WhatsApp-Aus für alte Handys: Bist du betroffen? So rettest du deine Chats

von | 30.10.2026 | Social Networks

Ab Samstag, dem 31. Oktober, ist auf vielen alten Android-Handys Schluss mit WhatsApp. Das ist ärgerlich, aber kein Drama, wenn du jetzt ein paar Minuten investierst. Hier erfährst du, wie du in einer Minute prüfst, ob dein Handy betroffen ist, wie du deine Chats rettest und was WhatsApp gerade Neues testet.

Erst mal Entwarnung: Für die allermeisten ändert sich am Wochenende überhaupt nichts. WhatsApp verabschiedet sich nur von Smartphones mit Android 5.1 oder älter. Android ist das Betriebssystem, also die Grundsoftware, auf fast allen Handys, die nicht von Apple stammen. Version 5 erschien 2014 und hat inzwischen weit über zehn Jahre auf dem Buckel.

Solche Geräte gibt es aber noch erstaunlich oft: als Zweithandy, beim Opa auf dem Küchentisch oder bei allen, die ihr Telefon nutzen, bis es auseinanderfällt. Wenn das auf dich oder jemanden in deiner Familie zutrifft, lies weiter.

Bin ich betroffen? Der Check dauert eine Minute

So findest du die Android-Version heraus:

  1. Öffne die App Einstellungen (meist ein Zahnrad-Symbol).
  2. Scrolle ganz nach unten zu Über das Telefon. Bei Samsung heißt der Punkt Telefoninfo.
  3. Tippe gegebenenfalls auf Software-Informationen und schau nach Android-Version.

Steht dort 6 oder höher, kannst du entspannt bleiben, WhatsApp läuft weiter. Steht dort 5.1, 5.0 oder weniger, musst du handeln, am besten noch heute.

Typische Kandidaten sind ältere Modelle wie das Samsung Galaxy S3, S4, S4 Mini, Note 2, Note 3, S5 Mini, Grand Prime oder Galaxy Core. Auch der erste Moto G und Moto E von Motorola sowie Sonys Xperia Z und Xperia SP gehören dazu. Entscheidend ist aber nicht das Modell, sondern die installierte Version. Manche dieser Geräte haben ein Update auf Android 6 bekommen, manche nicht. Im Zweifel hilft also nur der Blick in die Einstellungen.

Und das iPhone? Für iPhones ändert sich am Wochenende nichts. Voraussichtlich ab Ende November verlangt WhatsApp dort aber mindestens iOS 15.5. Betroffen sind dann nur sehr alte Modelle wie das iPhone 6 und 6 Plus. Die Version findest du unter Einstellungen → Allgemein → Info.

Nahaufnahme eines iCloud-Backup-Bildschirms auf einem Smartphone
iCloud-Backup im Blick: Speicherstatus und letzte Sicherung auf dem Smartphone.

Was mit deinen Chats, Fotos und Kontakten passiert

Die wichtigste Nachricht zuerst: Dein WhatsApp-Konto geht nicht verloren. Es hängt an deiner Telefonnummer, nicht am Gerät. Solange du deine Nummer behältst, kannst du WhatsApp auf jedem anderen passenden Handy weiternutzen.

So sieht es im Einzelnen aus:

  • Kontakte stecken im Adressbuch deines Handys oder in deinem Google-Konto. Die sind nicht in Gefahr.
  • Fotos in der Galerie bleiben auf dem alten Gerät, bis du sie selbst übertragen hast.
  • Die Chats sind der kritische Punkt. Gemeint sind alle Unterhaltungen mit Familie und Freunden, inklusive der Fotos, Videos und Sprachnachrichten darin. Die musst du sichern, solange WhatsApp auf dem alten Gerät noch startet.

So sicherst du deine Chats: zwei Wege

Weg 1: Backup in Google Drive

Das ist die bequemste Lösung, vor allem wenn das neue Handy noch nicht da ist.

  1. Öffne WhatsApp und tippe oben rechts auf die drei Punkte.
  2. Gehe zu Einstellungen → Chats → Chat-Backup.
  3. Wähle unter Google-Konto dein Konto aus.
  4. Lege fest, ob auch Videos mitgesichert werden sollen.
  5. Tippe auf Sichern.

Häng das Handy dabei ins WLAN und ans Ladekabel. Bei vielen Fotos und Videos kann das eine Weile dauern. Prüf danach, ob unter „Letzte Sicherung“ das aktuelle Datum steht.

Zwei Tipps dazu:

  • Speicherplatz prüfen: WhatsApp-Backups zählen seit einiger Zeit zu deinem Google-Speicher. Gratis sind 15 Gigabyte, die du dir mit Gmail und Google Fotos teilst. Ist der Speicher voll, scheitert das Backup. Lass dann notfalls die Videos weg.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einschalten: Unter Chat-Backup → Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Backup kannst du die Sicherung mit einem Passwort schützen. Dann kann nicht einmal Google mitlesen. Wichtig: Merk dir das Passwort gut. Ohne Passwort ist das Backup wertlos.

Weg 2: Direkter Umzug per QR-Code

Hast du das neue Android-Handy schon? Dann geht es auch ganz ohne Cloud. Leg beide Geräte nebeneinander und verbinde sie mit demselben WLAN. Gehe auf dem alten Handy zu Einstellungen → Chats → Chats übertragen und scanne den QR-Code, den das neue Handy anzeigt. WhatsApp schaufelt dann alles direkt rüber.

Notlösung für einzelne Chats: Über Chat öffnen → drei Punkte → Mehr → Chat exportieren kannst du einzelne Unterhaltungen als Textdatei sichern, zum Beispiel per E-Mail an dich selbst. Zurück in WhatsApp lässt sich das allerdings nicht spielen. Es ist eher ein Archiv für wichtige Erinnerungen.

Nahaufnahme eines iCloud-Backup-Bildschirms auf einem Smartphone
iCloud-Backup im Blick: Speicherstatus und letzte Sicherung auf dem Smartphone.

Prüfen, entscheiden, übertragen: der Fahrplan

1. Prüfen: Android-Version checken (siehe oben).

2. Entscheiden: Ein neues Handy muss nicht teuer sein. Einfache Android-Smartphones gibt es ab etwa 100 bis 150 Euro. Generalüberholte Gebrauchtgeräte („refurbished“) sind oft noch günstiger und haben meist Garantie. Achte beim Kauf vor allem auf eines: Wie lange verspricht der Hersteller Sicherheitsupdates? Je länger, desto besser. Einige Hersteller garantieren inzwischen fünf Jahre und mehr. Und frag ruhig in der Familie nach, manchmal liegt ein jüngeres Gerät ungenutzt in der Schublade.

3. Übertragen: WhatsApp auf dem neuen Handy installieren, mit derselben Telefonnummer anmelden und beim Einrichten das Backup wiederherstellen. Wichtig: Auf dem neuen Gerät musst du dasselbe Google-Konto verwenden wie beim Backup.

Und wenn ich WhatsApp einfach am Computer nutze?

Klingt verlockend, funktioniert aber nicht dauerhaft. WhatsApp Web im Browser und die Desktop-App sind immer an ein Handy gekoppelt, auf dem WhatsApp läuft. Wird dieses Hauptgerät 14 Tage lang nicht genutzt, meldet WhatsApp den Computer automatisch ab. Für ein paar Tage bis zum neuen Handy ist das eine Brücke, eine echte Alternative ist es nicht.

Hilfe holen ist keine Schande

Fühlst du dich unsicher? Dann frag Kinder, Enkel oder Bekannte. Für Geübte ist der Umzug eine Sache von einer Viertelstunde. Auch viele Elektronikmärkte und Handyläden helfen beim Datenumzug. Volkshochschulen, Bibliotheken und Seniorentreffs bieten außerdem regelmäßig Smartphone-Sprechstunden an.

Warum WhatsApp alte Systeme rauswirft

Das hat nichts mit Schikane zu tun. Für Android 5.1 gibt es seit Jahren keine Sicherheitsupdates mehr. Neu entdeckte Lücken bleiben offen, und Kriminelle können sie ausnutzen. Ein Messenger, über den private Fotos, Adressen und manchmal sogar Bankdaten laufen, hat auf so einem Gerät eigentlich nichts mehr verloren.

Ehrlicherweise gilt das auch für Android 6 und 7: WhatsApp läuft dort zwar noch, Sicherheitsupdates gibt es aber auch dafür längst nicht mehr. Der nächste Schnitt kommt bestimmt. Wenn du ohnehin über ein neues Handy nachdenkst, ist jetzt ein guter Moment.

Was bald neu kommt: geplante Nachrichten und ein Anruffilter

Während alte Geräte rausfallen, testet WhatsApp neue Funktionen. Noch laufen sie nur in einer Testversion für Android, der sogenannten Beta.

Nachrichten planen: Du schreibst den Geburtstagsgruß heute und WhatsApp verschickt ihn automatisch zur gewünschten Zeit, frühestens in zehn Minuten und spätestens in zwei Wochen. Das soll mit Texten, Links, Fotos und Videos funktionieren.

Anruffilter gegen Unbekannte: Das dürfte für viele noch spannender sein. Ruft eine unbekannte Nummer an, nimmt WhatsApp den Anruf auf Wunsch selbst an, fragt nach dem Anliegen und zeigt die Antwort als Text auf deinem Display. Erst dann entscheidest du, ob du rangehst. Die Umwandlung in Text soll direkt auf dem Handy passieren, nicht auf einem Server. Gerade gegen Schockanrufe und andere Betrugsmaschen könnte das richtig was bringen.

Wann beide Funktionen für alle kommen, steht noch nicht fest.

Mein Tipp für sofort: Eine einfachere Variante des Anrufschutzes gibt es schon heute. Unter Einstellungen → Datenschutz → Anrufe kannst du „Unbekannte Anrufer stummschalten“ aktivieren. Dann klingelt es bei fremden Nummern nicht mehr, die Anrufe tauchen aber weiterhin in der Liste auf. Das kostet zehn Sekunden und schützt vor vielen nervigen und betrügerischen Anrufen.

Häufige Fragen

Verliere ich meine Chats, wenn ich nichts tue?
Wenn WhatsApp auf dem alten Handy nicht mehr startet, kommst du an die Chats dort kaum noch heran. Deshalb solltest du jetzt sichern, solange es noch geht.

Brauche ich eine neue Telefonnummer?
Nein. Dein Konto hängt an der Nummer, und die nimmst du einfach mit.

Ist mein iPhone betroffen?
Am 31. Oktober nicht. Ab Ende November brauchst du voraussichtlich mindestens iOS 15.5.

Kann ich WhatsApp auf dem alten Handy irgendwie weiter nutzen?
Nein, und davon ist auch abzuraten. Ohne Sicherheitsupdates ist das Gerät für einen Messenger zu riskant.

Fazit: Version prüfen, Chats sichern, in Ruhe entscheiden. Wer das jetzt erledigt, verliert nichts und bleibt erreichbar.

Jörg Schieb
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