Video-Streaming 2026: Mehr Auswahl, mehr Chaos, höhere Kosten

von | 08.07.2019 | Tipps

Einen schönen Video-Abend… warum nicht? Allein oder mit Freunden. Entspannt eine Serie anschauen oder einen Film – das ist heute dank Streamingdiensten wie Netflix oder Prime Video denkbar einfach. Eigentlich. Auf der anderen Seite wird es immer komplizierter. Da ist die neueste Marvel-Serie plakatiert oder ein gehypter K-Drama aus Korea. Aber wo kann man die eigentlich schauen? Was kostet das? Ein ganz schönes Durcheinander.

Was mache ich, wenn ich Netflix-Kunde bin und will mir die neue HBO-Serie anschauen, von der gerade alle reden?

Bei Netflix geht da gar nichts, denn diese Serie läuft exklusiv auf WOW (früher Sky Ticket) oder Sky Go. Wenn du die sehen willst, brauchst du ein entsprechendes Abo. Es ist oft nicht mal möglich, einzelne Folgen oder eine Staffel zu kaufen.

Diese Exklusivität wird immer extremer. Netflix produziert mittlerweile über 15.000 Stunden Eigenproduktionen pro Jahr, Amazon Prime Video investiert über 8 Milliarden Dollar jährlich in Content, und Apple TV+ setzt komplett auf hochbudgetierte Originals. Diese Inhalte werden niemals bei der Konkurrenz zu sehen sein – es sei denn, du zahlst für mehrere Abos gleichzeitig.

Der Streaming-Krieg ist voll entbrannt

Viele haben den Eindruck, bei Netflix werden es immer weniger Filme – und dafür immer mehr Streamingdienste. Der Eindruck täuscht nicht.

Apple TV+ hat sich als Premium-Anbieter etabliert und produziert Emmy-prämierte Serien wie „Severance“ und „Ted Lasso“. Disney+ dominiert mit Marvel, Star Wars und Pixar-Inhalten. Warner Bros. Discovery betreibt Max (vormals HBO Max), Paramount+ kämpft um Marktanteile, und selbst kleinere Anbieter wie Crunchyroll (für Anime) oder MagentaTV haben ihre Nischen gefunden.

Dazu kommen die kostenlosen, werbefinanzierten Dienste wie Tubi, Pluto TV oder Samsung TV Plus, die zwar gratis sind, aber eben auch mit Werbeunterbrechungen nerven. Und dann gibt es noch die Live-TV-Streaming-Dienste wie Zattoo oder waipu.tv, die das klassische Fernsehen ins Internet bringen.

Sie machen sich aber nicht nur gegenseitig Konkurrenz, sondern ziehen auch teilweise ihre Inhalte ab. Disney zog alle Marvel-Filme von Netflix ab, Warner entfernte DC-Inhalte, und Universal startete Peacock. Man will die Leute ja nicht zur Konkurrenz schicken.

Der deutsche Markt wird fragmentierter

Klingt ganz schön anstrengend. Es wird also nicht besser, es wird schlimmer.

Netflix hat gezeigt, wie ertragreich das Geschäft ist. 2026 nutzen allein in Deutschland über 35 Millionen Menschen mindestens einen kostenpflichtigen Streamingdienst. Weltweit sind es bereits über 1,8 Milliarden Abonnements bei verschiedenen Anbietern. Da wollen alle etwas vom Kuchen ab haben.

Das Problem für uns wird immer größer: „The Bear“ läuft bei Disney+, „House of the Dragon“ bei WOW, „The Boys“ bei Amazon Prime, „Wednesday“ bei Netflix und „Succession“ war bei Sky. Dazu kommen deutsche Produktionen wie „Parfum“ bei Netflix oder „Das Boot“ bei Sky.

Ein Haushalt mit allen großen Streaming-Abos zahlt heute schnell 60-80 Euro monatlich – mehr als früher ein Premium-Kabelanschluss gekostet hat. Und trotzdem ist längst nicht alles verfügbar, was man sehen möchte.

KI hilft bei der Suche

Schwer, da den Überblick zu behalten. Niemand kann in allen Katalogen nachschlagen, wo ein Film oder eine Serie läuft.

Da habe ich einen Tipp: Werstreamtes. Das ist ein super praktisches Angebot, gibt es im Web und auch als App. Einfach Titel oder Stichwort eingeben – und Werstreamtes verrät dir, bei welchen Streamingdiensten der Film oder die Serie zu sehen ist – und zu welchen Konditionen.

Neu sind auch KI-gestützte Empfehlungsdienste wie JustWatch (inzwischen der Marktführer) oder Watchworthy, die nicht nur zeigen, wo etwas läuft, sondern auch basierend auf deinen Vorlieben und bereits gesehenen Inhalten passende Empfehlungen aussprechen. Diese Tools lernen deine Präferenzen und können sogar vorhersagen, welche neuen Serien dir gefallen könnten.

Einige Dienste bieten inzwischen auch Bundle-Optionen an: Disney+ und Apple TV+ kann man zusammen günstiger bekommen, Telekom-Kunden erhalten oft MagentaTV inklusive, und Amazon Prime Video ist ohnehin Teil der Prime-Mitgliedschaft.

Strategien für cleveres Streaming

Was können Streaming-Fans also tun? Hier ein paar bewährte Strategien:

Rotationsstrategie: Abonniert nicht alle Dienste dauerhaft, sondern wechselt alle 2-3 Monate. Netflix für „Stranger Things“, dann zu Apple TV+ für „Foundation“, danach zu Disney+ für Marvel-Content.

Familienabos nutzen: Die meisten Dienste erlauben mehrere Profile und gleichzeitige Streams. Mit Freunden oder Familie teilen (soweit rechtlich erlaubt) reduziert die Kosten erheblich.

Kostenlose Alternativen: ARD Mediathek, ZDF Mediathek, Arte oder die Plattformen der Privatsender bieten überraschend viel hochwertigen Content – komplett gratis.

Timing beachten: Viele Dienste bieten regelmäßig Rabatt-Aktionen oder kostenlose Probemonate an. Besonders vor großen Serien-Starts wird oft geworben.

Die Streaming-Landschaft wird definitiv nicht einfacher. Aber mit den richtigen Tools und etwas strategischem Denken lässt sich auch 2026 noch entspannt streamen – ohne pleite zu gehen.

Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026