Je länger ein Text ist, desto mehr Fehler können sich darin verbergen. Rechtschreibfehler, falsche Grammatik, zu informelle Sprache sind vielleicht für eure Zielgruppe störend. Das Problem: Ihr seid so tief in eurem eigenen Text, dass ihr Scheuklappen tragt und euch solche Fehler nicht auffallen. Hier hilft euch die Editor-Funktion von Word – und mittlerweile ist sie richtig intelligent geworden.
Der Word-Editor hat ordentlich zugelegt
Microsoft hat den Editor in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Was früher nur Rechtschreibung und Grammatik prüfte, analysiert heute Stil, Tonalität und sogar die Barrierefreiheit eurer Texte. KI-Algorithmen schauen nicht nur auf einzelne Wörter, sondern verstehen den Kontext und geben deutlich bessere Verbesserungsvorschläge.
Markiert den Text in Word, den ihr überprüfen möchtet. Dann klickt in der Menüleiste auf Überprüfen > Editor. Der Editor ist die zentrale Instanz in Word, wenn es um die Überprüfung eures Textes auf Mängel wie Rechtschreibfehler, Grammatik, formelle Sprache etc. geht. Der Editor startet automatisch die Analyse eures Textes.

Intelligente Bewertung statt stumpfe Fehlersuche
Am Ende dieses Vorgangs bekommt ihr eine Einschätzung, welcher Anteil eures Textes überarbeitet werden sollte. Das Geniale: Der Editor bewertet nicht nur technische Fehler, sondern auch die Lesbarkeit für verschiedene Zielgruppen. Ein wissenschaftlicher Text darf komplexer sein als ein Blog-Artikel.
Klickt auf Editor-Bewertung, um alle Kategorien von Anmerkungen durchzugehen. Alternativ könnt ihr einzelne Kategorien anklicken: Unter Rechtschreibung findet ihr alle Rechtschreibfehler, unter Grammatik alle Grammatikfehler etc. Für alle diese Fehler könnt ihr dann auswählen, ob ihr den Vorschlag von Word übernehmt, ignoriert oder für weitere Überprüfungen als richtig markiert.

Neue Kategorien für moderne Texte
Der moderne Word-Editor prüft mittlerweile in deutlich mehr Kategorien:
- Inklusive Sprache: Erkennt diskriminierende oder ausgrenzende Formulierungen
- Geschlechtergerechte Sprache: Schlägt neutrale Alternativen vor
- Sensible Inhalte: Warnt vor potentiell verletzenden Begriffen
- Konsistenz: Achtet auf einheitliche Schreibweise von Begriffen im gesamten Dokument
- Prägnanz: Identifiziert unnötig komplizierte Formulierungen
Verfeinerungen intelligent nutzen
Während die Korrekturen alle abgearbeitet werden sollten, sind die Verfeinerungen Hinweise, wie ihr den Text lesbarer und verständlicher machen könnt. Die KI berücksichtigt dabei den Kontext: Ein lockerer Ton in einem Newsletter wird anders bewertet als in einem Geschäftsbericht.
Ob ihr die Vorschläge akzeptiert, ist von vielen Faktoren abhängig: „Lockere“ Sprache kann durchaus ein gewolltes Stilmittel sein, wenn ihr im informellen Bereich unterwegs seid. Auch die Verständlichkeit ist abhängig von der Zielgruppe.
Premium-Features für Profis
Mit einem Microsoft 365-Abo bekommt ihr Zugang zu erweiterten Editor-Features:
- Plagiatscheck: Abgleich mit Millionen von Online-Quellen
- Tonalitäts-Erkennung: Analyse, ob euer Text professionell, freundlich oder neutral klingt
- Lesbarkeits-Score: Bewertung basierend auf Satzlänge, Wortkomplexität und Struktur
- Zielgruppen-Anpassung: Verschiedene Standards je nach Textart
Browser-Version nicht vergessen
Der Editor funktioniert auch in Word Online im Browser – allerdings mit weniger Features. Für gelegentliche Korrekturen reicht das, für professionelle Textarbeit solltet ihr die Desktop-Version nutzen.
Grenzen kennen und akzeptieren
Trotz aller KI-Power: Der Word-Editor ist ein Werkzeug, kein Ersatz für euer Urteilsvermögen. Gerade bei kreativen Texten, Fachsprache oder bewussten Stilbrüchen liegt er manchmal daneben. Geht die Hinweise durch und entscheidet Fall für Fall separat, ob die Anpassung Sinn macht.
Besonders bei deutschen Texten mit vielen Fachbegriffen oder regionalen Ausdrücken kann der Editor überfordert sein. Hier hilft es, ein benutzerdefiniertes Wörterbuch anzulegen.
Tipp für Vielschreiber
Ihr könnt den Editor auch so konfigurieren, dass er während des Schreibens aktiv Vorschläge macht. Das unterbricht zwar den Schreibfluss, hilft aber dabei, Fehler sofort zu korrigieren statt sie später mühsam zu suchen.
Unser Fazit: Der Word-Editor ist in den letzten Jahren richtig gut geworden. Nutzt ihn als intelligenten Korrektur-Partner, aber verlasst euch nicht blind auf seine Vorschläge.
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026
