Windows 11 und 10 können beim Systemstart neben den wichtigen Systemprogrammen auch andere Programme automatisch laden. Das soll deren späteren Start beschleunigen, kann aber schnell zum Problem werden: Unnötige Programme verlangsamen den Bootvorgang und verbrauchen permanent Arbeitsspeicher sowie CPU-Leistung. Zeit, aufzuräumen!
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Autostart-Programme über den Task-Manager verwalten
Der einfachste Weg führt über den Task-Manager. Drückt Strg+Shift+Esc oder klickt mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und wählt „Task-Manager“. Wechselt zum Reiter Autostart – hier seht ihr alle Programme, die beim Windows-Start automatisch geladen werden.
Besonders hilfreich: Windows zeigt euch in der Spalte „Startauswirkungen“ an, wie stark sich ein Programm auf die Boot-Zeit auswirkt. Programme mit „Hoch“ solltet ihr kritisch prüfen. Mit einem Rechtsklick auf ein Programm könnt ihr es deaktivieren – es startet dann nicht mehr automatisch mit.

Diese Programme könnt ihr meist bedenkenlos deaktivieren:
– Spotify, iTunes, Steam und andere Entertainment-Apps
– Adobe Updater und ähnliche Update-Services
– Office-Programme (Word, Excel) – sie starten auch so schnell genug
– Skype, Discord oder Teams (startet sie lieber manuell bei Bedarf)
– Browser-Hilfsprogramme und Toolbars
– Gaming-Software wie Razer Synapse oder Logitech G HUB (außer ihr nutzt Gaming-Hardware aktiv)
Vorsicht bei diesen Programmen:
Lasst Antivirus-Software, Windows Security, Grafikkarten-Treiber (NVIDIA, AMD) und Hardware-spezifische Tools meist aktiviert. Diese sind oft wichtig für Sicherheit und Stabilität.
Moderne Alternativen: Windows 11 Einstellungen
Unter Windows 11 geht es noch komfortabler: Öffnet die Einstellungen (Windows+I), geht zu „Apps“ und dann „Autostart“. Hier seht ihr eine übersichtliche Liste mit Ein/Aus-Schaltern. Praktisch: Windows bewertet hier ebenfalls die Auswirkungen auf die Startzeit.
PowerShell für Profis
Fortgeschrittene können auch die PowerShell nutzen. Der Befehl Get-CimInstance Win32_StartupCommand zeigt alle Autostart-Programme an. Mit Tools wie wmic lassen sich Programme gezielt deaktivieren – aber das ist eher was für Profis.
Aufräumen in den Tiefen: Registry und Startup-Ordner
Manche hartnäckige Programme tragen sich an mehreren Stellen ein. Der Startup-Ordner unter %AppData%MicrosoftWindowsStart MenuProgramsStartup enthält Verknüpfungen zu Autostart-Programmen. Löscht hier einfach die Verknüpfungen ungewollter Programme.
In der Registry (regedit.exe) finden sich weitere Autostart-Einträge unter:
– HKEY_CURRENT_USERSoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionRun
– HKEY_LOCAL_MACHINESoftwareMicrosoftWindowsCurrentVersionRun
Achtung: Bei Registry-Änderungen solltet ihr vorsichtig sein und vorher ein Backup erstellen!
Clever: Verzögerter Start statt kompletter Deaktivierung
Manche Tools bieten einen „delayed start“ – das Programm startet erst einige Minuten nach dem System. So bekommt ihr einen schnellen Boot, aber das Programm läuft trotzdem automatisch. Das geht über die Windows-Dienste-Verwaltung (services.msc) oder spezielle Tools.
Modern: Autostart-Impact mit Windows Performance Toolkit messen
Mit dem kostenlosen Windows Performance Toolkit könnt ihr genau messen, welche Programme euren Start wie stark verlangsamen. Das Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) enthält das Tool „Windows Performance Analyzer“ – damit seht ihr auf die Millisekunde genau, wo die Zeit beim Booten draufgeht.
Regelmäßige Kontrolle zahlt sich aus
Prüft alle paar Monate euren Autostart – neue Programme schleichen sich gerne wieder ein. Besonders nach Software-Installationen lohnt sich ein Blick in den Task-Manager. Viele Programme aktivieren den Autostart standardmäßig, ohne zu fragen.
Tipp: Testlauf nach jeder Änderung
Nach jeder Deaktivierung solltet ihr einmal neu starten und prüfen, ob alles noch funktioniert. Falls doch etwas wichtiges fehlt – kein Problem! Autostart-Programme lassen sich genauso einfach wieder aktivieren, wie ihr sie deaktiviert habt.
Ein aufgeräumter Autostart sorgt für schnellere Boot-Zeiten und mehr verfügbaren Arbeitsspeicher. Euer System wird merklich flotter – und ihr habt die Kontrolle darüber, was wirklich beim Start geladen wird.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026