Windows 8.1 gehört längst der Vergangenheit an, aber die damaligen Personalisierungsoptionen für Kacheln waren ihrer Zeit voraus. Was Microsoft 2013 mit Windows 8.1 einführte, findet sich heute in moderner Form in Windows 11 wieder – und die Grundprinzipien der App-Anpassung sind nach wie vor relevant.
In Windows 8 hatten alle Kacheln die gleiche Hintergrundfarbe, basierend auf dem Farbschema der Startseite. Mit Windows 8.1 führte Microsoft die Möglichkeit ein, dass jede App-Kachel ihre eigene Farbe haben konnte, abhängig vom Programmsymbol. Diese Farbe ließ sich auch manuell anpassen – ein Feature, das Grundlagen für heutige App-Customization legte.
Die damalige Methode war technisch anspruchsvoller als heutige Lösungen: Damit sich die Farbe einer Kachel änderte, musste eine Manifest-Datei neben der EXE-Datei angelegt werden. Der Prozess begann mit einem Rechtsklick auf die entsprechende Kachel, gefolgt von „Dateipfad öffnen“. Im Explorer wurde erneut auf die markierte Verknüpfung geklickt und „Dateipfad öffnen“ ausgewählt.
Anschließend erstellte man per Rechtsklick auf eine leere Stelle im Ordner ein neues Textdokument. Der Dateiname musste exakt „.VisualElementsManifest.xml“ lauten – für den Taschenrechner beispielsweise „calc.VisualElementsManifest.xml“.
Der entscheidende Schritt war das Bearbeiten der XML-Datei mit folgendem Code:
<Application xmlns:xsi="https://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"> <VisualElements BackgroundColor="#666666" ShowNameOnSquare150x150Logo="on" ForegroundText="light"/> </Application>
Die gewünschte Farbe wurde als Hexwert (RRGGBB) anstelle von „#666666“ definiert. Nach dem Speichern übernahm Windows die neuen Einstellungen automatisch.
Windows 11: Die moderne Evolution
Was damals umständlich über XML-Dateien funktionierte, ist in Windows 11 deutlich eleganter gelöst. Das moderne Startmenü bietet zwar keine Kacheln mehr, dafür aber anpassbare App-Icons und Widgets. Die Personalisierung erfolgt über die Einstellungen unter „Personalisierung > Start“.
Für erweiterte Anpassungen nutzen Power-User heute Tools wie StartAllBack oder Open-Shell, die deutlich mehr Flexibilität bieten als die damaligen Manifest-Dateien. Diese Programme ermöglichen es, das Startmenü komplett zu überarbeiten – von Farben über Layouts bis hin zu Animationen.
App-Anpassung heute
Moderne Windows-Apps unterstützen verschiedene Design-Modi nativ. Entwickler können über das App-Manifest verschiedene Themes definieren, die automatisch dem System-Theme folgen. Die Zeiten manueller XML-Bearbeitung sind vorbei – APIs wie die Windows App SDK übernehmen diese Aufgaben.
Für Nostalgie-Fans gibt es dennoch Möglichkeiten, das Windows 8.1-Feeling zurückzubringen. Programme wie TileIconifier erlauben es, auch in Windows 10 und 11 custom Tiles zu erstellen, die an die alten Live-Kacheln erinnern.
Fazit: Von kompliziert zu komfortabel
Die Windows 8.1-Ära zeigt exemplarisch, wie sich Benutzeroberflächen entwickelt haben. Was damals technisches Know-how erforderte, ist heute per Klick möglich. Dennoch war die Kachel-Anpassung ein wichtiger Schritt hin zur heutigen Flexibilität bei der Desktop-Personalisierung.
Wer heute seine Windows-Oberfläche anpassen möchte, hat deutlich mehr und einfachere Optionen. Die Grundidee – individuelle App-Gestaltung für bessere Übersicht – ist geblieben, nur die Umsetzung wurde nutzerfreundlicher.
Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026

