sind oft die Übeltäter bei mysteriösen Systemfehlern oder Hardware-Problemen.
Besonders nach größeren Windows-Updates lohnt sich eine Treiber-Kontrolle. Microsoft ändert gelegentlich die Treiber-Signatur-Anforderungen, was dazu führen kann, dass ältere Treiber nicht mehr laden.
Alternative: PowerShell für moderne Systeme
Wer lieber mit PowerShell arbeitet, kann den Befehl Get-WindowsDriver -Online verwenden. Das liefert ähnliche Informationen in einem moderneren Format und lässt sich besser in Skripte einbauen. PowerShell bietet außerdem bessere Filtermöglichkeiten – mit Get-WindowsDriver -Online | Where-Object {$_.BootCritical -eq $true} zeigt ihr nur systemkritische Treiber an.
Wann externe Tools sinnvoll sind
Trotz der mächtigen Bordmittel haben spezialisierte Programme wie DriverBooster, Snappy Driver Installer oder Device Manager Plus ihre Berechtigung. Sie bieten grafische Oberflächen, automatische Updates und können veraltete Treiber direkt durch neue Versionen ersetzen.
Für eine schnelle Diagnose oder Dokumentation reichen die Windows-Bordmittel aber völlig aus – und ihr spart euch den Download zusätzlicher Software. Gerade in Unternehmensumgebungen, wo jede Software erst freigegeben werden muss, ist das ein echter Vorteil.
Die Treiber-Abfrage per Kommandozeile gehört definitiv ins Werkzeugkästchen jedes Windows-Nutzers. Sie ist schnell, zuverlässig und funktioniert auf jedem Windows-System ohne zusätzliche Installation.
Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026

