USB-Geräte an virtuelle Maschine von VirtualBox anschließen

von | 30.01.2013 | Tipps

Mit VirtualBox könnt ihr kostenlos andere Betriebssysteme virtualisieren, ohne euer Hauptsystem zu gefährden. Doch beim Anschließen von USB-Geräten stoßen viele Nutzer auf Probleme – die Geräte werden in der virtuellen Maschine einfach nicht erkannt. Mit den richtigen Schritten funktioniert es trotzdem reibungslos.

VirtualBox ist nach wie vor eine der beliebtesten Virtualisierungslösungen für den Desktop. Die Software von Oracle ermöglicht es, Windows, Linux, macOS und andere Betriebssysteme parallel zu betreiben. Besonders praktisch: USB-Geräte lassen sich nahtlos zwischen dem Host-System und den virtuellen Maschinen weiterreichen.

Gasterweiterungen sind Pflicht

Damit USB-Geräte in der virtuellen Maschine korrekt funktionieren, müssen zunächst die VirtualBox Guest Additions installiert sein. Diese Erweiterungen verbessern nicht nur die Integration zwischen Host und Gast, sondern ermöglichen auch erweiterte USB-Funktionen.

Startet die virtuelle Maschine und klickt in der Menüleiste auf „Geräte → Guest Additions CD-Abbild einlegen“. Das System mountet automatisch ein virtuelles CD-Laufwerk mit den Installationsdateien. Führt die entsprechende Datei aus – unter Windows die „VBoxWindowsAdditions.exe“, unter Linux das Script „VBoxLinuxAdditions.run“. Nach der Installation ist ein Neustart der virtuellen Maschine erforderlich.

USB-Geräte konfigurieren

Fahrt die virtuelle Maschine herunter und öffnet deren Einstellungen in VirtualBox. Im Reiter „USB“ aktiviert ihr zunächst den USB-Controller. Hier habt ihr die Wahl zwischen USB 1.1, 2.0 und 3.0 – wählt die höchste Version, die euer Host-System unterstützt. USB 3.0 bietet deutlich bessere Übertragungsraten, benötigt aber das kostenpflichtige Extension Pack von Oracle.

Klickt auf das Plus-Symbol rechts, um ein USB-Gerät hinzuzufügen. VirtualBox zeigt alle aktuell angeschlossenen USB-Geräte an. Wählt das gewünschte Gerät aus der Liste und bestätigt mit „OK“. Das Gerät wird nun automatisch an die virtuelle Maschine weitergereicht, sobald ihr es anschließt.

Dynamisches Umschalten während des Betriebs

Noch komfortabler ist die Weiterreichung während des laufenden Betriebs. Startet die virtuelle Maschine und schließt euer USB-Gerät an. Im Menü „Geräte → USB“ seht ihr alle verfügbaren USB-Geräte. Ein Klick auf das gewünschte Gerät reicht es sofort an die virtuelle Maschine weiter – im Host-System verschwindet es dann temporär.

Ein Häkchen vor dem Gerätenamen zeigt an, dass es aktuell von der virtuellen Maschine verwendet wird. Klickt erneut darauf, um es wieder an das Host-System zurückzugeben.

Häufige Probleme lösen

Falls USB-Geräte nicht erkannt werden, prüft zunächst, ob euer Benutzer Mitglied der „vboxusers“-Gruppe ist (unter Linux/macOS). Ohne diese Berechtigung kann VirtualBox nicht auf USB-Geräte zugreifen.

Bei älteren VirtualBox-Versionen kann es helfen, den „USB 2.0 EHCI Controller“ zu deaktivieren und nur USB 1.1 zu verwenden. Moderne Versionen handhaben dies jedoch automatisch.

Manche USB-Geräte funktionieren nur, wenn sie bereits vor dem Start der virtuellen Maschine angeschlossen sind. Probiert verschiedene USB-Ports aus – manchmal liegt es an der Hardware-Implementierung.

Sicherheit beachten

Denkt daran: USB-Geräte, die an virtuelle Maschinen weitergereicht werden, können potentiell Schadsoftware enthalten. Besonders bei Test-Umgebungen solltet ihr vorsichtig sein und nur vertrauenswürdige Geräte verwenden.

Extension Pack für mehr Features

Für erweiterte USB-3.0-Unterstützung und weitere Funktionen benötigt ihr das Oracle VM VirtualBox Extension Pack. Dieses ist für private Nutzung kostenlos, kommerzielle Anwender benötigen eine Lizenz. Der Download erfolgt über die VirtualBox-Website, die Installation über „Datei → Einstellungen → Erweiterungen“.

Mit diesen Schritten funktioniert die USB-Weiterreichung in VirtualBox zuverlässig. Egal ob USB-Stick, externe Festplatte oder Smartphone – die Geräte lassen sich nahtlos zwischen Host und virtueller Maschine hin- und herschalten.

Zuletzt aktualisiert am 23.04.2026