Wenn der Speicherplatz auf der Festplatte zur Neige geht, muss Platz gemacht werden. Aber welche Dateien und Ordner sind eigentlich die, die am meisten Platz verbrauchen? Ubuntu bietet euch mehrere effiziente Tools, um Speicher-Fresser aufzuspüren und euer System wieder flott zu machen.
Agedu ist ein bewährtes Werkzeug, das zusammenrechnet, wie viel Speicher jeder Ordner und Unterordner braucht. Außerdem wird angezeigt, welche Dateien, auf die lange nicht zugegriffen wurde, am meisten Platz brauchen – etwa große Archivdateien, die schon vor Monaten oder gar Jahren heruntergeladen wurden und seitdem ungenutzt auf der Festplatte herumliegen.
Zur Installation von Agedu wird in einem Terminal von Ubuntu folgendes Kommando eingegeben: sudo apt install agedu [Eingabetaste]. Anschließend scannt der folgende Befehl den angegebenen Ordner und zeigt die Ergebnisse an: $ agedu -s /home/ubuntu -w –R
Ncdu – Der interaktive Speicher-Scanner
Noch komfortabler ist ncdu (NCurses Disk Usage), das eine interaktive Benutzeroberfläche direkt im Terminal bietet. Das Tool zeigt Verzeichnisse nach Größe sortiert an und erlaubt euch, durch die Ordnerstruktur zu navigieren. Installation: sudo apt install ncdu
Anschließend startet ihr ncdu mit: ncdu / für das Root-Verzeichnis oder ncdu ~ für euer Home-Verzeichnis. Mit den Pfeiltasten navigiert ihr durch die Ordner, mit Enter öffnet ihr Unterverzeichnisse.
Baobab – Grafische Festplatten-Analyse
Wer lieber eine grafische Oberfläche nutzt, sollte Baobab (Disk Usage Analyzer) ausprobieren. Das Tool ist standardmäßig in Ubuntu GNOME installiert und zeigt den Speicherverbrauch als übersichtliche Kreisdiagramme oder Baumansicht an. Startet es über: baobab oder über das Anwendungsmenü unter „Festplattenbelegungsanalysator“.
Du und Df – Die Kommandozeilen-Klassiker
Für schnelle Checks eignen sich die Standard-Unix-Befehle du und df. Mit df -h seht ihr die Belegung aller eingehängten Dateisysteme. Der Befehl du -sh /* zeigt die Größe aller Verzeichnisse im Root-Verzeichnis an.
Besonders nützlich: du -sh * | sort -hr listet alle Ordner im aktuellen Verzeichnis nach Größe sortiert auf. Das „-h“ sorgt für menschenlesbare Ausgaben (GB, MB statt Bytes).
Snap-Pakete im Blick behalten
Snap-Pakete können sich zu echten Speicherfressern entwickeln, da sie oft mehrere Versionen parallel vorhalten. Mit snap list seht ihr installierte Snaps, snap list –all zeigt auch deaktivierte Versionen. Aufräumen könnt ihr mit sudo snap remove –purge paketname.
Flatpak-Anwendungen optimieren
Ähnlich verhält es sich mit Flatpak-Anwendungen. flatpak list zeigt installierte Pakete, flatpak uninstall –unused entfernt nicht mehr benötigte Laufzeitumgebungen. Mit flatpak repair könnt ihr defekte Installationen bereinigen.
Systemlogs und Cache aufräumen
Ubuntu sammelt über die Zeit viele Log-Dateien und Cache-Daten. Mit sudo journalctl –disk-usage seht ihr, wie viel Platz die Systemlogs belegen. sudo journalctl –vacuum-time=30d behält nur Logs der letzten 30 Tage.
Für den Package-Cache nutzt: sudo apt autoremove und sudo apt autoclean. Diese Befehle entfernen nicht mehr benötigte Pakete und alte .deb-Dateien.
Automatisierte Speicher-Überwachung
Für regelmäßige Checks könnt ihr Cron-Jobs einrichten, die euch warnen, wenn der Speicherplatz knapp wird. Ein einfaches Script mit df-Befehlen und Mail-Benachrichtigung reicht oft schon aus.
Moderne Ubuntu-Versionen bieten auch GNOME Software mit automatischer Bereinigung. Unter „Einstellungen“ → „Speicher“ könnt ihr automatisches Löschen temporärer Dateien aktivieren.
Mit diesen Tools behaltet ihr den Überblick über euren Speicherverbrauch und könnt gezielt aufräumen, bevor das System lahmt.
Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026

